Der Gesalbte

Geschichte wiederholt sich, einmal als Komödie einmal als Tragödie….
Ein tiefenentspannter und ungewöhnlich leutseliger Norbert Hofer, ein immer gleich gestylter Sebastian Kurz, der ebenfalls keinerlei Anzeichen von Unruhe zeigt. Wie den auch, was soll ihnen passieren. Hofer hat endlich das erreicht, von dem ich schon nach der Bundespräsidentenwahl vermutet habe, dass es das Ziel ist, das er anstrebt – er ist jetzt Chef der Partei. Er hat keinen Konkurrenten mehr und kann seine parlamentarische Karriere weitertreiben. Finanziell ist er abgesichert und egal was kommt, er bleibt ein wichtiger Mensch in Österreich. Kurz kann zwar jetzt die Macht verlieren und an einem Mißtrauensantrag der Opposition vorerst mit seiner Regierung scheitern. Seine Karten für die Wahl im September stehen dann aber wahrscheinlich umso besser, weil er den Mitleidsbonus bekommt und sicher wieder jede Menge Geld für die Wahlwerbung. Die Neos – Fähnchen im Wind – geben schon bekannt, dass sie den Mißtrauensantrag nicht mittragen werden weil……. sie um den Staat fürchten und in so einer Situation….natürlich für Stabilität sind. Dies und ähnlich Fadenscheiniges wird argumentiert. Tatsache ist, sie haben gute Chancen im Herbst Stimmen zuzulegen und gemeinsam mit Kurz die neoliberale Politik, die sich die Wirtschaftstreibenden wünschen und für die diese – wie wir alle gehört haben – auch zu zahlen bereit sind, fortzusetzen. Was man nicht übersehen sollte: Kurz ist ja nicht alleine. Obwohl es derzeit bei den täglichen Gesprächen mit dem Bundespräsidenten und bei den täglichen Fernsehauftritten so rüberkommt. Er, der einsame Held der das jetzt alles ausbügeln muss. Aber hinter ihm steht die Wirtschaft und das ist nicht nur Rene Benko, Novomatic und Konsorten. Und hinter ihm stehen auch clevere junge Leute, die inzwischen sehr gut gelernt haben, mit der Macht umzugehen und alles und jeden für sich zu instrumentalisieren. Es geht auch in Zukunft um Steuerfreiheit für das Großkapital um Verhinderung von Sozialgesetzgebung die eine bessere Verteilungsgerechtigkeit bewirkt. Es geht um die Macht, das zu tun und sich das zu nehmen, was man will.

Ich weiß ja nicht ob es nur mir so geht, aber dieser Sebastian Kurz und die Szenerie die er gestaltet und durch die er sich bewegt, erinnert mich in gewisser Weise an den Aufstieg des Caesar-Neffen Gaius Octavian zum Kaiser Augustus. Genau wie diesen, haben ihn seine Gegner auf Grund seiner Jugend unterschätzt. Genau wie dieser, hatte er eine Gruppe junger Leute um sich, auf die er sich verlassen konnte. Es waren dies der reiche Gaius Maecenas, Marcus Agrippa und Salvidenius Rufus. Männer die im Hintergrund Dinge für ihn erledigten und die notwendige Drecksarbeit machten. Männer auf die er sich verlassen konnte. Bei Sebastian Kurz sind diese Männer Stefan Steiner, Gernot Blümel und Axel Melchior.* Eine verschworene Gruppe von Jugendfreunden. Auch bei Octavian gab es zuerst die Zusammenarbeit mit Caesars Mitkonsul dem General und Haudrauf Marc Anton, mit dem gemeinsam er alle Gegner aus dem Senat vernichtete. Auch der berühmte Redner und Senator Cicero, der in vormals sogar unterstützt hatte, wurde auf Geheiß von Octavian und Marcus Antonius ermordet. Aber Octavian wollte die alleinige Macht. Und letztlich gab ihm Marcus Antonius die beste Gelegenheit und den besten Vorwand selbst. Marcus Antonius wurde seine Beziehung zu einer Ausländerin zum Verhängnis. Nein, sie war keine Russin sondern die ägyptische Königin Kleopatra. Seine Heirat mit Cleopatra, die Geschenke die er ihr auf Kosten Roms machte, und sein kolportiertes Lotterleben in Alexandria ließen ihn in Rom in Ungnade falle und Octavian hatte einen Grund für den Krieg gegen jenen Mann mit dem er zuerst ganz unverfroren gemeinsame Sache gemacht hatte. Und mit Marc Antons Untergang war er Alleinherrscher – Augustus – Der Gesalbte. Die Griechische Übersetzung von Augustus ist Sebastos.
Marcus Antonius ist also mausetot. Jetzt muss sich nur noch der Senat unterwerfen und dem Sebastos entsprechende Ehren erweisen und Titel verleihen.
IMP CAES SEBASTOS IBIZAICUS PP TRP COS II wäre wahrscheinlich passend..

