Neues von Gott

Brasilien über alles und Gott über allen – das ist der neue Ton in Brasiliens Politik. „Brasilien über alles“, hieß die Wahlplattform von Jair Bolsonaro und die ständige Berufung auf Gott ist ein Zugeständnis an die evangelikalen Pfingstkirchen – deren streng konservative Anhänger sind die wichtigsten Unterstützer des neuen Präsidenten. Das Interessante daran ist, dass sich diese Pfingskirchen vor allem aus Amerika, wo die Zentrale dieser synkretischen Religion ist, ausbreiten wie das japanische Springkraut in unseren Auen. Pfingstsekten wie „Die Geschäftsleute Gottes“, oder „die frohe Botschaft“ oder die „Jedidia“ Gemeinde haben auch in Österreich einen Startversuch gemacht und ich habe in leidvoller Erinnerung, dass deren missionarische Tätigkeit sich vor allem auf die Schulen erstreckte. Diese Glaubensgemeinschaften verbreiten gute Stimmung mit ein wenig Singsang und ein bisserl Jesus und ein bisserl absurden Heilsversprechen und viel Zuwendung für die neuen Adepten. Die Religion an sich greift auf primitive Muster und einfach gestrickte Abläufe zurück. Die Art wie sie verbreitet und dann an den Mann bzw. an die Frau gebracht wird ist jedoch hypermodern. Die Missionare erreichen in erster Linie mit ihrer simplen Botschaft diejenigen, die in Schwierigkeiten stecken, die Armen, oder die, die beim Denken nicht besonders erfolgreich sind. In vielen Ländern arbeiten evangelikale Kirchen mit Strukturen wie Firmen. Die Haupteinnahmequelle ist bei den meisten der obligatorische Zehnte. Das bedeutet bibeltreue Zahlung von 10 Prozent des Lohns. Weiterhin sind an vielen evangelikalen Kirchen private Kindergärten, Schulen und Hochschulen angeschlossen, die einen monatlichen Tarif erheben. Weiterhin gibt es Kirchenverbände verschiedener evangelikaler Richtungen. Diese agieren wie Konzerne mit Kirchen an verschiedenen Standorten. Einige amerikanische Fernsehprediger besitzen selbst TV-Stationen. Dadurch gelingt es ihnen, Einfluss auf die öffentliche Meinung zu nehmen, insbesondere im sogenannten Bible Belt. Durch kontinuierliche Spendenaufrufe sammeln sie erhebliche finanzielle Mittel. Bekannte Vertreter sind Pat Robertson, Billy Graham, Jimmy Swaggart, Jim Bakker und Peter Popoff. Die beiden letztgenannten wurden wegen Betruges bzw. finanzieller Unregelmäßigkeiten verurteilt. Das Ganze nennt sich Religion und genießt alle Vorteile wie Steuerbefreiung etc. ist aber eine ziemlich große Geldmaschine die es versteht den ( Leicht-) Gläubigen das Seelenheil um viel Geld zu verkaufen. Typisch amerikanisch also – alles ist Business, also warum nicht auch Religion. Diese evangelikalen Sekten sind zum Teil höchst manipulativ und unterziehen ihre Mitglieder einer regelrechten Gehirnwäsche, verbieten ihnen Kontakte zu anderen und halten sie von Wissenschaft so fern wie möglich und schaffen sich so ein Heer von fanatisch Gläubigen, die durch die Pastoren leicht zu kontrollieren sind.
In Amerika gibt es ca. 80 Millionen dieser fundamentalen Christen. Der Großteil dieser Leute glaubt dass die Bibel wörtlich zu nehmen ist und dass Jesus in Bälde zur Erde zurückkehren wird. Die meisten lehnen wissenschaftliche Erkenntnisse rundweg ab, denn die Erde ist vor 6000 Jahren vom lieben Gott erschaffen worden und nur was in der Bibel steht gilt. Wer die Leute dazu bringt das zu glauben bringt sie wahrscheinlich auch dazu noch ganz andere Dinge für wahr zu halten. Auf diesem Bode, vor allem aber auf dem Boden der Armut, die immer schon Nahrung für verzweifelten Glauben war, wächst nun auch in Brasilien unter Bolsonaro eine neue extrem rechte Politik, mitgetragen von mindestens 30 Millionen Mitgliedern evangelikaler Gruppierungen.
PS: Ich kann mich erinnern, vor vielen Jahren einen Artikel gelesen zu haben, in dem sich brasilianische Bischöfe der katholischen Kirche über den zunehmenden Einfluss evangelikaler Sekten und eine massive Missionstätigkeit derselben beschwerten. Diese Bischöfe sagten auch wer dahinter steckt: Der CIA*

*https://www.suedwind-magazin.at/evangelikale-kirchenlokales-gebet-globale-identitaet

https://de.blastingnews.com/meinung/2018/06/die-macht-der-evangelikalen-kirchen-in-den-usa-002642229.html

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