Aus dem Märchenreich …

Ein Goldregen, wie im Märchen von der Frau Holle, geht in den letzten Jahren in Oberösterreich auf die FPÖ und FPÖ nahe Vereinigungen nieder. Die FPÖ erhält als Landespartei im Rahmen des Parteienförderungskonzeptes eine Förderung von 7 519 207 Euro. Aber für ihre Vorfeld- und Unterorganisationen, die ebenfalls aus den Geldtöpfen des Landes gespeist werden, sind märchenhafte Zeiten angebrochen.
So erhielt der Ring Freiheitlicher Jugend im ersten Jahr der ÖVP/ FPÖ Regierung 475 000 Euro Landesgelder. Was tun die mit so viel Geld? Eine Anregung zum Nachdenken: Der Neonazi-Liedermacher Fylgien (Textbeispiel:… wir kämpfen verbissen, das Reich kommt wieder… ) wurde von einem Mitglied des RFJ zu einem Konzert, das von der Burschenschaft Germania heimlich organisiert wurde, nach Ried eingeladen (12 Mai 2017). Der Landes Delegierten Convent Oberösterreich, (das ist der Dachverband der pennalen Burschenschaften in Oberösterreich) erhielt im Jahr 2017 die stolze Summe von 120 000 Euro. Zum Vergleich: Katholische Jugend oder Pfadfinder erhielten je 10 000 Euro Förderung. Zuständiger Referent für diesen Geldregen war der jetzige Landeshauptmann Thomas Stelzer. Ein seit einigen Jahren tätiger blauer Verein mit dem Namen Abenteuer Familie, der sich angeblich um Ferienprogramme für Kinder und Elternberatung kümmert und in Wels eine private Krabbelstube mit Kindergarten betreibt, erhielt für den Aufbau dieser Krabbelstube in Wels 88 300 Euro. Zusätzlich wurden aus dem Fördertopf für Familienorganisationen noch einmal 105 000 Euro und aus der Investitionsförderung für Spielgruppen und Familienorganisationen noch einmal 40 000 Euro gezahlt. 233 000 Euro für eine Krabbelstube der FPÖ. Zuständiger Referent Landeshauptmannstellvertreter Manfred Haimbuchner. Sicherlich die am besten finanzierte rechte Krabbelstube Europas. Der freiheitliche Familienverband erhielt 59 410,93 Euro, wofür ist unklar. Aufgabenbereich laut Selbstaussage unter anderem das Abhalten von Nikolofeiern. Obfrau des Vereins war Anneliese Kitzmüller bis 12.2.2019. Jetzt ist es Detlev Wimmer, der wegen seiner Beziehungen zu Rechtsextremen vom österreichischen Bundesheer abgelehnt wurde. (Was eigentlich schade ist, dann wäre er der Politik erspart geblieben. Als Panzerfahrer in der Sallachau könnte er höchstens Flurschäden verursachen.) 310 000 Euro erhält der blaue Seniorenring. Laut eigener Aussage bietet der Seniorenring 12 000 Veranstaltungen im Jahr für seine Mitglieder. Also durchschnittlich 33 pro Tag! Ich vermute, die hochagilen FPÖ Senioren sind alle auf Pervitin, wie die Panzerbesatzungen beim Frankreichfeldzug, sonst schafft man so ein Angebot nicht. Das freiheitliche Bildungswerk erhielt 887 000 Euro und als Draufgabe noch einmal 132 000 Euro an Erwachsenenbildungsförderung. Der freiheitliche Arbeitskreis Attersee bekommt 70 000 Euro, der liberale Club der FPÖ bekommt 155 000 Euro Landesförderung. Die freiheitliche Akademie erhält 379 128,17 Euro für Schulungszwecke. Der Verein: Der freie Bauer erhielt 273 077,75 Euro hiermit deutlich mehr als der ÖVP Bauernbund. Während viele fortschrittliche Frauenprojekte in den letzten Jahren gestrichen wurden, steht für die Initiative freiheitlicher Frauen für Aktivitäten wie Adventkranzbinden oder Ausflüge zum Altausseer Kirtag, die ja sicherlich unter dem Begriff: wichtige familienpolitische Ereignisse gezählt werden können, jede Menge Geld zur Verfügung.

Zum Schluss fällt mir da noch ein Märchen ein:
Da lag die Großmutter und hatte die Haube tief ins Gesicht gesetzt und sah so wunderlich aus. „Ei, Großmutter, was hast du für große Ohren!“ – „Dass ich dich besser hören kann!“ – „Ei, Großmutter, was hast du für große Augen!“ – „Dass ich dich besser sehen kann!“ – „Ei, Großmutter, was hast du für große Hände!“ – „Dass ich dich besser packen kann!“ – „Aber, Großmutter, was hast du für ein entsetzlich großes Maul!“ – „Dass ich dich besser fressen kann!“ Kaum hatte der Wolf das gesagt, so tat er einen Satz aus dem Bette und verschlang das arme Rotkäppchen.

Alle Zahlen stammen aus: Die Versorgerin März 2019 (Rechtsruck in Zahlen gegossen) von Thomas Rammerstorfer

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