Blabla-Ismus

„Unsere Kundschaft sind die Unternehmen“, sagt die ÖVP Ministerin Schramböck, im Standard- Interview. Man sollte meinen, eine staatstragende Partei hätte in einer Demokratie ein ganz anderes Selbstverständnis, als dezidiert für eine einzige Gruppe zu agieren. Da sie ja nach wie vor den Namen Volkspartei trägt, muss man auf Grund dieser Aussage davon ausgehen, dass es sich dabei keineswegs um eine Volkspartei, sondern um eine Tarnorganisation des Industriellenverbandes handelt. Die Wahrheit ist, dass die Volkspartei  sehr hohe Parteispenden entgegen nimmt und Gesetze beschließt, die ihrer Kundschaft zum Vorteil gereichen. Die Demokratie wird so zum Würstelstand.  Frau Schramböck ist da ganz offen und man fragt sich, ist das Zynismus oder Naivität, wenn sie damit  zugibt, dass die Interessen des Volkes hintangestellt werden, um die Interessen der Unternehmer zu wahren.                                                                                                                                             Weniger bekommt man aus Karoline Edtstadler heraus: Auf die Frage von Armin Wolf, worin sich denn die türkis- grüne Europapolitik von der türkis-blauen unterscheide, kommt als Antwort: „Ich darf zunächst sagen, dass ich tatsächlich für Europa brenne…..“, und dann ein Hinweis auf ihre gloriose Kurzeitkarriere in der EU, und dann nichts mehr. Das ganze Interview verläuft im Sand, denn die Ministerin umgeht jede Antwort mit auswendig gelerntem Blödsinn, den sie wie selbstverständlich von sich gibt. Die Sätze sind so konstruiert, dass sie sinnhaft klingen, der semantische Gehalt ist aber gleich Null. Der Durchschnittsösterreicher – der laut vieler Studien ja nicht sinnerfassend lesen, geschweige denn sinnerfassend hören kann – hat vielleicht sogar den Eindruck, dass sie was besonders Gescheites daherredet. Auch Armin Wolf gelingt es nicht, eine einzige vernünftige Antwort von ihr zu bekommen. Am nächsten Tag sitzt die neue Verteidigungsministerin Klaudia Tanner bei Lou Lorenz-Dittlbacher zum Interview, genauer zur Gesichtswäsche, denn ein Interview ist das auch nicht. Die ehemalige Bauernbundchefin von Niederösterreich hat zu den Fragen über das Bundesheer nur wortreiches Geschwafel bereit, das sie mit dem immer gleichen aufgesetzten Lächeln  wiederholt. „Uns gehts guat und mir san gsund, es lebe hoch der Bauernbund“, das ist alles, was man stimmungsmäßig aus dem von ihr Gesagten heraushören kann.  Die nächste ist die Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger, die uns eine Aussage vorenthält. Sie dilettiert auf einem absoluten Nebenschauplatz der Politik, nämlich der Teiltauglichkeit für den Wehrdienst, den sie zur Staatsräson aufbläst und so tut, als sei es das Wichtigste überhaupt, dass  ein paar hundert zusätzliche, tapfere Österreicher die Saalachau in einem verrosteten Panzer durchpflügen, um dann in einer vergammelten Kaserne von einem teiltauglichen Koch verköstigt zu werden. Was soll die ganze gequirlte Affenscheiße, die diese Politiker und Politikerinnen uns jeden Tag zumuten? Ein verbindliche Aussage wird verweigert und Fragen werden einfach nicht beantwortet. Ob das  Inkompetenz ist oder Berechnung, spielt da keine Rolle. Aber dieses Verhalten ist eine Respektlosigkeit den Bürgern gegenüber. Diese Leute sind gewählt und haben uns Rede und Antwort zu stehen und nicht wie Cyborgs, die vom Bundeskurzler absichtlich falsch programmiert wurden, beständig den gleichen Unsinn zu wiederholen. Wenn ich Journalist wäre, ich würde solche Interviews mit den Vertretern und Vertreterinnen des Blablaismus nur noch mit einem Würgeeisen in der Tasche führen.

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