Kaffee Latte

 

Am Westbahnhof in Wien gibt es eine Filiale der Firma Starbucks. Das Erfolgsrezept der Kaffeesiederkette  ist eine Interpretation der italienischen  Baratmosphäre auf amerikanische Art.

( „Es gibt kaum eine Marke, die weltweit mit so viel Strahlkraft auf die Kaffee-Fans wirkt wie Starbucks. Starbucks Filialen auf der ganzen Welt haben tausende Kunden, die täglich Kaffee, Espresso und Tee in Massen konsumieren und die Marke Starbucks verehren. Starbucks war von Anfang an anders als andere Unternehmen – ein Unternehmen, das nicht nur Kaffee und dessen reiche Tradition zelebriert, sondern das auch ein Gefühl von Zusammengehörigkeit erzeugt.  Unsere Mission besteht darin, Menschen in jeder Umgebung zu inspirieren und zu fördern – Tasse für Tasse, Kaffeetrinker für Kaffeetrinker.)

Soweit die Selbstdarstellung des Konzerns.

Benannt ist die Firma nach dem  Steuermann Starbuck in Hermann Melvilles Roman Moby Dick.  Warum, das weiß nur der Gründer der Firma wirklich. Angeblich um an die ersten Kaffeehändler zu erinnern, die bei diesem Handel logischerweise  auf die christliche Seefahrt angewiesen waren.

Sei es wie auch immer….                                                                                                                            Die smarten Jugendlichen, die hinter dem Tresen dienstbeflissen ihre Arbeit machen, sind stets freundlich und wenn man, wie ich, einen Kaffee latte grande bestellt, füllen sie das Bestellte in einen großen Pappbecher. Das ist der erste große Fehler finde ich. Dann werde ich nach meinem Namen gefragt. Ich bin eine wenig verblüfft und frage mich wozu ein Kaffeesieder meinen Namen braucht und mir dämmert es erst, als die junge Dame nach einem Filzstift greift und den Becher hoch hält und mich fragend anschaut. „Ah“,  stammle ich, „Fred“. „Hallo F r e d“, sagt sie gedehnt  und schreibt „Fred“ auf den Becher, der jetzt wohl definitiv mir gehört. Nur zahlen muss ich noch und deshalb reihe ich mich vor der Kasse ein.  „Hallo Fred“, sagt der Kassier und nimmt mir 3,85 Euro ab. Dann suche ich auf einer der langgezogenen Sitzbänke im ziemlich vollen Lokal einen Platz,  um auf meinen Zug in die Heimat zu warten. Neben mir sitzen Ben und Elfie und unterhalten sich über  ihre  gemeinsame Freundin Klara,  an der sie kein gutes Haar lassen und dann beenden sie das Gespräch abrupt  und versinken in die Betrachtung  bunter Bilder auf ihren Smartphones.   Mein „Fred“ Becher ist nach einer Weile leer und ich bestelle mir noch einen Espresso doppio um smarte 2,75 Euro. Der Becher wird jetzt nicht beschriftet, und ich frage mich ob er dazu zu klein ist, oder ob die Beschriftung entfällt, weil sie mich schon kennen und ich bis jetzt keine unguten Eindruck auf sie gemacht habe. Der Espresso ist… nun ja, so intensiv wie das italienische Flair, und das Zusammengehörigkeitsgefühl hier drinnen und meine Verehrung hält sich in Grenzen. Ich beschließe mich bei meinem nächsten Zwangsaufenthalt mit dem Namen „Rtlpfrmpft“  vorzustellen. Mal sehen ob sie das schreiben können.

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