All in

Beim Poker heißt All in, dass ein Spieler alle seine Chips setzt und hofft das sein Blatt das Höchste ist. In der Wirtschaft heißt All in, dass ein Vertrag abgeschlossen wird, der alles beinhaltet und nichts extra bezahlt wird. Das ist bei Managern mit einem Gehalt von ein paar Millionen Euro verständlich. Da gibt es keine Auslandsentschädigung oder Überstunden extra. Bei einem kleinen Angestellten oder Arbeiter heißt ein All in Vertrag, dass sein Blatt das Schlechteste ist, das man haben kann. Er verpflichtet sich damit, auf jede Extrazahlung zu verzichten, auch wenn der Chef die Meinung vertritt, dass das Wochenende in Zukunft legale Arbeitszeit ist. 12 Stundentage und 60 Stundenwoche inklusive.

Die Statistik Austria wollte eine Erhebung zu diesem Thema durchführen. Die stets lächelnde Sozialministerin Beate (zu Deutsch: die Glückliche) Hartinger Klein hat die Untersuchung aber verhindert. Niemand soll wissen, wie viele solcher Knebelverträge inzwischen geschlossen wurden. Die Unternehmer wollen keine Kontrolle. Wie überhaupt die Zahlen der Statistik Austria in Zukunft von ÖVP und FPÖ Politiker gefiltert werden. Die haben dort jetzt das Sagen.

Mehrere tote Kinder im toten Winkel von Lastwagen. Der Verkehrsminister Norbert Hofer – ebenfalls stets lächelnd- verkündet den zwingenden Einbau von elektronischen Abbiegeassistenten in Lastwagen. Nachdem er mit Vertretern der Wirtschaft verhandelt hat, kommt er aber plötzlich zu dem Schluss: Die Abbiegeassistenten sind noch nicht ausgereift. Dass die Fuhrunternehmen nicht zahlen wollen und ein paar tote Kinder mehr oder weniger nicht wesentlich sind im Vergleich zu den Kosten für die Frächter, spielt wohl keine Rolle?

Die Herbstferien, von denen niemand recht weiß, was sie unmittelbar nach den großen Sommerferien bringen sollen, werden eingeführt. Nicht weil sie den Kindern was bringen, sondern weil sie den Tourismusbetrieben was bringen.

Nach den Geheimdiensten, der Polizei, der Justiz, dem Bundesheer, der Statistik Austria und den Krankenkassen fehlt im Wesentlichen nur noch der ORF um das Land total unter Kontrolle zu haben.

Wie es aussieht, hat die Regierung einen All in Vertrag mit der Wirtschaft und nicht mit den Österreichern, die sie gewählt haben.

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