Zahnpasta-Lächeln

Und wieder einmal sind die Österreicher auf einen Werbespruch hereingefallen. Dieser Werbespruch hieß : Veränderung.
Für alle die sich irgendwie unwohl, unerfüllt, unerhört oder sonst wie unpässlich fühlen ist – Zweckoptimismus natürlich vorausgesetzt – Veränderung etwas Erstrebenswertes. Auch der Benutzer einer Zahnpasta, dessen Zahnfleisch blutet und der vom Rauchen gelbe Zähne hat, erwartet sich von einer Zahnpasta Veränderung dieses misslichen Zustandes. Er ist enttäuscht, wenn sich dann herausstellt, dass weder die Zähne weißer als weiß werden noch das blutende Zahnfleisch Besserung erfährt. Bei einer Regierung, die kryptisch und ohne genauere Details zu nennen, Veränderung verspricht, ist man in meinem Alter sowieso schon misstrauisch. Man weiß, dass die Werbung nie das hält was sie verspricht, und nach dem Prinzip funktioniert: Je dreister die Lüge, desto eher wird sie geglaubt. Wenn dann die Veränderung darin besteht, dass die Kindergartenbetreuung teurer wird und die Arbeitszeit von 8 auf 12 Tagesstunden und von 40 auf 60 Wochenstunden erhöht wird und die Rauchergesetze entgegen jeder wissenschaftlichen Erkenntnis und nur zu Gunsten der Tabakindustrie wieder rückgängig gemacht werden, dann wird klar: Lügen, Lügen, Lügen. Was marktschreierisch angepriesen wurde ist eine türkise Mogelpackung in braunem Packpapier. Was bleibt ist das Zahnpasta-Lächeln des bestbezahlten Maturanten Österreichs.

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