Cui bono?

Warum haut sich eine Partei die eher für Zwangsmaßnahmen und Restriktionen bekannt ist dermaßen in die Bresche, wenn es um die Freiheit der Raucher geht. Würde sie dasselbe auch für Cannabis – Konsumenten tun? Oder für Homosexuelle? Nur weil der Chef selber Kettenraucher ist, das kann ja wohl nicht der Grund sein. Cui bono ist jene Frage, die jeder Jurist oder Kriminalist an den Anfang seiner Untersuchung stellt. Ja, wer profitiert davon.
Die Raucher letztendlich nicht. Denn wie wir aus der österreichischen Todesfallstatistik wissen, stirbt fast die Hälfte der Raucher vor dem siebzigsten Lebensjahr und die Überlebenden sind in ihrer Lebensqualität bedingt durch den Nikotinkonsum drastisch eingeschränkt.Sie verlieren im Laufe ihres Lebens aber nicht nur ihre Gesundheit, sondern auch ein kleines Vermögen, dass sie für Tabakwaren und die damit verbundenen Steuern bezahlen.
Die Wirte? Aus anderen Ländern, wo das Rauchverbot flächendeckend durchgesetzte wurde, hat sich entgegen allen manipulierten Meldungen die das Gegenteil wahr haben wollen gezeigt, dass die Wirte hochzufrieden sind. Denn Raucher verursachen letztendlich Mehrkosten in Form von Reinigungskosten , Lüftung/ Heizung, Raumrenovierung etc. und schädigen auch die Gesundheit der Wirte.
Wer also dann?
In der Frankfurter Rundschau wurde unter dem Titel: Das Ende des Marlboro Mann, einen Artikel veröffentlicht, der wohl auch ein einigermaßen gültiges Bild für Österreich bietet, denn es würde mich sehr wundern wenn diese Praktiken alleine auf Deutschland beschränkt blieben. Dabei will ich natürlich niemanden beschuldigen- nichts liegt mir ferner. Aber, dass es einzig um die Freiheit geht kann ich mir einfach nicht recht vorstellen.
Zitat Frankfurter Rundschau: Philipp Morris ist der Einzige unter den Tabakkonzernen, der Zuwendungen an Parteien auf seiner Webseite transparent macht. Er hat im Jahre 2015 der CDU, der CSU, der SPD und der FDP jeweils ungefähr 16.000 Euro gespendet. Die CDU hat aber darüber hinaus noch 83.000 Euro in Form von Sponsoring erhalten. Die SPD etwa 50.000. Zwar müssen in Deutschland Parteispenden in Rechenschaftsberichten ausgewiesen werden, Parteisponsoring allerdings nicht. Gesponsert wurde beispielsweise die 70 Jahre Feier der CDU, der Deutschlandtag der Jungen Union, die Mittelstandsvereinigung der CDU, aber auch das Sommerfest der SPD Bundestagsfraktion und des „Vorwärts“ dazu noch alle Bundesparteitage von CDU, CSU, SPD und FDP. Wirtschaftsunternehmen haben nichts zu verschenken. Wes‘ Brot ich ess‘ des Lied ich sing. Zitatende.
Die Profite bleiben bei den Tabakkonzernen und die sind bereit Geld in die Hand zu nehmen, dass das auch so bleibt.
Und das ist nur Phillip Morris sprich Marlboro. Dabei haben im österreichischen Markt mit ca. 16 Milliarden verkauften Zigaretten natürlich auch andere Konzerne ihre Lobbyisten in Stellung gebracht. Einen großen Einfluss dürfte in Österreich JTI haben (Japan Tobacco international). Der Konzern hat die gesamte österreichische Tabakindustrie von der Schüssel Regierung gekauft und die Produktion umgehend ins Ausland verlagert. Mit Hochglanzprospekten werden seither regelmäßig die Nationalräte beglückt und dass das Lobbying auch in Form finanzieller Zuwendungen geschieht, würde ich nicht unbedingt ausschließen. Es gibt allerdings in Österreich sehr wenig Information darüber. Und die Parteien, die nur Einzelspenden über 50 000 Euro dem Parlament melden müssen (und wenn sie es nicht tun gibt es auch keine Sanktionen ) haben kein großes Interesse, das zu ändern.

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