Tabak 2.0

50 mg Nikotin sind eine tödliche Dosis für einen Erwachsenen. Somit ist Nicotin eines der stärksten Pflanzengifte die wir kennen. In einer Zigarette sind ca. 12 mg enthalten und wenn man sie raucht nimmt man etwa 5 mg davon auf. Nikotin wird durch Enzyme in unserem Körper sehr rasch abgebaut. Also die Gefahr durch eine Überdosis zu sterben ist recht gering wenn man es nur raucht. Aber Nikotin ist nach Heroin die Substanz die am raschesten zu einer Abhängigkeit führt. Zum Unterschied von Heroin, das eine massive Euphorie hervorruft, bekommt man von Nikotin keinen Rausch, sondern nur Entzugssymptome wenn man einmal daran gewöhnt ist. Rauchen muss man lernen und die ersten Zigaretten sind – jeder Raucher kann sich daran erinnern – eher widerlich und erzeugen nichts anderes als Schwindel und Übelkeit. Die Tabakindustrie hat seit ihrem Bestehen nach Mitteln und Wegen gesucht, die Suchtwirkung und damit die „Kundenbindung“ zu verstärken. Diese Maßnahmen haben dazu geführt, dass eine Zigarette inzwischen mit der ursprünglichen Absicht Tabak zu konsumieren, nicht mehr viel gemeinsam hat. Ein komplexer Cocktail an Chemikalien macht die Zigarette zum Vehikel für Substanzen die die Sucht maximieren. Nikotin verdrängt körpereigene Endorphine von Rezeptoren im Gehirn und verändert diese Rezeptoren dergestalt, dass die körpereigenen Endorphine in Hinkunft nicht mehr für eine ausgeglichene Autoregulation des Organismus sorgen können. Das heißt der Raucher fühlt schon nach kurzer Zeit ohne Nikotin ein Unbehagen, an dem eigentlich das Nicotin schuld ist. Das ist die Falle. Obwohl der Entzug nur wenige Tage dauert und vollkommen harmlos ist, werden vom Raucher Entzugssymtome mehr oder weniger herbeigefürchtet und demgemäß ist dann auch das Verhalten – Kleinkinder denen der Schnuller fehlt. Nur 3% aller Raucher hören von selber wieder auf. Bei den Heroinabhängigen sind es immerhin 80%, die den Konsum an den Nagel hängen.
Die Manipulationen der Industrie sind gravierend und eigentlich kriminell. Das Schweizer Gesundheitsamt hat in 29 von 32 untersuchten Zigarettenmarken verbotene Inhaltsstoffe gefunden. Stoffe, die euphemistisch, als natürliche und künstliche Aromen getarnt, dafür sorgen, dass die Abhängigkeit verstärkt wird und zudem der Raucher nicht merkt, was seinem Körper gerade angetan wird. Aber auch die Liste der erlaubten Stoffe ist durchaus nicht ohne. Menthol ist einer der erlaubten Stoffe – ein Oberflächenanästhetikum, das die Schleimhäute betäubt, damit man nicht merkt, dass mit dem giftigen Rauch das Beuschel gerade abgefackelt wird. Kakao, der ebenfalls zugesetzt wird, enthält zwei Stoffe – Theophylin und Theobromin, zwei potente Asthmamittel, die die Bronchien erweitern, damit auch ein Zwölfjähriger tief inhalieren kann, ohne dass er einen Hustenanfall bekommt, der ihm die Augen aus den Höhlen treibt. Zucker verbrennt zu Acetaldehyd, das ist eine die Sucht verstärkende Substanz, die die Wirkung des Nikotins um das 4 fache erhöht.
8 bis 10 Millionen Menschen sterben weltweit pro Jahr an den Folgen des Rauchens. Wer sich für diese Industrie auf die Schienen haut betreibt Beihilfe zum Mord.

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