Sophisticated

 

 

Vor einer  große Prüfung im Studienfach Technische Physik  an der JKU in Linz geht folgender Mailverkehr zwischen  Student und Professor hin und her. Der Professor  will in einer Mail von den Studenten wissen ob eine Stunde mehr Zeit als ursprünglich vorgesehen für die Testarbeit ausreicht. Worauf besagter Student folgendes  geantwortet hat: Das hängt davon ab, ob Ihre Fragen zu meinen Antworten passen.  Darauf will der Professor wissen, wie er das meint.                                                                                                      Das ist die Antwort:

Ich würde sagen, es ist weitestgehend eine Konvention, dass die Frage zuerst kommt und dann die Antwort. Es zeigt sich doch gerade in der Geschichte der Physik, dass einige der wichtigsten Ereignisse Experimente waren, die uns Antworten lieferten, auf Fragen, die wir noch nicht gestellt hatten. Da Fragen sich auch damit beschäftigen, Dinge zueinander in ein Verhältnis zu setzen, sind Frage und Antwort manchmal auch austauschbar.   z.B.: Wie heißt der griechische Göttervater? Antwort : Zeus. Frage: Was war Zeus in der griechischen Mythologie? Antwort: Göttervater.

Ich erkenne aber an, dass es einen beachtlichen Mehraufwand bereiten würde, wenn sie bei der Klausur von 20 Teilnehmern 20 unterschiedlichen  Antworten bekämen und dafür eine alle Antworten adäquat zur Folge habende Frage stellen müssten. Ich werde meine Lernstrategie dahingehend anpassen, dass Sie zunächst die Frage stellen  und ich in weiterer Folge die Antwort gebe. Nichts desto trotz sollten Sie bei der Korrektur berücksichtigen, dass meine Antwort an sich tadellos sein kann und es vielmehr ihre Frage gewesen sein wird, die es ihr nicht gestattete ihren Wahrheitsanspruch voll zu entfalten. Seien Sie aber versichert, dass – wie auch schon in den vergangenen Tagen bis zum Tag der Klausur – all mein Sinnen und Streben nur dem harmonischen Auskommen – ja man könnte fast von Weihnachtsfrieden sprechen – zwischen Ihren Fragen und meinen Antworten gilt.

Schön, wenn man mit seinem Professor so verhandeln kann.

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