Elektrogeilomobil

Um 1850 war die Regulierung der Donau abgeschlossen. Grundsätzlich war damit die Idee verbunden, die Hochwassergefahr zu reduzieren und auch für die Schiffahrt sollten sich dadurch Verbesserungen ergeben. Das langfristige Resultat war, dass vorher 10 % der Ufergemeinden im Hochwasserbereich lagen, nach der Regulierung 50%. In Österreich wurden in diesem Jahr bereits 2000 Tesla Elektroautos verkauft. Die Entsorgung oder Wiederaufbereitung der 600 Kilo schweren Lithium Ionen Batterien ist noch nicht einmal im Konzept durchdacht, geschweige denn, dass da irgendwie der Begriff Kreislaufwirtschaft eine Rolle spielt. Aber die ganze Autoindustrie stürzt sich jetzt auf die Elektroautos, weil der Konsument bereit ist, unter den gegebenen Umständen auf das kraftvolle Röhren eines 250 PS Sechszylinders zu verzichten und sein Geld für Elektromobilität auszugeben. Weltweit sitzen Politiker bei Umweltkonferenzen zusammen und beschließen eine Begrenzung des Temperaturanstieges der Erde auf 2 Grad. Das alleine ist schon ein Ansinnen, das bei genauerer Betrachtung eigentlich große starke Männer mit Zwangswesten auf den Plan rufen müsste, um die gesamte Konferenz geschlossen in ein Irrenhaus zu bringen. Wie können ein paar Zniachtl, die selber jeden Luxus haben und auf nichts verzichten wollen was diese Welt bietet, glauben, dass ihre lächerlichen Beschlüsse auf das Klima einen Einfluss haben, wo sie doch genau wissen, dass sie weder ein stringentes Konzept haben mit dem diese Temperaturbegrenzung schaffen wollen, geschweige denn einen Einfluss auf die eigenen Industrien, die weltweit für das drohende Desaster verantwortlich sind. Dazu kommt dann noch der Egomane mit dem toten Eichhörnchen auf der Birne der offensichtlich bereits im Cäsarenwahn delirierend sämtliche bereits getroffenen Vereinbarungen negiert. Die Welt ist klein und ein einziger Idiot ist oft entscheidend. Die Wissenschaft strengt sich an, kann aber nicht garantieren immer sofort eine Lösung zu finden. Und Politiker, auch die österreichischen erkennen den Ernst der Lage nicht und haben darüber hinaus kaum den Mut unpopuläre Entscheidungen zu treffen, oder stecken sowieso mit den Beharrungskräften der Wirtschaft, die keine Veränderung wollen, unter einer Decke. Dass unsere neue Regierung, falls sie den zustande kommt, eine bessere Idee zum Schutz der Welt entwickelt als das Elektrogeilomobil, halte ich für unwahrscheinlich.

6 Gedanken zu „Elektrogeilomobil“

  1. Alfred, ich denke der Elektroantrieb ist einfach die nächste Evolutionsstufe der Mobilität – die Leute kaufen doch keine Teslas wegen der Umwelt…

    (keine Abgase daheim und beim Fahren, viele PS mit saustarkem Drehmoment, viele Teile entfallen, und und und)

    Dass das Batteriethema noch nicht durchdacht ist – geschenkt. Der Verbrennungsmotor war auch nicht komplett fertigentwickelt als er sich gegen Pferde(stärken) durchsetzte oder?

    Und komischerweise sind es immer die gleichen Argumente, und immer von Leuten die noch nie mit einem Elektroauto gefahren sind 😉

    Beim Rest stimme ich dir allerdings zu 😀

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    1. muss man tatsächlich mit einem Elektroauto gefahren sein, damit man sich Gedanken über die Entsorgung der Akkus machen kann ? Ich bin gefahren, bin auch fasziniert von der Technik, aber die Problematik – wenn man sie in die Zukunft extrapoliert – bleibt bestehen. Davon abgesehen, wenn wir übermorgen alle E-Autos besitzen bricht das Netz zusammen. Und das Wunder der individuellen Mobilität, dass unsere Gesellschaft seit hundert Jahren zum Fetisch erhoben hat, wird prolongiert bis nichts mehr geht. Darüber wird vergessen und verhindert, die öffentlichen Nahverkehrsmittel auszubauen. Der Ex präsident von Uruguay, Jose Mujica, der ob seiner Schlichtheit und ob seiner scharfen politischen Analyse bewundernswert ist, hat gesagt: Man holt die Leute aus der Armut und was wollen sie dann ? Konsum! Da warten
      weltweit einige Milliarden Menschen auf ihr Elektroauto, und wenn sie es haben, dann wollen sie mehr und die CO2 Emission der Benzinautos beträgt grade einmal 1% der Gesamtproduktion an CO2. Das ist das Problem, tu was dagegen…. Lg Fred

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      1. ad ensorgung der akkus möchte ich eine kleine anmerkung beitragen: schon in den 70-er jahren habe ich verbrauchte bleiakkus im großen stil gesammelt und sie an eine firma in der oststeiermark verkauft, wo die wiederverwertbaren materialien genutzt wurden. für die tonne altbatterien wurden 1400 schilling gezahlt, konnte also kein schlechtes geschäft gewesen sein. es würde mich wundern, wenn nicht auch für die moderneren akkus eine wiederverwertung möglich wäre. remember: wir alteisensammler haben tradition…..

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  2. Das ist mir jetzt entschieden zuviel Blick in die Glaskugel und zuviel Konjunktiv:
    – Technik in die Zukunft extrapoliert…
    – wenn wir übermorgen alle E-Autos besitzen…
    – wenn sie [ihr Elektroauto] haben, wollen sie mehr…

    Kennst eh das Problem mit den Prognosen, besonders wenn sie die Zukunft betreffen 😉

    Ich verteidige außerdem nicht die Batterie, nur den Elektroantrieb.

    Ich bin mit sicher, auf alle Fragen (Netzinfrastruktur, Speichertechnologie, …. ) wird es eine Lösung zu gegebener Zeit geben.
    Weil, und da bin ich bei dir, DAS die Leute interessiert und daher finanziellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einfluss hat.

    Den menschengemachten Klimawandel aufzuhalten interessiert leider niemanden wirklich, und daher werden wir uns weiter in den Abgrund begeben – das prophezeie ich jetzt 😉

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  3. Wir leben sowieso auf einem Pulverfass, und die Menschheit heizt das Ganze noch zusätzlich an mit Klimaverschmutzung (Atomkraft, usw.), Kriege, Verschwendung zukünftiger Ressourcen, Verschmutzung des Weltalls, usw.,( dabei sind die Naturkatastrophen noch nicht einmal miteinberechnet)das alles ist ein Kreislauf in den Abgrund und nicht mehr wirklich aufzuhalten, im Prinzip sollten wir im Hier und Jetzt das Beste aus unserem Leben machen, ohne jedoch jemanden auszubeuten oder zu unterdrücken, denn es kommt nicht darauf an, wann wir den Abgang, sondern wie wir den Abgang machen.

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