Warum Norbert Gerwald Hofer kein Nationalsozialist ist und die FPÖ keine Nazipartei

Teil 2

Noch einmal Geschichte:   Die Vorläuferpartei der FPÖ, der  VdU  (Verband der Unabhängigen), wurde 1949 von ehemaligen Nationalsozialisten und national gesinnten Liberalen gegründet. Der erste Parteichef, der aus diesem Verband  hervorgegangenen  FPÖ, war der SS-General Anton Reinthaller. Die FPÖ hat manche Ideen und Strategien des Nationalsozialismus nur wenig verändert übernommen. Z. B. den Ausschluss „Volksfremder“ von der allgemeinen Sozialversicherung, was auf eine Entsolidarisierung und Entdemokratisierung hinausläuft. Und die FPÖ bedient sich einer Art der politischen  Propaganda, die fast ausschließlich mit gehässigen Vorurteilen und Ressentiments gegen andere Gruppen auftritt.  „Heimatliebe statt Marokkanerdiebe“  ist mindestens so verabscheuungswürdig wie  „Deutsche kauft nicht bei Juden“.  Solche haltlosen Verunglimpfungen und Pauschalverurteilungen  waren immer schon geeignet, die Abgründe in der menschlichen Psyche freizulegen und eruptive Gewaltakte zu fördern.  Wir kennen das nicht nur aus der Geschichte, sondern nicht zuletzt durch vor kurzem erfolgte Brandanschläge auf Flüchtlingseinrichtungen in Österreich oder als ethnisch motivierten Völkermord im ehemaligen Jugoslawien, direkt vor unserer Haustüre. Was diese Propaganda betrifft, agiert die FPÖ inzwischen ähnlich wie eine Sekte, die ihren Anhängern die Informationen, die sie ihnen zukommen lässt, aufbereitet und selektiert und eigene Informationskanäle – vor allem und ganz bewusst im Internet – einrichtet, um diese gefilterte Information  an den Mann bzw. an die Frau zu bringen. Das Internet hat eine Welt geschaffen, in der es möglich ist, in seiner eigenen virtuellen Realität zu leben, mit ihrem eigenen inwendig konsistenten Gerüst von ‚Fakten‘, ohne sich je mit der Realität auseinandersetzen zu müssen. Man sieht, sucht und liest nur mehr das, was man eh schon glaubt und Lügen sind dann keine Lügen, denn  es stimmt alles mit der Online Realität überein. Gehirnwäsche nennt man das. Parallel dazu wird jede andere Informationsquelle als falsch oder einseitig diffamiert. Wortkreationen wie „Lügenpresse“, die von Josef Goebbels schon verwendet wurden und „rot-grüner Propagandasender“ für den ORF sollen die Glaubwürdigkeit der Journalisten überhaupt in Zweifel ziehen, vor allem wenn sie negativ über die FPÖ oder deren Führer  berichten.  Gleichzeitig transportiert diese Propaganda bewusst pseudoreligiöse Inhalte oder bezieht sich in ihrer Aussage auf religiöse Topoi. Wenn Norbert Gerwald Hofer bei der Welser Messe ins Publikum brüllt: „Ich bin bei euch!“ und frenetischen Applaus erntet, dann zitiert er die Bibel und stilisiert sich   zum Erlöser, der diesen Satz  – „Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt“- nach der Auferstehung zu seinen Jüngern sagte. Hofers Verhalten bei Diskussionen wird von Journalisten und  Fachleuten beinahe bewundernd zu einer   rhetorischen Feinarbeit hochstilisiert. Er war ja NLP Trainer und sei sozusagen ein perfekter Rhetoriker. Von diesem Mythos ist nicht einmal die Hälfte richtig. Natürlich bedient er sich der Techniken des NLP. Er verwendet aber lediglich vier oder fünf simple Tricks, die man auch geistig unterbelichteten Politikern rasch antrainieren kann, um den jeweiligen Gesprächspartner aus der Fassung zu bringen oder ihn ständig zu unterbrechen. Eine destruktive Art der Gesprächsführung, die über die fachlichen Lücken, die sich bei ihm in allen Bereichen auftun, hinwegtäuschen soll.  Für eine gute, sinngebende Gesprächsführung, die mit sprachlichen Fertigkeiten glänzt, fehlt ihm die Eleganz und das Verständnis. Und wer sich  die Gesprächsrunden mit Hofer angeschaut hat, soll jetzt einmal versuchen, sich an ein einziges Sachthema zu erinnern, das Hofer in diesen Gesprächen ernsthaft debattiert hat. Er wird keines finden. In dieser Hinsicht ist er das österreichische Pendant zu Donald Trump.

