Sternenmond über Syrien und viele offene Fragen?

Von Wien bis zur syrischen Grenze sind es gut 2000 Kilometer. Das ist genau so weit wie von Wien nach Granada in Spanien. Aber die syrische Grenze liegt weit jenseits unserer vertrauten europäischen Geographie und somit außerhalb unserer Betroffenheitszone. Dort unternimmt die Türkei unter ihrem demokratisch gewählten Alleinherrscher Erdogan gerade einen Vernichtungsfeldzug gegen die Kurden. Wir sind betroffen aber nicht sehr. Die Kurden? Ja was? Die Kurden haben im Alleingang, zwar mit amerikanischer Waffenhilfe, aber unter größten Opfern, die Fanatiker des Islamischen Staates, vor denen ganz Europa gezittert hat, eliminiert. Bataclan, Charlie Hebdo, London, Barcelona, Manchester, oder der Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt mit 12 Toten, alles vergessen…. Jetzt stehen die Kurden, von den Amerikanern verraten, mit dem Rücken zur Wand und der übermächtigen türkischen Armee gegenüber. Diese Armee, bestens gerüstet, mit allem was in Europas Waffenschmieden zur Verfügung stand, beginnt gerade mit einer ethnischen Säuberung Nordsyriens. Gemeinsam mit Söldnertruppen, die dem IS nahestehen wird jetzt mit den Kurden abgerechnet. Eines der ersten Opfer ist Hevrin Khalaf, eine junge kurdische Politikerin und Frauenaktivistin, die von dschihadistischen Söldnern im Dienste der Türkei, am Samstag, an einem Checkpoint aus dem Auto gezerrt und hingerichtet wurde. Während ich das schreibe, gehen syrische Ortschaften im Artilleriefeuer der türkischen Armee unter. Hunderttausende Menschen werden vertrieben. Krieg ist Schmutz, Schande, zerfetzte Eingeweide und die Augen toter Kinder, das dürfen wir nicht vergessen, wenn wir die sachlichen Berichte im Fernsehen konsumieren.
Die Europäer, allen voran die größten Rüstungslieferanten, Deutschland und Frankreich, treten diesem Krieg mit beschwichtigenden Worten entgegen.
Doch was passiert, wenn die syrische Armee mit Militärangriffen auf die türkische Offensive reagiert? Das ist offensichtlich bald der Fall. Dann ist die NATO verpflichtet der Türkei beizustehen. Ein Angriff auf ein NATO-Land ist als Angriff auf alle NATO-Staaten zu verstehen. Dann muss der Krieg gegen die Kurden und Syrien, den Erdogan begonnen hat, von der Nato unterstützt werden. Einziger Ausweg – die Türkei wird von der NATO ausgeschlossen, weil sie einen Angriffskrieg führt. Das kann aber Jahre dauern und wenn sich Russland einmischt und Syrien unterstützt, was dann? Sind wir auf Grund der unendlichen Blödheit der Politiker in aller Welt auf dem Weg in den 3. Weltkrieg?

Artikel 5 des NATO-Vertrags Die Parteien vereinbaren, dass ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere von ihnen in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen sie alle angesehen wird; sie vereinbaren daher, dass im Falle eines solchen bewaffneten Angriffs jede von ihnen in Ausübung des in Artikel 51 der Satzung der Vereinten Nationen anerkannten Rechts der individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung der Partei oder den Parteien, die angegriffen werden, Beistand leistet, indem jede von ihnen unverzüglich für sich und im Zusammenwirken mit den anderen Parteien die Maßnahmen, einschließlich der Anwendung von Waffengewalt, trifft, die sie für erforderlich erachtet, um die Sicherheit des nordatlantischen Gebiets wiederherzustellen und zu erhalten.

ttps://anfdeutsch.com/aktuelles/ticker-ii-tuerkische-angriffe-auf-nordsyrien-14503

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