Ein Antidepressivum – Katzen.

Wir, das heißt eigentlich in erster Linie der Familienanteil mit XX Chromosomenstatus hat wieder Katze.  Die XYpsilöner müssen zwangsläufig mittun, obwohl in der Mehrheit und ursprünglich geschlossen dagegen. Aber, da gibt es eine dunkle Geschichte mit Bestechung und so. Lassen wir das aber beiseite. Im Laufe der Jahre hatten wir viele Katzen, manche Unvergessene, manche Najaauch-Katzen. Jetzt haben wir eigentlich zwei. Das heißt, der zu erwartenden Endgröße entsprechend, handelt es sich um mindestens vier. Es sind Großkatzen. Main Coon, heißt die Rasse und in manchen hinterwäldlerischen Gegenden Amerikas geht die Mär, dass sie aus einer Kreuzung zwischen Hauskatze und Waschbär entstanden sind (raccoon ist der Waschbär – davon ist der Name abgeleitet). Endgewicht nach 3 Jahren um die 12 Kilo, zusammen 24 Kilo.
Sie haben Haarbüschel an den Ohren und sehen in etwa aus wie ein Luchs. Die jetzt 6 Monate alten Kätzchen sind fast doppelt so groß wie unsere letzte Normalkatze im ausgewachsenen Stadium. Sie fressen so viel, dass meine Frau schon frühmorgens unterwegs ist um Futter zu besorgen, denn wenn sie nichts kriegen werden sie ziemlich lästig. Verspielt sind sie, so wie der Züchter behauptet hat, das kann man nicht bestreiten. Wenn man an einem Schrank vorbeigeht und sich plötzlich von oben herab ein paar Krallen in die Kopfhaut nageln, kann man das lustig finden oder auch nicht. Wenn man dann hochsieht, sieht man eine Katze die so tut als wäre nichts gewesen. Abenteuerlich auch die nächtlichen Besuche im Schlafzimmer. Meist gegen 3 Uhr früh scheint der Biorhythmus der Gattung auf Fressenszeit programmiert zu sein. Dann verleihen sie ihren Bedürfnissen Nachdruck indem sie als ultimaive Aufforderung, jetzt sofort eine Dose zu öffnen, in meine Hand beißen. Erst sachte, dann mit Vehemenz. Auch die Unterschenkel, soweit zugänglich sind Ziel ihrer Übergriffe. Wenn das nicht reicht, wird man kurz darauf wieder wach, weil sich von unten, unter der Bettdecke, etwas Pelziges zwischen den Beinen langsam vorwärtsarbeiten. Auch im Tiefschlaf führt dass bei einem gewohnheitsmäßigen Nacktschläfer zu Panikattacken. Türen öffnen sie ohne sich sonderlich anzustrengen. Nur ein verschlossenes Schlafzimmer schützt. In Zukunft werde ich auch noch das Bücherregal davorstellen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Katzen, die Wasser eher scheuen, sind diese Burschen regelrecht hydrophil. Sie trinken aus den Klo und Sie lassen einen  auch in der Badewanne nicht in Ruhe. Sie sitzen am Rand und tun vorerst einmal eine Weile so, als würde sie irgend ein Detail, das für alle anderen unsichtbar scheint, interessieren. Wenn man sie dann gelangweilt aus den Augen lässt und sich der Lektüre zuwendet, dann klatschen sie plötzlich mit ihren Riesenpfoten ins Wasser. Nicht dass es mir was ausmacht, in der Badewanne nass zu werden, aber es ist die pure Bosheit. Biedermeiermöbel mit kostbaren Bezugsstoffen und das Bedürfnis von Katzen, sich gelegentlich die Krallen zu schärfen, sind eigentlich auch etwas, was nicht zusammengeht. Darum bin ich froh, wenn manchmal jemand auf Besuch kommt. Besonders Jeansträger sind bevorzugt. Sie kriegen ihre Krallen ins Gesäß.

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