Last orders……

Obwohl die Sperrstunde in England 2002 abgeschafft wurde, wird in den meisten Pubs auch heute noch um 23 Uhr die Glocke geläutet und der Ruf : Last orders, ertönt. Dann eilen alle noch einmal zur Bar um ein letztes Bier oder deren zwei zu  bestellen.  Die Engländer sind Traditionalisten und tun sich schwer mit Veränderungen.

Für die Österreicher ist heute ebenfalls die letzte Gelegenheit sich ein Maß an Vernunft und Umsicht von einer neuen Regierung zu bestellen. Morgen ist Sperrstunde, dann ist die Entscheidung gefallen und wir müssen konsumieren was wir bestellt haben. Aber die Österreicher tun sich auch schwer damit, ihre traditionellen Ansichten zu ändern. Nicht einmal dann, wenn ihnen jemand ins Bier pinkelt werden sie argwöhnisch.

Vor der letzten Wahl hat die Wirtschaftskammer und die Industriellenvereinigung eine Wunschliste abgegeben, die von der ÖVFPÖ wortwörtlich in ihr Regierungsprogramm übernommen  und umgesetzt wurde.  Die davon Betroffenen, zu deren Nachteil diese Wunschliste umgesetzt wurde, waren aber mit anderen Dingen beschäftigt, und haben nicht mitgekriegt was da gerade geschieht: Deren Wunsch an die Regierung war, dass keine Fremden ins Land kommen.  An die Überfremdung und Umvolkung glauben sie immer noch und es genügt, einen kleinen  Scheinwerfer auf einzelne Migranten zu richten um diese Angst zu schüren, während die wirklich wichtigen Dinge im Dunkeln bleiben.  Sie werden sich wieder das Gleiche wünschen. Natürlich sind das nicht alle Österreicher, die an diese Kinderschreckgeschichten glauben, aber in Summe sind es die Mehrheitsbeschaffer für die Rechtskonservativen. Daneben, hoffnungsvolle junge Männer und Frauen, die einen von den Facebookseiten anlächeln, im türkisen Leibchen, von der eigenen Bedeutung durchdrungen. Und sie alle glauben an die wunderbahre Geldvermehrung, die dann eintritt, wenn dem System der freien freie Marktwirtschaft erst überall auf der Welt Geltung verschafft wurde, wenn der Reichtum der Reichen nach unten durchgesickert ist. Sie vibrieren geradezu vor Erregung, dass sie Teil einer großen Ideen sein dürfen. In Wahrheit sind das Keilerkolonnen,  die umsonst arbeiten und denen jeden Tag das große Glück versprochen wird, das für die meisten von ihnen nie kommen wird.  Das  Resultat dieser Bestellung wird sein, dass  hinter ihrem Rücken der Sozialstaat zerlegt wird, damit der Großteil   der Menschen in diesem Land in eine immer größere Abhängigkeit von der Gnade des anderen,  kleineren,  aber umso mächtigeren Teiles gerät. Aber offensichtlich haben sie schon zu viel gesoffen um das mitzukriegen.

Gott sei Dank sind da viele junge Menschen, denen der Ernst der Lage wesentlich bewusster ist.  Der Großteil von denen ist aber noch minderjährig und darf sich heuer noch nichts bestellen. Aber beim nächsten Mal, da sind sie volljährig und dann wird bei den Volksver(t)rätern kein Stein auf dem anderen bleiben. Jeden Tag sterben ein paar Realitätsverweigerer, während jeden Tag ein paar von den Jungen wahlberechtigt werden

Last orders please!

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