Ähnliche Erfolge mit ähnlichen rhetorischen Spielereien und Propagandamitteln feierte schon Jörg Haider, der in Kärnten bis heute von einem Teil der Bevölkerung nachgerade religiöse Verehrung erfährt, obwohl er ein gewissenloser Egoist und Populist war, der eines der größten finanziellen Desaster der zweiten Republik verursacht hat.   Sein spektakulärer Abgang hat zu dieser religiösen Verklärung noch beigetragen. Menschen, die nicht selber denken wollen oder können, verlassen sich auf solche Führer, denen sie die Verantwortung für das eigene Leben übertragen. Dafür sind sie auch bereit,   diese Führer in ein religiös überhöhtes Licht zu stellen und selbst den größten Schwachsinn, den diese von sich geben, zu glauben und zu verteidigen. Der Antrag im Nationalrat  von Norbert Hofer am 6. September 2013, in dem er die Meinung vertritt, dass die Wolken am Himmel nicht normal sind, und er dafür Flugzeuge verantwortlich macht, die Chemikalien über die ganze Welt versprühen – sogenannte Chemtrails, ist so ein Beispiel für eine paranoide Idee, die im rechten Lager  Gläubige findet. Andere würden dafür  in der Psychiatrie landen.                                                                                                                                           Und wenn Heinz Christian Strache im Bierzelt schreit: „Norbert, wir brauchen dich, du bist ein Schutzherr für Österreich!“ dann wird auch  an diese dumpfen religiösen Gefühle appelliert und damit die Vernunft ausgeschaltet. Desgleichen die Hofer-Wahlplakate. Hier wird gleich der liebe Gott bemüht und es ist nicht klar, ob es sich um eine Anbiederung an religiöse Kreise handelt  oder ebenfalls der Nimbus des Numinosen geschaffen werden soll. Niemand sonst in der österreichischen Politik bedient sich solcher  manipulativer, verhetzender  Techniken und  solcher Rhetorik und zwar besteht diese Zurückhaltung bewusst und aus gutem Grund: Wenn Politik ausschließlich  aus Hetze gegen andere besteht, kann das nur in die nächste Katastrophe führen. Was die FPÖ macht, ist brandgefährlich. Wir haben in Österreich kein Ausländerproblem – das wird von der FPÖ herbeigeredet – wir haben ein FPÖ Problem!

