Diebstahlsicher ???

Eigentlich weiß inzwischen jeder, dass EDV Systeme ungemein gut zur Überwachung geeignet sind, aber ansonsten schon von einem mittelmäßig begabten Mittelschüler gehackt werden können. China setzt auf totale Überwachung seiner Bürger. Jede soziale, berufliche und sonstige Aktivität wird erfasst und daraus leiten sich dann mögliche Konsequenzen für die berufliche Laufbahn ab. Big Brother, wie George Orwell es im Roman „1984“ beschrieben hat, in Reinkultur. Zwei Prozent der Bevölkerung – die sogenannte innere Partei – herrscht dort über den Rest der Menschen. Und alle Machtmittel der Überwachung und Beeinflussung sind in Händen dieser inneren Partei. Man staune über Orwells Weitsicht. Dazu gehört, dass man den Regierenden blind vertraut. Dass man zum Beispiel glaubt, dass die eigenen Daten in Hand der Behörden sicher sind und die Behörden nur dann zu Überwachungsmitteln greifen, wenn Gefahr in Verzug ist und ein Verbrechen verhindert werden muss. Das eine wie das andere ist in Zeiten wie diesen, gerade in Österreich, wohl mehr als naiv. Wenn wir miterleben, wie eine Behörde, die der einen Partei untersteht, eine andere Behörde, die einer anderen Partei zugeordnet ist, überfällt und deren Datensammlung an sich bringt, sollte man eigentlich einen nimmer enden wollenden Aufschrei hören. Aber wir wackeln einmal mit den Ohren und lassen uns auf einen Untersuchungsausschuss vertrösten, der genau gar nichts bringen wird, denn bis der beginnt, ist das öffentliche Interesse vom nächsten Skandal gefesselt und alle Spuren beseitigt. Parallel dazu wird ein weitgehendes Gesetz zur Überwachung der Bürger mittels EDV – Stichwort: Bundestrojaner – durch das Parlament gepeitscht und beschlossen. Genau so sollen wir glauben, dass unsere Gesundheitsdaten im Netz absolut sicher sind, weil das von Staat so gewünscht wird – Stichwort: elektronische Krankenakte. Deutschland, unser Vorbild in solchen Dingen, erlebt gerade ein Waterloo in punkto Datensicherheit. Merkwürdigerweise wird in Österreich kaum darüber berichtet und auch der Kronenzeitung ist es nur eine kleine versteckte Randnotiz wert. Aber in hunderten deutschen Krankenhäusern wurden illegal Daten kopiert – darunter sind Finanz – und Personendaten, also Namen, Adressen, Kontaktdaten, Geburtsdaten der Patienten, dazu Befunde, ärztliche Briefwechsel und klinikinterne Schriftwechsel und an die Plattform Medileaks weitergegeben. Dass Gesundheitsdaten einen Schatz, denn es sich zu heben lohnt darstellen, ist den Wenigsten bewusst. Ob es Pharma-Unternehmen sind, die Patientendaten für ihre Zwecke nutzen, oder Kriminelle, die Informationen prominenter Personen ausschleusen, oder Versicherungen, die sich ihr Klientel in Hinkunft nach den Gesundheitsdaten aussuchen können – die Zahl der Interessenten ist groß und 1984 rückt immer näher.

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