Kurz droht Afrika

Die gestrige  Schlagzeile auf den Titelseiten von Kronenzeitung und O.Ö Nachrichten  hat gute Chancen zur lächerlichsten Schlagzeile aller Zeiten zu avancieren. Sebastian Kurz droht die Entwicklungshilfe für afrikanische Staaten, die ihm nicht Folge leisten, zu kürzen. Der Bericht zeigt in erster Linie,  wie ignorant und überheblich sowohl die verantwortlichen Redakteure als auch der Herr Kurz aus ihrem elitären Kindergarten-Mikrokosmos auf eine von ihnen nicht verstandene Welt blicken.                                       Nur Kronenzeitungsleser in ihrem Froschteich  können glauben, dass sich nach dieser Drohung Afrika kollektiv angeschissen hat und demnächst eine Delegation aus Afrika bei „Bwana Kurz“ um Vergebung ansucht. Vielleicht haben sie ja alle zusammen – Sebastian inklusive – in Geographie nicht aufgepasst und halten die Mercatorprojektion,  in der üblicherweise Weltkarten erstellt werden, für die reale Sicht der Dinge. Die Mercator-Projektion ist eine nach dem Kartografen Gerhard Mercator benannte Form der Kartenprojektion, bei der die Projektion in Richtung der Zylinderachse verzerrt ist, um eine winkeltreue Abbildung der Erdoberfläche zu erreichen. Aber  die Mercator-Projektion ist weder flächentreu  noch richtungstreu, d. h. Flächeninhalte haben an verschiedenen Stellen der Abbildung unterschiedliche Maßstäbe und so erscheint uns  Afrika auf der Weltkarte wesentlich kleiner als es tatsächlich im Verhältnis zur übrigen Welt ist.                                                                                                                                                     Hier Österreich, ein Fliegenschiss auf der Weltkarte. Da  Kurz, ein  sich selbst überschätzender Studienabbrecher, der von den verführerischen Verheißungen der VP  Politiker,  die ihn mangels eigener Kompetenz und Potenz zum Jungstar und Kanzlerkandidaten hochgelobt haben, geblendet ist .  Dort  Afrika.  Afrikas Fläche von 30,2 Millionen km² entspricht etwa 22 % der gesamten Landfläche des Planeten. Afrika hat eine Bevölkerung von gut 1,1 Milliarden Menschen. Afrika ist größer als die USA, China, Indien, Japan und Europa zusammen. Oder anders betrachtet, addiert man zur Fläche der USA die von China, Indien, Mexiko, Peru, Frankreich, Spanien, Papua Neuguinea, Schweden, Japan, Deutschland, Norwegen, Italien, Neuseeland, Großbritannien, Nepal, Bangladesch und Griechenland, dann hat man die Größe Afrikas erreicht. Wenigstens fast.  In Afrika werden 2138 Sprachen gesprochen und es gibt tausende verschiedene Völker, die in 56 teils riesigen Staaten zusammen  leben.  Wenn man mit dem Flugzeug vom Norden, also zum Beispiel von Casablanca, zur Südspitze, nach Kapstadt, fliegt, ist man 10 Stunden unterwegs. Afrikas Längenausdehnung beträgt  mehr als 7000 Kilometer. Und Afrika ist es scheißegal, ob der juvenile Außenminister eines europäischen Zwergstaates irgendjemandem droht.  Das, liebe Kronenzeitungs- und Nachrichtenleser, wird dort nicht wahrgenommen. Die Schlagzeile ist nur für euch Wähler gedacht, um dem Sebastian Kurz die Aura des Bedeutsamen zu verleihen, als wäre er jemand, der Afrika in die Schranken weisen könnte, als würde sich die ganze Welt mit seinen Statements befassen. Damit ihr bei der nächsten Wahl glauben könnt, dass eure Stimme nicht für den Hugo ist. Aber egal, wenn ihr wählt, in Afrika interessiert das keinen Lemuren. Noch ein Vergleich gefällig? Mit seinen 30.221.532 Quadratkilometern ist Afrika schon fast so groß wie der Mond. Der hat eine Oberfläche von 37.932.330 Quadratkilometern. Die Schlagzeile sollte also besser  lauten: Sebastian Kurz bellt den Mond an.

Ein Gedanke zu “Kurz droht Afrika”

  1. Prinzipiell leistet der kleine Verein oder Privatmann/frau mehr nachhaltige Entwicklungshilfe(Medizin, sauberes Trinkwasser, Schulbildung, Nahrung) vor Ort(denn dort kommt das Geld auch wirklich an, bei den Menschen selbst), als die großen Hilfsorganisationen bzw. internationalen Hilfsfonds bzw. Spendenorganisationen, wo das Geld in korrupte Regierungen oder in den Verwaltungsaufwand fliesst, Spenden ist ja recht schön und gut, nur sollte man schauen wohin das Geld dann in Wirklichkeit verschwindet.
    Das einzige was hier Wirtschafts(-flüchtlingen) wirklich nützt ist Schulbildung und das Erlernen eines Berufes, der sie selbständig und unabhängig macht, auch in jedem anderen Land oder im Heimatland selbst. Unser Sozialsystem erzieht viele Nutzniesser zu unselbständige und system-abhängige Konsumtrottel und das sollte nicht Sinn der Sache sein. Wenn man bedenkt was man mit diesen finanziellen Mitteln in deren Heimatländern(vorausgesetzt es herrscht dort kein Krieg) alles bewegen könnte, natürlich nur als Direkthilfe vor Ort.

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