Sparefroh

Das waren noch Zeiten, als wir am Weltspartag unsere Sparbüchsen zur örtlichen Raiffeisenkasse brachten und ein Schachtel Buntstifte bekamen mit einem drauf gemalten Sparefroh. Mit dem Ersparten der Kinder verdient der Raiffeisenkonzern inzwischen nicht mehr wirklich gut, dafür hat er alles was sonst noch Geld bringt an sich gerissen und in manchen Bereichen, zum Beispiel der Landwirtschaft, eine absolute Monopolstellung erlangt.
Ebenfalls als Sparefroh erweist sich jetzt Sebastian Kurz.
Gemeinsamer Kassasturz von ÖVP und FPÖ und plötzlich heißt es: Hoit aus, mi miassn spoarn! Vor der Wahl waren noch Steuersenkungen im Bereich von 17 Milliarden möglich und jetzt ist plötzlich eine akute Finanznot ausgebrochen. Die gleichen Budgetzahlen, die der ÖVP Finanzminister vor einigen Wochen nach Brüssel geschickt hat, und die Kurz freudig als Grundlage für eine Steuersenkung betrachtet hat, sind jetzt über Nacht so schlecht, dass uns allen medial signalisiert wird, dass gespart werden muss. Ja wie jetzt? Nicht einmal die sonst eher knausrigen EU Bilanzbuchhalter glauben das. Zum Thema Budgetloch und einem möglicherweise notwendigen Sparpaket in Österreich hat sich jetzt die EU-Kommission zu Wort gemeldet. Und die sehen sehr wohl einen Konsolidierungsbedarf, aber dass die Zahlen so schlecht sind, können sie aus dem, was Schelling ihnen geschickt hat, nicht nachvollziehen. Irgendwie kriegt man das Gefühl nicht los, dass die schon lange geplanten Einsparungen im Sozialbereich und in der Kultur damit vor der Wählerschaft gerechtfertigt werden soll, indem man die Finanzsituation wesentlich schlecher darstellt, als sie ist. Gleichzeitig sollen aber für die mächtigen Unternehmesgruppen wie den Raiffeisenkonzern die Steuern gesenkt werden.
Was die Konjunktur antreibt ist ein steigender Privatkonsum und Investitionen in innovative Betriebe. Aber die geplanten Steuersenkungen sind für Kleinbetriebe und Start ups nicht wirklich relevant. Tatsache ist, dass das Geld in den Taschen der Großaktionäre bleibt, die sowieso nicht mehr wissen wohin mit der Kohle. Aber genau dafür steht die ÖVP. Und Konzerne wie Raiffeisen wissen wie man das zuwege bringt.
Sechs Nationalratsabgeordnete (alle ÖVP) üben Funktionen im Raiffeisensektor aus, zwei weitere sind über Firmengeflechte mit dem Raiffeisen-Imperium verbunden. Genug Abgeordnete, um einen eigenen Parlamentsclub gründen zu können. Der könnte dann vielleicht wieder den Sparefroh als Maskottchen verwenden.

https://www.meineabgeordneten.at/News/detail/Raiffeisen.-Auch-in-der-Politik-ein-Machtfaktor

Klicke, um auf ecfin_forecast_autumn_091117_at_en.pdf zuzugreifen


https://www.parlament.gv.at/WWER/PAD_00039/
http://theaustrianbankerspiderweb.blogspot.co.at/2015/05/raiffeisen-wie-der-alleinherrscher-zu.html

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s