ORF, oder jetzt geht es ans Eingemachte..

„Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten“. Der Spruch stammt von Paul Sethe, einem deutschen Journalisten, der während der Nazizeit für den Völkischen Beobachter und für eine Propagandaabteilung der Waffen-SS gearbeitet hat. Nach dem Krieg war er eines der Gründungsmitglieder der Frankfurter allgemeinen Zeitung. Der Mann sollte es wissen. In Österreich gibt es offiziell Pressefreiheit. Aber da der Markt von einer einzigen Zeitung, nämlich der Kronenzeitung in einem Maß beherrscht wird, wie in keinem Land der Welt sonst, bekommen mehr als 30% aller Österreicher vorwiegend die Meinung der Kronenzeitung serviert. Und die ist denkbar konservativ und steht immer auf Seiten der Mächtigen. Und die Mächtigen stehen auf Seiten der Kronenzeitung. Darüber hinaus hat sich die FPÖ ein eigenes Informationsnetz im Internet aufgebaut, dazu gehören auch Medien wie „unzensuriert.at“, die von der verschrobensten Verschwörungstheorie bis zur dreistesten Lüge alles publizieren, was dem rechten Lager dient. Die ÖVP, deren etliche Minister immer aus dem Raiffeisenkonzern stammen,(zb. Finanzminister Hartwig Löger) hat über den Raiffeisenkonzern Einfluss beim KURIER Zeitungsverlag und über Mediaprint bei der Kronenzeitung. Das Unternehmen ist auch in den Bereichen Privatradio, Privatfernsehen und Rundfunksender aktiv. Darüber hinaus sind faktisch in allen Bundesländern die Bezirkszeitungen und eine Reihe von Gratismedien in der Hand der Landesparteien, die auch mit der Presseförderung entscheiden wer prosperiert oder wer untergeht.(*1) Pressefreiheit ist in Österreich die Freiheit von zweihundert reichen Leuten ihre Meinung zu verbreiten. Soweit so richtig. Da gibt es aber ein gallisches Dorf, das den derzeitigen Machthaberern ein Dorn im Auge ist. Das ist der ORF. Es war zu erwarten, dass der Angriff auf den weitgehend unabhängigen Journalismus im ORF bald einmal stattfinden wird. Ähnlich wie in Ungarn bereits geschehen, will man den Staatsrundfunk zum Regierungsrundfunk umgestalten. Indem man ihm die Finanzierung und damit die Freiheit der Entscheidung nimmt, kann man ihn – wie Elmar Podgorscheck bei der AfD angekündigt hat –„neutralisieren“. Nun ist der Großteil der Kronenzeitungsleser und der Konsumenten von FPÖ Parteimedien schlicht und einfach zu deppert um zu begreifen was das heißt, wenn sie sich die paar Euro für den ORF ersparen. Dass dann ihre eigene Freiheit auch gefährdet ist, ist den Würsteln, die sich mangels eigenem Denkvermögen einen starken Führer wünsche, offensichtlich in keiner Weise klar zu machen. Das zeigen die neuesten Umfragen – soweit sie überhaupt stimmen(*2) und nicht schon von den Parteistrategen manipuliert sind. Der Großteil der FPÖ Wähler wünscht sich die Abschaffung der Gis Gebühren und auch die überwiegende Mehrheit der türkisen Nachläufer vermeint ohne freien ORF auszukommen. Wie mein Großvater immer zu sagen pflegte: Die Österreicher sind zu blöd zum Kuhdrecksalzen. (*3)

1*Ich weiß aus einer persönlicher Mitteilung von Redakteuren, dass die Bezirksblättchen ausschließlich schreiben, was vom Land gewünscht wird und über Themen, die die Landespartei nicht goutiert, nichts veröffentlicht werden darf.

2*Quelle ist nämlich die Kronenzeitung

3*Übersetzung für Bundesdeutsche Leser : Zu dumm, um Kuhfladen mit Salz zu bestreuen

https://kontrast.at/medien-oesterreich/*

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