Asparagus officinalis

 

Die Welt ist voller Ungemach und manchmal braucht man deshalb einen kleinen Trost. Dazu gehört neben menschlicher Nähe und Zuwendung auch  erbauliche Literatur und  der Konsum alkoholischer Getränke.  Selten verfehlt  gutes Essen seine Wirkung als  leichtes Antidepressivum. Das liegt daran, dass ein voller Magen dem Gehirn des Jägers und Sammlers die Botschaft vermittelt, dass die grundlegenden Bedürfnisse befriedigt sind und  somit jetzt  Zeit für das, in der Reihenfolge  Nächste ist, zum Beispiel für die Fortpflanzung oder den Bau einer Destillieranlage.

Aktuell bietet sich ein sorgsam zubereitetes Gericht aus dem saisonal üppigen Angebot der   Spargelbauern an. Spargel ist als Gemüse und Heilpflanze seit langem bekannt.  Er enthält reichlich  Vitamin C, Vitamin E und die für das Nervensystem wichtigen B-Vitamine. Als besonderen Inhaltsstoff enthält Spargel die Asparaginsäure. Sie regt die Nierenfunktion an und wirkt somit entwässernd. Der hohe Gehalt an Purinen kann allerdings einen Gichtanfall auslösen, vor allem im Zusammenhang mit größeren Alkoholmengen.

Mein Rezept für Spargel erscheint nur auf den ersten Blick kompliziert. Mit etwas Phantasie kann man die auftretenden Probleme aber leicht lösen.                                     Man nehme eine adaequate Menge Spargel, der entsprechend vorbereitet und von allen ungenießbaren Teilen befreit wurde. Was man jetzt idealerweise braucht ist ein Folienschweißgerät, das es erlaubt den Spargel wasserdicht und vakuumiert zu verpacken. Alternativ tut es auch ein großer thermoresistenter Gefrierbeutel. In diesen gibt man den Spargel, dazu eine Prise Salz, einen Teelöffel Zucker, den Saft einer halben Orange und ein  Stück Butter von der Größe eines Hühnereis. Dann saugt man die Luft aus dem Beutel und verschließt ihn so fest das geht, am besten wohl mit einem Bindfaden. Ab damit in einen Topf mit kochendem Wasser und dann die Temperatur soweit zurückregulieren, dass das Wasser nicht mehr kocht. Für Kontrollfreaks – 85 Grad wäre die ideale Temperatur und ca 25 bis 30 Minuten die Zeit, die der Spargel braucht, um gar zu werden. Eine Soße Bernaise, Butterkartoffeln, leicht angebratener Schinken oder Onsen Eier, deren Zubereitung  ich an anderer Stelle bereits geschildert habe, sind eine ideale Begleitung. Falls man die Soße Bernaise selber zubereitet,  kann man die Orangensaft-Buttermischung aus dem Beutel langsam unter die über Wasserdampf schaumig geschlagenen Eier rühren. Das Ergebnis ist Trost vom Feinsten

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