Germanisierung

Linz, das ist die Stadt in der Adolf Hitler aufwuchs, in der er neun Jahre seines Lebens verbrachte. Linz ist die Stadt des Führers, mit der er dereinst große Pläne hatte, aus denen aber bis auf die Nibelungenbrücke nichts geworden ist. Hier wollte er seinen Alterssitz errichten und ein Museum bauen, dass mit dem Louvre in Paris oder den Uffizien in Florenz vergleichbar hätte sein sollen. Für diesen Zweck wurden in ganz Europa Museen geplündert und Kunstwerke zusammengestohlen.
Wie wohl muss sich ein Rechtsnationaler fühlen, dem es gelingt in eben dieser Stadt, zumindest ein Teil der Macht zu werden. Dieser Mann ist Detlef Wimmer. Ein Mann, der es leider nicht zum Berufsoffizier geschafft hat, weil er die Verlässlichkeitsüberprüfung des Abwehramtes nicht bestanden hat. Das Magazin NEWS schreibt dazu: “In den dazugehörigen Akten des Abwehramtes heißt es, dass man schon 2006 bei Ermittlungen im Bereich Rechtsextremismus auf Wimmer gestoßen sei, dass 2007 Wimmer zwei Mal einvernommen wurde und bei seiner ersten Befragung Angaben gemacht habe, die “nachweislich nicht den Tatsachen entsprachen““
Und aus anderer Quelle: Das Abwehramt soll Wimmer 2007 wegen einer verdichteten Verdachtslage zu einem möglichen Naheverhältnis zu Personen im Bereich Rechtsextremismus befragt haben. Dabei hätten seine Angaben nicht den Tatsachen entsprochen. Es sei nachgewiesen worden, dass er Kontakt zu „Proponenten verfassungsfeindlicher Organisationen unterhält“, die das Bundesheer als Verbreitungsbasis ihrer Ideologie und Nährboden für Rekrutierungsmaßnahmen zu nutzen versuchen“.  Wimmer ist eigentlich , wenn man sich seine Biographie so ansieht, ein Hans Dampf in allen rechten Gassen. Er ist Mitglied der deutschnationalen Burschenschft Arminia Czernowitz und Kuratoriumsmitglied des Dinghofer Institutes, eines Vereines, der sich auf den deutschnationalen Antisemiten und ehemaligen Linzer Bürgermeister Franz Dinghofer bezieht. Dinghofer war Begründer des Deutschen Volksbundes. 1919 gründete er die Großdeutsche Vereinigung, aus der 1920 die deutschnational und antisemitisch gesinnte Großdeutsche Volkspartei hervorging, deren Obmann er auch war.(2)       Alles in allem also ein recht einschlägige Karriere, die der gute Detlef da hingelegt hat. Das werden sicherlich auch seine 2000 Facebookfreunde bestätigen, obwohl ein paar von denen wirklich ein Problem haben, mit ihm in Zusammenhang gebracht zu werden (1)

Jetzt ist er Vizebürgermeister in Linz und befehligt weiterhin die Stadtwache. Allerdings ist er selbst unbewaffnet. Die Polizei hat vor ein paar Monaten seine Glock-Pistole beschlagnahmt, weil er sie nicht wie vorgeschrieben, versperrt aufbewahrte, sondern auf dem Wohnzimmertisch griffbereit liegen hatte. Vorher durfte er die Waffe ständig bei sich  tragen, weil er sich von Linken bedroht fühlte.(3)
Die Arminia Czernowitz ist im Linzer FP-Gemeinderatsklub mit drei von insgesamt neun Mandataren übrigens gut vertreten: Nebst Wimmer sind auch Markus Hein und Michael Raml Arminia-Mitglieder. Raml begann seine Politkarriere in der Studentenpolitik. Als Obmann des Rings Freiheitlicher Studenten (RFS) an der Linzer Kepler-Uni sorgte sich Raml 2007 darum, dass „unser Volk stirbt ohne Nachwuchs angesichts der Zuwanderung.“ Auf den Vorhalt, das sei „NS-Diktion“, sagte Raml: „Bitte, nicht alles, was damals war, war falsch. Die voest war doch nicht schlecht. Soll die voest deswegen abgerissen werden?“(4)
Unter anderem mit Sorgen um den Volkserhalt begründete ein Jahr später auch Detlef Wimmer RFJ-Aufkleber mit dem Text: „Gemischte Sorte: Zuwanderung kann tödlich sein.“
Neben den jungen Recken sitzt in der Linzer FP-Gemeinderatsfraktion auch Horst-Rudolf Übelacker. Der 77-jährige Deutsche ist einstiges Mitglied der deutschen Partei „Die Republikaner“. Im Herbst 2012 war er für ein klandestines Lesertreffen der Neonazi-Zeitschrift „Volk in Bewegung – Der Reichsbote” als Referent angekündigt.
Als das publik wurde, kündigte Sebastian Ortner, damals Klubchef der FPÖ,  Konsequenzen an: „Das Maß ist voll, hier muss eine Trennlinie her“, sagte Ortner gegenüber „Österreich“. Übelacker zog darauf zurück: Er sei zwar eingeladen worden, habe aber nicht zugesagt. Er habe auch nicht gewusst, worum es bei dem Treffe gehe.
Schon erstaunlich was die Blauen immer alles nicht   wissen …..

Also, lange Rede kurzer Sinn, die Stadt des Führers hat durchaus wieder ein paar echte Germanen im Stadtrat. Übrigens der CV Verbindungsnahme von Thomas Stelzer, dem designierten Nachfolger von Josef Pühringer ist Wotan. Das wird die FPÖ Stadträte sicher freuen.

http://kurier.at/chronik/oberoesterreich/der-linzer-fpoe-rechtsaussen-und-seine-exotischen-freunde/61.063.422
(2)http://www.stopptdierechten.at/2013/10/27/burschenschaftsehrung-durch-burschenschafter-prasidenten/
(3)http://www.krone.at/Oesterreich/Linzer_FPOe-Politiker_Wimmer_droht_Waffenverbot-Polizei_ermittelt-Story-442642
(4)http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/landespolitik/Rechtsum-Die-krude-Welt-der-Linzer-FPOe;art383,1109752

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