Fortsetzung folgt

4 Gedanken zu „Warum Norbert Gerwald Hofer kein Nationalsozialist ist und die FPÖ keine Nazipartei“

  1. Nun, Norbert Hofer kann im Gegensatz zu seinem brandgefährlichen Pedant „Trump“ keinen dritten Weltkrieg entfachen, jedoch wäre ein PB Hofer für das Ansehen Österreichs eine verheerende Optik, und sofort wären wir Ösis wieder als Nazis verschrien. Ich habe bei Gott schon meine Kämpfe mit den blau-braunen Zwetschken und Dörrpflaumen(Fan-club der FPÖ) ausgefochten, in versch. Foren, aber kaum schlug ich ein Dummköpfchen(metaphorisch gemeint) ab, wuchsen statt dessen zwei neue nach, wie bei einer Hydra. Auch wurde ich schon aus einem Forum hinausgeschupft, weil mir ein Fpö-anhänger der in der Zensur sass, aufgesessen ist. Von selbstbewussten Frauen halten ja die Fpö-anhänger auch nicht allzuviel, mit Sprüchen wie Frauen zurück an den Herd usw., was uns ihre mittelalterlichen Ansichten recht deutlich veranschaulicht. So habe ich mich nach allen Regeln der Schreibkunst mit den sehr einfach gestrickten FPÖ-Sympatisanten herumgeschlagen und beflegelt, aber eines konnte ich in meinem Studium über Massenmanipulation oder Verdummung der Massen feststellen, dass keine intelligente Strategie hinter der Fpö-Politik steckt, wie einmal eine Zeitung zu behaupten versuchte sondern nur simple Aufhetze und Hassparolen(selbst da noch grottenschlechtes Abkupfern von anderen) mehr nicht, aber leider haben hier schon die die digitalen Medien(Fernsehen, Internet, Facebook & CO) ganze Arbeit geleistet, damit den Bürgern das kritische und hinterfragende Denken abgenommen. Für die meisten der Masse ist es viel bequemer denken zu lassen, als sich dabei selbst zu bemühen, wie beim Navi halt, das einen in die Irre führt, wenn man seinen gesunden Hausverstand ignoriert bzw. sein Hirnkastl nicht einschaltet und sich strikt auf ein techn. Gerät verlässt.
    Man kann nur hoffen, dass das unberechenbare „Trumpelstilzchen“ nicht die Wahlen in der USA gewinnt, denn das hätte eine fatale Vorbildwirkung für die FPÖ-Wähler in Österreich, und würde sie in ihrem Irrglauben noch bestätigen.
    Hier noch ein Spruch von mir ersonnen: „Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Trumpelstilzchen heiß, heute lüg ich, morgen stehl ich, übermorgen hol ich mir der Königin(Clinton) ihr Kind(Wählerschaft), ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Trumpelstilzchen heiß“.

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    1. habe noch einen abgekupferten spruch auf lager, den ich zu einem meiner lieblingssprüche bzw. zitate zähle: „sagt der rechtsanwalt zum richter, herr rat mein mandant verblödet mir unter der hand“. diesen kann man auf alle möglichen dolme wunderbar ausrichten. und noch ein spruch den man goethe zuordnet.
      Die Haustürklingel an der Wand,
      der Mädchenbusen in der Hand
      sind beides Dinge wohl artverwandt.
      Denn, wenn man beide leis‘ berührt,
      man innen drinnen deutlich spürt,
      dass unten draußen einer steht,
      der sehnsuchtsvoll nach Einlass fleht…

      Johann Wolfgang von Goethe

      gab das mal in der sauna zum besten, und ließ den leuten nach jedem satz, zeit um das gesagte zu begreifen, kam dann ganz gut an. ja, ja der goethe war schon ein schlawiner….auch wenn er das nicht geschrieben haben sollte.

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    2. normalerweise kupfere ich keine sprüche ab, ab diese zwei sind meine lieblingssprüche. sagt der rechtsanwalt zum richter: „herr rat, mein mandant verblödet mir unter der hand“, kann man wunderbar auf jeden dolm ausrichten. und dieser wurde goethe zugeordnet:
      Die Haustürklingel an der Wand,
      der Mädchenbusen in der Hand
      sind beides Dinge wohl artverwandt.
      Denn, wenn man beide leis‘ berührt,
      man innen drinnen deutlich spürt,
      dass unten draußen einer steht,
      der sehnsuchtsvoll nach Einlass fleht…

      Johann Wolfgang von Goethe

      habe de letzteren in der sauna zum besten gegeben und extra nach jedem satz eine pause eingelegt, um den zuhörern die gelegenheit zu geben um das gesagte zu begreifen, kam dann ganz gut an beim sauna-publikum…

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