Über Homöopathie

Teil I

Operante Konditionierung
Der amerikanische Psychologe B.F. Skinner sperrte Tauben in eine Box, die in zwei Bereichen unterteilt war: ein größerer Bereich, in dem die Taube saß, und ein kleinerer Bereich, in dem sich ein Gefäß mit Futter befand. Alle 15 Sekunden öffnete sich eine Luke und gewährte der Taube die Möglichkeit, das Futter kurz zu fressen.
Bei allen Versuchstieren konnte man dasselbe beobachten: Sie entwickelten bestimmte Verhaltensweisen, die sie zwischen den Futterspenden regelmäßig wiederholten. Wenn eine Taube kurz vor dem Öffnen einer Futterluke beispielsweise mit den Flügeln schlug, so verband sie das Futter mit dem Flügelschlagen – und flatterte die ganze Zeit im festen Glauben dadurch, und nur dadurch, das Futter zu bekommen. Dieses Experiment, welches als „Aberglaube der Tauben“ bekannt wurde, belegt die Macht der zufälligen Verstärkung – und erklärt auch jedweden Aberglauben.
Keiner von uns ist gefeit gegen diese Form der Autosuggestion und gerade im Bereich der Gesundheit wollen und müssen Menschen an die Genesung glauben. Der allseits bekannte Placeboeffekt unterstützt diese Wahrnehmung in der Medizin. Dieses magische Denken wird durch geheimnissvolle Rituale, wie es die komplizierte Auswahl einer homöopathischen Arznei suggeriert natürlich bestärkt und erklärt die Faszination der Homöopathie durch die Jahrhunderte. Letztendlich ist aber im Licht zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen von der vermeintlichen Wirksamkeit dieser Methode nie mehr geblieben als der Placeboeffekt. Wir können heute mit Bestimmtheit sagen, dass Homöopathie wissenschaftlicher Unfug ist und, dass sorgsam ausgewählte homöopathische Mittel nicht besser Wirken als Placebos, auch langfristig nicht. Dem entgegnen die Gläubigen üblicherweise mit dem Hinweis, Homöopathie wirkt sogar bei Tieren, kann also kein Placebo sein. Auch das ist nicht stichhaltig. Denn Placebo wirkt nachweislich bei Kleinkindern und Tieren. Obwohl man sie nicht eingehend befragen kann, reagieren sie auf die Körpersprache der Eltern respektive der Therapeuten. Zuletzt kommt dann immer das Totschlagargument von Shakespeares Hamlet: Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde, Horatio als deine Schulweisheit sich erträumt. Auf keinen Fall hat Shakespeare, oder besser: Der von ihm konstruierte Hamlet mit obigem Zitat gesagt, dass Homöopathie funktioniert, oder dass Heilkristalle, oder Reiki, oder irgendein anderes Mittel von den Bachblüten bis zu den Schüsslersalzen irgendjemandem hilft. Aber es klingt halt gut.

Teil II folgt (frei nach der EAV: vielleicht morgen, vielleicht übermorgen…..)

Ein Gedanke zu “Über Homöopathie”

  1. Der Autor, offenbar Anhänger „der naturwissenschaftlich orientierten Medizin“ und offenbar Gegner „der Homöopathie“ wirft mit Allgemeinplätzen um sich: „Dieses magische Denken wird durch geheimnissvolle Rituale, wie es die komplizierte Auswahl einer homöopathischen Arznei suggeriert natürlich bestärkt und erklärt die Faszination der Homöopathie durch die Jahrhunderte. Letztendlich ist aber im Licht zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen von der vermeintlichen Wirksamkeit dieser Methode nie mehr geblieben als der Placeboeffekt. “ – Satz 1 gilt genausogut für die gesamte Medizin – durch die Jahrtausende. Satz 2 behauptet einfach – so wie Monsanto gerne behauptet, zahlreiche wissenschaftlichen Untersuchungen vorlegt und den vermeintlichen Opfern von Round-up eingebildete Krankheiten untersetellt.
    Es ist eben eine Frage der Theorie, diese bestimmt, was wir beobachten.

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