Judenschal

Es ist nahezu unfassbar, wie lethargisch und blöd wir in Österreich geworden sind. Wir sehen ungerührt dabei zu, wie Schritt für Schritt protofaschistische Gesetze unsere Freiheiten einschränken. Nach entsprechender medialer Vorbereitung – jahrelang wurde jetzt das Gespenst einer Islamisierung beschworen – wird nun das Netz um uns alle enger gezogen. Wie im Dritten Reich, das sich die Juden zum inneren Feind erkoren hatte, treten ÖVP und FPÖ zur Wahl im Wesentlichen mit einem einzigen Argument an, nämlich dem Versprechen, uns vor dem bösen Islam zu beschützen, und gewinnen mit diesem Pseudoargument die Wahl. Im Dritten Reich begann es damit, dass Juden gezwungen wurden, in der Öffentlichkeit einen gelben Stern auf ihrer Kleidung zu tragen. Damit waren sie als das gekennzeichnet, was die nationalsozialistische Propaganda ihnen jahrelang unterstellte, nämlich unredliche, gierige Menschen zu sein, die eine Verschwörung gegen ihre deutschen Mitbürger, ja gegen die ganze Welt planten. Jetzt geschieht gerade dasselbe, nur dass man niemand zwingt, sich zu kennzeichnen, sondern umgekehrt jeden unter Generalverdacht stellt, der – so absurd das auch sein mag – sein Gesicht verbirgt. (Man erinnere sich an die islamische Religionspolizei, die die Einhaltung der Scharia vor allem aber die Einhaltung der Bekleidungsvorschriften für Frauen rigide kontolliert. Was tun wir gerade?) Und wie ernst es unseren Religionspolizisten ist, das durchzusetzen und die Allgemeinheit zu verunsichern und in Angst zu halten, zeigen sie damit, dass sie ungerührt jeden, selbst das Parlamentsmaskottchen oder den Lego-Mann in der Spielzeughandlung schikanieren und maßregeln. Und das wird in der Presse auch entsprechend berichtet, damit jeder weiß, was ihn erwartet. Das erzeugt vorauseilenden Gehorsam. Ich wette, dass sich in den letzten Tage einige Österreicher überlegt haben ob sie einen Schal überhaupt als Bekleidungsstück noch in Erwägung ziehen sollen. Auf einmal ist nicht mehr die verschleierte Islamgläubige das Ziel der Attacken, sondern wir sind es, die man zu Gehorsam gegenüber der Obrigkeit zwingen will. Plötzlich sind wir Bürger nicht mehr der Staat, sondern wir sind Subjekte, die sich einer übergeordneten Elite und deren Gesetzen unterwerfen müssen. Eine deutsche Psychologin, die mit Schal vor dem Gesicht auf ihren Fahrrad angehalten und beamtshandelt wurde, hat bei Facebook ihr Entsetzen darüber zum Ausdruck gebracht. Unter einem FPÖ-Innenminister wird wohl die allgemeine Ausweispflicht wieder eingeführt und willkürliche Kontrollen und Bespitzelung können zum Alltag werden, an den wir uns gewöhnen. Der Druck wird solange erhöht, bis wir nachgeben. Die diversen, von der FPÖ installierten und geführten Stadtwachen, die unter unser aller Augen eingerichtet wurden und vorwiegend mit Gesinnungsgenossen besetzt wurden, stellen jetzt schon einen nicht unerheblichen Machtapparat dar und können rascher als wir uns am Arsch kratzen können, als Sturmtruppen der FPÖ eingesetzt werden. Und dann ist es nicht mehr weit zu dem Tag, an dem Schalträger gezwungen werden, mit der Zahnbürste den Gehsteig zu reinigen.
Wehret den Anfängen.

http://linkswende.org/fpoe-stadtwachen-wollen-mit-bettlern-aufraeumen/
https://www.profil.at/oesterreich/stadtwache-linz-fpoe-vorzeigeprojekt-kritik-373766
http://linkswende.org/fpoe-gudenus-will-schlagstocktruppe-in-wien-aufbauen/
http://derstandard.at/2000066402193/Der-Schal-als-Burka

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