*Der Mann im Hintergrund, ist Stefan Steiner. Mit keiner anderen Person ist der Aufstieg des Sebastian Kurz zum Kanzler so eng verbunden wie mit dem einstigen Sektionschef des Ex-Staatssekretärs und Ex-Ministers. Auch im türkisen Wahlkampf 2017 war Steiner Schlüsselspieler, danach war der zum ÖVP-Generalsekretär Aufgestiegene einer der Chef-Verhandler im Koalitionspoker mit den Blauen. Steiner galt als Minister-Fixstarter – doch es kam anders. Das türkise Hirn lehnte sämtliche Angebote ab, im Jänner gab er dann auch noch seinen Job als ÖVP-General auf. Seither ist er nicht mehr öffentlich aufgetreten. Und doch ist Steiner immer noch der wichtigste Einflüsterer des Kanzlers – mit dem kleinen Unterschied, dass er nun als externer Berater agiert. „Ich bin für Strategie zuständig, nur eben als selbstständiger Unternehmer“, erklärt Steiner dem KURIER in einem seiner extrem seltenen Interviews. Gänzlich befreit hat er sich indes von Koordinationsagenden. Sein neuer Arbeitsplatz ist ein kleines Büro in der Wiener Innenstadt.
Von diesem aus steht er im Dauerkontakt mit Kurz: „Wir telefonieren jeden Tag miteinander und schreiben laufend SMS“, sagt Steiner, der in mehreren Chat-Gruppen des türkisen Machtzirkels ist.

Axel Melchior hat in der Gesellschaft für Europapolitik gearbeitet, anschließend wechselte er 2010 in das Team von Sebastian Kurz. Von 2010 bis 2013 war er Generalsekretär der Jungen Volkspartei, als der er auch 2013 den Wahlkampf von Sebastian Kurz für die Nationalratswahl 2013 leitete. Sebastian Kurz bekam bei dieser Wahl über 50.000 Vorzugsstimmen[3] und war somit der erfolgreichste Kandidat. Anschließend an den Wahlkampf koordinierte Axel Melchior für Sebastian Kurz 2013 die Regierungsverhandlungen. Im Dezember 2013 wechselte Axel Melchior dann in das Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres und wurde dort im Büro von Sebastian Kurz stellvertretender Kabinettschef.[
Sie kennen einander seit ihrer Zeit bei der Jungen Volkspartei (JVP). Melchior war Generalsekretär der Jugendorganisation, als Kurz deren Obmann wurde – sie seien von Beginn an „auf einer Wellenlänge gewesen“, erzählen Bekannte der beiden. Später holte Kurz seinen Intimus als stellvertretenden Leiter des Kabinetts ins Außenministerium. – derstandard.at/2000058113768/Neuer-OeVP-Geschaeftsfuehrer-Axel-Melchior-Hart-aber-herzlich-und-ein

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