Heute Katzentag (Versuch der Bewältigung einer posttraumatischen Belastungsstörung)

 

Main Coon ist leider nicht meine neue  thailändische Freundin, sondern eine Katzenrasse. Eine der größten Katzenrassen der Welt mit einer Schulterhöhe von 40 cm.

Katzen sind ein intelligentes virales Programm,  das einen oder gleichzeitig mehrere Menschen befallen kann.   Um  sich optimal zu entfalten, sind allerdings mehrere Menschen nötig und eine passende Umgebung. Unser Haushalt ist von diesem Virus befallen.  Es gibt ein bekanntes Kinderbuch von Sven Nordqvist:  Findus und Pettersson. Es geht darin um einen höchst  eigenwilligen Kater  in einer grünen Latzhose.  Ich werde von zwei solchen Findussen mitbewohnt.  Sie sind aber noch nicht so weit vermenschlicht, dass sie Latzhosen tragen, obwohl sich der Rest der Familie redlich um eine Verwischung der Artgrenzen bemüht. Das bedeutet, dass sie, wie heutzutage die Kleinkinder, alles tun dürfen, wozu sie Lust haben,  zumindest in meiner Abwesenheit. Durchaus ein familiärer Konfliktstoff. Den Vormittag verbringen die Kater in ihren Schlafkisten im Flur unseres Hauses, träge vor sich hin dösend. Nur wenn der Briefträger kommt, blinzeln sie kurz und strecken sich einmal, was den Briefträger immer noch zusammenzucken lässt. Er hat sich noch nicht wirklich an die Größe der Viecher  gewöhnt.  Zu Mittag treibt der Hunger sie nach oben und  sie warten mit vorwurfsvollen Blicken  vor den Futterschüsseln. Sie fressen nur ein ganz bestimmtes Menü von irgendeiner Scheißkatzenfutterfirma, die vermutlich irgendwelche Drogen in diese gelatinöse Pampe mixt. Sie fressen nicht  beide das Gleiche, das wäre zu einfach für uns. Was der eine frisst, rührt der andere nicht an und  umgekehrt. Da sie ziemlich gleich aussehen, kann es passieren, dass der Mensch das Futter verwechselt. Dann bleiben sie einfach sitzen, starren zuerst wie abwesend geradeaus auf den Küchenschrank. Das bedeutet:“ Du hast genau zwei Sekunden Zeit um deinen Fehler wieder gut zu machen, du Fetzenschädel.“ Erfolgt die Korrektur nicht umgehend, dann folgt ein  strafender Blick gemildert durch einen Anflug von Mitleid: „ Du bist ein Idiot, weißt du das eigentlich?“ Aber auch wenn man schusselig ist, irgendwann  kriegt man es dann doch hin. Zum Dank dafür darf man sie dann streicheln. Aber auch das kann man falsch machen und dann kommt der erzieherisch wichtige Biss in den Handrücken. Also ja nicht auf den Kopf tapsen, das ist unter ihrer Würde, unverzeihlich sozusagen. Ihre Versuche das Haus zu verlassen, um die Nachbarkatzen einzuschüchtern  sind noch immer von der Sorge der Katzeneignerinnen überschattet, sie könnten  auf der Straße zu Tode kommen, da sie mit  den bevorzugten Nahverkehrsmitteln der Menschen nur geringe Erfahrung haben. Das würde zwar den Haushaltsetat gewaltig entlasten, hätte aber letztendlich nur neue Katzen zur Folge. Wahrscheinlich noch größere. Über die Nächte habe ich schon berichtet.  Sie öffnen die Türen, während wir schlafen. Dazu müssen sie nicht hochspringen, sondern sich nur ein wenig strecken, dann erreichen sie die Türschnalle. Sie heben das Telefon auf meinem Nachtisch ab, das dann wütend  tütet  und schlagen ihre Krallen in meine Zehen. Wenn ich versuche, sie zu vertreiben, flüchten sie unters Bett wo ich sie nicht erwische und warten dort, bis ich wieder eingeschlafen bin. Dann springe sie leichtfüßig mit einem Satz auf den Schrank neben meinem Bett um dort die nächste Aktion zu planen. Üblicherweise werde ich gegen 6 Uhr morgens geweckt,wenn einer  von den zweien oder beide nacheinander herunterspringen und auf meinem Brustkorb landen.  Guten Morgen, Freunde

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