Der Mut ist weiblich…

Ob es ein Salvini ist, ein Kickl, ein Kurz oder einer der anderen österreichischen Maulhelden, sie bringen sich nicht in die Gefahr, persönlich mit unangenehmen Dingen konfrontiert zu werden. Sie sind Feiglinge, die sich hinter einer Bürokratie und einem Staatsapparat, der ihnen die Drecksarbeit abnimmt, verschanzen. Die direkte Konfrontation mit Flüchtlingen – also mit Menschen von Angesicht zu Angesicht – vermeiden sie tunlichst. Denen ins Gesicht zu sagen,dass es ihnen gleichgültig ist, wenn sie sterben, trauen sie sich nicht. Ihr ganzer Mut besteht darin, eine Unterschrift unter ein Dekret zu setzten oder eine Anweisung an einen untergeordneten Beamten zu geben, deren Folgen auf jeder Ebene die Anderen ertragen müssen. Der Twitter Troll in Amerika macht es ähnlich. Großkotzig, eitel und ineffizient bei allem was er tut, nutzt er seine Macht auch beim Vorgehen gegen die Schwächsten. Kinder und südamerikanische Habenichtse, die sich halbverhungert und halbverdurstet in den Rio Grande stürzen, lässt er von seinen Grenztruppen einsperren und die Kinder lässt er alleine in Lagern verkommen. Nur feige Menschen streben nach Macht und die Macht bedient sich derer die ebenfalls feige sind, der willfährigen Beamten, der Militärs, der Henker und Mörder, der Abgesandten und Botengänger des Todes, die nur einen Auftrag ausführen, und sich frei dünken von eigener Verantwortung. So wird die Feigheit aufgeteilt zwischen zwei Ebenen und dadurch transformiert zum entschlossenen Handeln der mächtigen Männer, das in Wahrheit oft nur in einem kraftlosen Federstrich besteht.
Anders hingegen die Frauen, sie engagieren sich. Sie schauen nicht weg und tun was getan werden muss. Da könnten sich die Schreihälse von der Pediga oder den Identitären oder ähnlichen Hilfsvereinen für verwirrte junge Männer, die sich nur im Rudel auf die Straße trauen, ein Beispiel nehmen. Vielleicht ist es einfach an der Zeit, die Welt nicht mehr den Männern zu überlassen denn deren Heldentaten enden im Allgemeinen damit, dass jemand zu Grunde geht.
Carola Rakete, die für ihre Überzeugung auch Gefängnis riskiert, Greta Thunberg die selbst den höchstgestellten Herren ihre Meinung sagt oder die Fussballerin Megan Rapinoe, die Trump und seine Politik kritisiert und dafür alle nur erdenklichen Schwierigkeiten in Kauf nimmt, ( „I’m not going to the fucking White House“) geben bemerkenswerte Beispiele für weiblichen Mut und weibliche Tatkraft. Dagegen wirken die Aktionen eines Martin Sellner und Christian Höbert (FPÖ), die sich ebenfalls ins Mittelmeer begaben und dort in Seenot gerieten, peinlich wie das morgendliche Erwachen eines Bettnässers.

https://www.fr.de/politik/schiff-identitaeren-seenot-11086896.html

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