Gefahr in Verzug oder die Mc Donaldisierung der Medizin

Seit Jahren wehren  wir Ärzte uns gegen eine Vereinnahmung des Gesundheitssystems durch private Investoren. Jetzt hat die Politik einen neuen Anlauf genommen, die medizinische Versorgung der Bevölkerung den Kapitalgesellschaften zuzuschanzen.  Die neuen Gesetze, die demnächst beschlossen werden, beinhalten den  Vorrang  von Ambulatorien vor den  freiberuflichen Ärzten. Damit nicht genug,  können sowohl die Länder als auch die Kassen Verträge mit privaten Investoren abschließen. Das heißt, dass es zum Beispiel einer Firma Hartlauer, deren Fotohandel viel Geld abwirft möglich wird, dieses Geld in Ambulatorien zu investieren. Dort versorgen dann angestellte Ärzte den ganzen Bezirk. Die Ambulanzen werden in den größeren Orten sein und die kleineren Gemeinden werden das Nachsehen habe. Diese Ärzte sind gehalten, den Gewinn der Firma zu optimieren, werden also Leistungen anbieten, die der Firma nützen und nebenbei auch noch ein wenig Handel mit Kosmetik oder Sonstigem betreiben.  Ich weiß, ich male den Teufel an die Wand, aber Tatsache ist, dass diese Gesetzgebung  eine totale Zerschlagung der derzeitigen Strukturen zugunsten von gewinnorientierten Kapitalgesellschaften bringen wird. Das Argument, das von den neoliberalen Krämerseelen verwendet wird, nämlich dass die Konkurrenz den Markt belebt und langfristig die Versorgung billiger macht, lasse ich nicht gelten. Man muss nur nach Amerika schauen. Das amerikanische Krankensystem ist das kostspieligste der Welt. Dort sind Arzneimittel so teuer wie nirgends sonst und es gibt keine fixen Kostensätze für medizinische Behandlungen. Im Jahr 2015 waren deshalb mehr als 15% aller Amerikaner ohne Krankenversicherung, weil sie sich das einfach nicht leisten können.
Die geplante österreichische Gesetzgebung wird  langfristig die Gesamtkosten des Gesundheitssystems nicht senken und  wird vor allem die Qualität nicht verbessern. Es wird lediglich die Umverteilung der Finanzströme  von unten nach oben beschleunigen.

Am 14. und 15. Dezember 2016 steht die Beschlussfassung der Artikel 15a  B-VG-Vereinbarung und des Vereinbarungsumsetzungsgesetzes 2017 auf der Tagesordnung im Nationalrat. Es ist der Todesstoß für den freien Arztberuf.

Ein Gedanke zu “Gefahr in Verzug oder die Mc Donaldisierung der Medizin”

  1. jede privatiserung ist nicht zum wohle der menschen und mitbürger, (sondern auf max. gewinnmaximierung ausgelegt), und schon gar nicht im gesundheitswesen.
    ich habe mich schon des öfteren gefragt, wie man den sehr psychisch und physisch fordernden arztberuf so lange zeit rel. unbeschadet überstehen kann, und bin zu dem schluß gekommen, dass man da schon ein absoluter menschenfreund sein muss(natürlich gibt es da ebenfalls ein paar schwarze schafe wie in jedem beruf), aber im allgemeinen schätze ich ärzte als den inbegriff der menschenfreunde mit einer hohen sozialen intelligenz bzw. kompetenz ein, und sie haben meinen höchsten respekt und meine hochachtung bzw. wertschätzung für ihre aufopfernde arbeit.
    und besonders sie, den ich nach langer suche endlich gefunden habe, stechen aus der ärzteschar noch heraus, als hervorragender mediziner, der seinen beruf zur berufung gemacht hat, und der auch die sorgen und ängste der patienten versteht.

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