Depression

Also, du…. dein Blog, ist das nicht ein wenig depressiv?
Diese Frage wurde mir gestern Abend gestellt. Ich war wohl ein wenig überrascht. Ich muss der Wahrheit halber sagen: Darüber hab ich noch nie nachgedacht – aber, kommt mir nicht so vor. Vielleicht zeugt es von depressiver Verstimmung, wenn man die Zeiterscheinungen wahr nimmt und kommentiert, wenn man im Bannkreis des Schwarzweissen, des Unumstößlichen das dem Weltgeschehen seine scheinbare Bedeutung verleiht, sein Gedanken kreisen lässt, statt nur die lustigen, fröhlichen Dinge zu sehen. Die glücklichen Gesichter der Kinder in den Einkaufszentren, das selige Lächeln der Alten in den Altersheimen….und auch einmal egoistisch sein – da sind wir, das sind unsere Grenzen und das da sind Fremde. Einfach das Leben genießen.  Ist es schon depressiv wenn man sich über Flüchtlinge Gedanken macht oder muss man zusätzlich auch noch Ängste haben? Zum Beispiel vor Politikern, die neoliberal daherkommen aber vielfältige Verbindungen zu Rechtsextremen haben. Alles Leben ist Leiden, sagt der Buddhismus. Wenn schon dieser Mercedes unter den Religionen darauf hinweist, dass man sich von den Dingen der Welt lösen soll, weil die Dinge der Welt für alles Leiden verantwortlich sind, dann hat das doch einen gewissen Stellenwert und ich bin dann sicher auf dem falschen Dampfer. Aber bin ich deswegen depressiv?
Ich nehm jetzt meine Pillen und geh zu Bett. Morgen schreib ich über Katzen.

2 Gedanken zu „Depression“

  1. Jay, Katzen!! 😉

    Nein im Ernst, das war nicht als Änderungswunsch, sondern als Diskussionspunkt gedacht…
    Und ja, es gibt positive Aspekte in der Welt (abseits von Kindern in Einkaufzentren und Alten in Altersheimen), die man gedanklich auch betrechten kann (aber natürlich nicht muss).

    Was ich vom Buddhismus zu wissen glaube: nicht die Dinge der Welt sind Ursache des Leidens, sondern die eigene innere Haltung zu diesen Dingen.
    Und die Grundhaltung hier ist nach meinem Empfinden ja eher düster/pessimistisch denn lebensfroh.

    Aber trotzdem schön zu lesen.

    lg

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  2. Du hast das vollkommen richtig gesehen, es sind nicht die Dinge, es sind unsere Einstellungen. Aber in einer Welt der Dinglichkeit, mit so unendlich vielen scheinbar verführerischen Möglichkeiten, fällt das Augenmerk nicht unmittelbar auf die eigene Gestimmtheit und somit auf die eigene Verantwortlichkeit, für die damit verbundenen Leiden, sondern man muss den Schritt vom Aussen mit dem wir nur scheinbar verbunden sind zur eigenen Mitte tun. Dann erst wird eine alltagstaugliche Philosophie daraus. Und vor allem, man darf nicht vergessen zu welcher Zeit das gesagt wurde. Diese ausweglose Tragik der buddhistischen Weltsicht und die damit zum Ausdruck gebrachte Stellung des Menschen zu den Vorgängen des Lebens und wie er mit dieser Tragik fertig wird, oder werden soll, teile ich aber eben nicht.

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