Bioland

Nicht dass ich Tränen in den Augen habe, aber es freut einen, wenn die Deutschen, die sonst immer ein bisschen  mitleidig von den Össis reden, einmal etwas Gutes über uns sagen. So geschehen heute im ZDF. Die Össis, sind weltweit führend, was  die Biolandwirtschaft betrifft. Das hat der Nachrichtensprecher gesagt und man hat gespürt, dass ein gewisser Neid in seiner Stimme mitschwingt. Inzwischen sind gut 20% der Landwirte auf Biobetrieb umgestiegen und die  regionale Vermarktung funktioniert gut. Wir gehören zu jenen privilegierten Menschen auf der Welt, die die besten Nahrungsmittel direkt beim Bauern einkaufen können. Man sollte das aber nicht so stehen lassen, denn die Biolandwirtschaft  ist nicht unsere einzige Stärke, obwohl unerhört wichtig, denn mit der Landwirtschaft und deren Produkten haben wir täglich mindestens ein  Mal zu tun, mit anderen Dingen oft nur einmal im Leben. Wir bauen nämlich auch die besten Feuerwehrautos der Welt, und die besten Gleisbaumaschinen. Die besten Helikopter – Drohnen fürs Militär und die besten Pistolen leider auch. Aber dafür  haben wir die meisten Flüchtlinge aus Syrien im Verhältnis zur  Gesamtbevölkerung aufgenommen. Damit hadern zwar ein paar Politiker aus dem rechts- rechten Lager und versuchen das, was spontan an Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit aus der Bevölkerung kam und kommt, als Gutmenschentum und  Gefahr für das Land zu denunzieren. Man muss auch zugeben, dass wir bei den Integrationsangeboten für Zuwanderer und Asylanten anderen Ländern nachhinken, aber  die Integration  ist in Österreich meist eine  Frage von einer oder zwei Generationen, dann haben sich alle ehemaligen Ausländer an Schnitzel und Palatschinken gewöhnt und ziehen ihre Kinder damit groß.  Aber manche Leute scheuen sich halt davor, so weit zu denken. Alles was über die eigene Lebensspanne hinausgeht, entzieht sich dem Verständnis.  Die  Angst, jetzt etwas vom Reichtum abgeben zu müssen, ist einfach zu groß. Dass unser Reichtum aber auch in der Vielfalt und den damit verbundenen Möglichkeiten besteht, begreifen manche Menschen nicht. Und das Österreich nur eine Zukunft hat, wenn es weltoffen bleibt,  liegt auch auf der Hand. Ich bin heute ein wenig Stolz auf uns Österreicher und  darum gönn ich mir jetzt noch etwas vom delikaten Bio-Speck  denn meine Frau vorgestern  im Bioladen in Walding erstanden hat. Dazu Birnenmost oder ein Glas vom erstaunlich guten Weißwein, den der Schwiegervater unserer Reinigungsfachkraft aus dem Kosovo geliefert hat. Die verstehen nämlich auch etwas von der Landwirtschaft.

Ein Gedanke zu “Bioland”

  1. na, ich schimpfe immer(etwas mitleidig) über die piefkes und ihre grauenhafte esskultur bzw. in massen erzeugten u. importierten waren aller art, und ihren in massen erzeugten fernsehmüll(sie werden den amis immer ähnlicher), der das arme volk noch zusätzlich verblödet, die sind dann einfach leichter zu regieren und kann man besser über den tisch ziehen, wie bei CETA und TTIP, dann ist es aus mit unseren liebevoll gehegten und gepflegten, regional- und bio-produkten.

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