Erdnussfarmer

In Pupping wurde heuer von einem experimentierfreudigen Landwirt die erste Erdnussernte eingebracht. Pupping, Bezirk Eferding , in Oberösterreich – um ganz genau zu sein. In Mörbisch hat ein Bauer heuer die ersten Oliven von den 56 Bäumen, die er vor sechs Jahren gepflanzt hat geerntet. Mörbisch, Bezirk Eisenstadt, Burgenland – um ganz genau zu sein. In der Republik Niger, deren Landfläche 3x so groß wie Deutschland ist und zu 90% aus Wüste besteht, dehnt sich eben diese Wüste pro Jahr um 20 Kilometer nach Norden aus. Republik Niger, Westafrika. In Grönland, der größten Insel der Welt, etwa so groß wie Frankreich, Spanien, Deutschland, Finnland, Polen und Ungarn zusammen, bilden sich auf dem 3 Kilometer dicken Eispanzer immer größere Schmelzwasserseen. Auch das Eis in der Arktis und in der Antarktis schwindet. Viele Flüsse in Europa hatten diesen Sommer Niedrigwasser. An der Donau kann man verfolgen, dass die Schifffahrt von Jahr zu Jahr im Sommer mehr Probleme bekommt, denn die Wasserstände zeigen eine deutlich fallende Tendenz. Heuer sorgte die Trockenheit auf dem Donauabschnitt zwischen Regensburg und Passau für massive Probleme. Die Donau hatte an manchen Stellen nur noch eine Wassertiefe von 160 cm. Normal sind dort zwischen 250 cm und 270 cm. Das führt dazu, dass große Hotelschiffe die Donau nicht mehr befahren können. Güterschiffe dürfen nur eingeschränkt fahren. Das heißt, dass sie nur mit halber Ladung oder weniger fahren dürfen. Die Schneelagen im Hochgebirge werden immer geringer und die Gletscher schmelzen in den Alpen rapide ab. Schmelzwasser im Frühling bildet aber die Hauptmenge an Wasser, das die Flüsse führen. Von dem, was in hunderten österreichischen Schigebieten als Kunstschnee, mit Chemikalien vermischt, aufgebracht wird, kann man die Donau nicht füllen. Damit sinkt auch das Grundwasserniveau in den Landschaften, die die Donau durchquert. Falls dieser Prozess anhält – und die Experten befürchten, dass der Schmelzprozess in der Arktis und Antarktis womöglich noch rascher vor sich gehen könnte als bisher vermutet und nachgewiesen – wird der Meeresspiegel bis zum Ende des 21. Jahrhunderts um zumindest 1,80 Meter steigen. Gleichzeitig könnte in Mitteleuropa eine Versteppung einsetzen. Dann haben Millionen Menschen an den Gestaden der Meere nasse Füße und die Erdnussfarmer in Pupping zu wenig Wasser für ihre Plantagen. Über diese offensichtlichen Tatsachen macht sich der Österreicher aber keine Sorgen. Wie eine Umfrage ergab, haben derzeit die meisten Österreicher über 50 Jahre, denen man einen gewissen Weitblick zutrauen sollte, Angst vor Zuwanderung und vor Kriminalität. Und das in einem der sichersten Länder der Welt. Und weil sie so eine Scheißangst vor etwas Irrationalem haben, wählen sie Politiker, die die Demokratie immer mehr in Frage stellen, anstatt von der Politik dringend notwendige Umweltmaßnahmen einzufordern. Dumm geboren, nichts dazugelernt und dumm gestorben, kann man da nur sagen.

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