Der Stoff aus dem wir sind

H 375000000, O 132000000, C 85700000, N 6430000, Ca 1500000, P 1020000, S 206000,Na 183000, K 177000, CL 127000, Mg 40000, Si 38600, Fe2680, Zn 2110, Cu 76, I 14, Mn 13 F 13, Cr 7, Se 4 Mo 3, Co 1

Das ist die Formel jener Elemente die den menschlichen Körper ausmachen. Damit vor mehr als 4 Milliarden Jahren die Erde entstehen konnte, bedurfte es einer gewissen Vorarbeit: In den riesigen, glühenden Gaswolken, die der Urknall freigesetzt hat und die sich durch die Gravitation zu Sternen verdichteten, entstand aus der Fusion von zwei Wasserstoffatomen das Element Helium und eine riesige Menge Energie die den Prozess am Laufen hielt. Wenn der Wasserstoff zur Neige ging, wurden drei Heliumkerne bei einer Temperatur von 100 Millionen Kelvin zu Kohlenstoff fusioniert und so entstanden nach und nach immer schwerere Elemente bis zum Eisen. Eisen braucht zur Fusion mehr Energie als beim Verschmelzungsprozess entsteht. Dann kommt der Sternenreaktor zum Stillstand. Aber Eisenkerne können unter gewissen Umständen Energie absorbieren, das ist als würde eine Kernreaktion umgekehrt ablaufen, was letztendlich zu einer gewaltigen Kettenreaktion und dadurch zu einer katastrophalen Explosion führt. Diese Explosion setzt dann in wenigen Sekunden so viel Energie frei wie unsere Sonne in ihrer ganzen Lebenszeit erzeugt. Dadurch werden dann auch schwerere Elemente wie Kobalt und Cäsium erzeugt. So eine Explosion nennt man Supernova. Solche Supernovae haben dann die schwereren Elemente gleich auch noch im Universum verteilt. Alle Elemente in unserem Körper, die schwerer sind als Eisen, stammen aus einer Supernova. Alles was im Kernreaktor der Sterne entstanden ist, bildet komplexe Moleküle, die in der Lage sind, auf seltsame Weise miteinander zu interagieren: Sie versammeln sich zu abgegrenzten und sich selbst reproduzierenden Einheiten, die sich wiederum zu größeren Verbänden zusammenschließen, um in dieser Form hochkomplizierte Aufgaben zu bewältigen. In Verbindung mit Wasser entstehen Strukturen, die wir als lebendig bezeichnen. Diese lebendigen Strukturen können sich an vielfältigste Umgebungsbedingungen anpassen und sind in der Lage so viel Energie aus anderen Molekülen zu erzeugen, dass sie der Entropie ein Schnippchen schlagen und lange Zeit stabil bleiben. Darüber hinaus können diese Molekülansammlungen in einem bis heute nicht verstandenen Prozess Erinnerungen generieren. Sie können einen Istzustand mit einem vorherigen Zustand vergleichen und dadurch Erkenntnis gewinnen. Erkenntnisse über die Welt und über andere molekulare Strukturen, die den eigenen ähneln und so letztlich Erkenntnis über sich selbst gewinnen oder über sich selbst nachdenken. Schade nur, dass diese molekularen Konglomerate vergessen haben, woher sie stammen und dass sie alle, ohne Unterschied, aus dem gleichen Material gemacht sind, nämlich aus Sternenstaub.

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