Herumeiern

 

Um die Zeit bis zum nächsten Wahlgang zu verkürzen und die Themen  Xenophobie,  NLP  und  die etwaige Entlassung der Regierung ein wenig vergessen zu lassen, geht es heute um das für Österreicher Zweitwichtigste, ums Essen.  Es handelt sich dabei um ein Spezialrezept, für meinen Eierlieferanten, den ich hierorts schon einmal erwähnt habe.  Ich habe ihn in Verdacht, dass er außer weichgekochten Frühstückseiern keine andere kreative Art der Zubereitung  gelten läßt, was ich durchaus bedauerlich finde. Da er mich dermaßen großzügig und regelmäßig  mit den Produkten seiner gefiederten  Angestellten versorgt, hat sich die Frage ergeben,  ob er den selber dabei nicht irgendwie zu kurz kommt. Soviel ich weiß ist die Abteilung Legehühner in seinem Haus  ja eher klein.

„6 Hühner 6 Eier, every day“  war die knappe, aber beruhigende Antwort.  Das wären in seinem Fall pro Familienmitglied 2 Eier und das every day.  Klar! Da hat man irgendwann genug von.  Auch die Überlegung meinerseits, ob seine fleißigen Hühner diese jahrelange Ausbeutung nicht irgendwann satt hätten und einen unbefristeten Streik ausrufen würden, hat er zumindest einigermaßen glaubwürdig entkräftet.

Ich zitiere: „ Nö. Für sie bin ich immer noch Gott, dem sie ihre Opfer darbringen. Legitim . Oder!?“    Dagegen kann man wenig sagen, höchstens, dass er selber Atheist ist und  das Ganze dadurch einen seltsamen Beigeschmack bekommt.   Die Diskussion ist dann – in Zeiten wie diesen kein Wunder – wieder einmal ins Politisch- Aktuelle abgeglitten und ich meine mit „abgeglitten“ tatsächlich das „Abgeglitten“ mit negativer Konnotation.

Ich (lustig wie ich bin):“ Das möchte der Norbert  Hofer auch sein, ein Gott im Hühnerhof“.

Der Eierlieferant darauf: „Wobei mittlerweile das Durchschnittshuhn klüger ist als der Durchschnittswähler“.   Ich habe zu wenig Umgang mit Hühnern, um diese Aussage wirklich auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen zu können, deshalb  lass ich das  mal so stehen und kommentiere es nicht, sondern wende mich dem Rezept zu.

Spiegeleier mit Speck in Tomatensoße mit Rucola

Man nimmt  reichlich Olivenöl  (1/8 Liter tut es) erhitzt es  nicht allzu stark und brät darin ein paar Speckscheiben gemeinsam mit einer Knoblauchzehe kurz an. Es kann  auch jede Art von Schinken  sein.  Dann nimmt man Speck und Knoblauch aus der Pfanne und stellt den Speck beiseite. Die Knoblauchzehe hat ihre Schuldigkeit getan und geht den Weg alles Irdischen.  Im heißen Öl lässt man dann eine würfelig  geschnittene, entkernte Tomate schmelzen und  gibt dann einen Esslöffel Tomatenmark dazu und mischt alles gut mit dem Olivenöl. In diese Soße schlägt man zwei, drei oder mehr Spiegeleier. Dann nimmt man die Hitze zurück und lässt die Eier stocken, bis sie die jeweils präferierte Konsistenz haben. Speck und  Eier samt Soße richtet man auf einem Bett aus frischem Rucola an, der von den eher national Gesinnten auch als Senf-rauke bezeichnet werden darf.  Dazu schmeckt Weißbrot und Rotwein.                                                                                                                                           Ein deftiges Frühstück, zum Beispiel nach einer durchzechten Wahlnacht.

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