Little Orban oder wie man ein Gulasch macht

Der große Idealist und Staatsmann HC Strache hat es ja in jenem sattsam bekannten Video kundgetan: Es gibt eine Anzahl Idealisten, die bereit wären, den Parteien ein wenig unter die Arme zu greifen, wenn … ja wenn, für diese darbende unterprivilegierte Gesellschaftsschicht nur die entsetzliche Steuerlast etwas erleichtert würde. (Man muss sich in diesen Idealistenkreisen ja schon bald den Learjet auf Raten kaufen). Die damit einhergehenden Maßnahmen, wie den Kauf der Kronenzeitung und der Kontrolle der Justiz etc., hatten dann ja auch funktioniert. Allerdings anders und nicht so vollständig wie der inzwischen auf dem Lazarustrip befindliche Strache das gehofft hat. Die Krone hat sich Sebastian Kurz wohlmeinender Freund  Rene Benko einverleibt, aus purem Idealismus. Aber Widerstandsnester in der Justiz gilt es noch auszuräuchern. Darum versucht der Bundeskanzler jetzt nachzuholen, was seiner Meinung nach noch zu tun ist. Die böse Justiz an die Kandare nehmen, damit seine Freunde nicht in die Verlegenheit kommen, von der Korruptionsstaatsanwaltschaft in die Mangel genommen zu werden. Und das sind nicht wenige, die sich ganz offensichtlich die Hände beim gegenseitigen Waschen dreckig gemacht haben. Löger, Pröll, Sidlo, Fuchs, Tschank, Rothensteiner, Graf, Strache, Gudenus, Neumann etc. … alles Unschuldsvermutungen natürlich, die für jeden der Genannten gelten. Kurz bedient sich der üblichen Taktik. In der Fachsprache nennt man den Vorgang „seeding“, also säen. Unter dem Siegel der Verschwiegenheit lässt man Journalisten gegenüber ein paar Bemerkungen fallen- zum Beispiel, dass die ganze Korruptionsstaatsanwaltschaft eine rote Partie ist. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird dann ein befreundetes Medium darüber berichten. Zum Beispiel oe24. Der Privatsender von Wolfgang Fellner. Nicht der Breitmaulfrosch persönlich, aber einer seiner Redakteure stellt dann naiv die Frage, ob dem p.t. Publikum denn noch nie aufgefallen ist, dass alles, was da an die Öffentlichkeit gezerrt wird, eigentlich immer die ÖVP oder die FPÖ betrifft. Mit dem zwischen den Zeilen transportierten Verdacht, dass das ja nur in böser Absicht geschähe. So wird nach und nach innerhalb einer Woche oder eines Monats immer mehr Stimmung gemacht. Erst Verdächtigungen, dann dreiste und immer dreistere Lügen, bis das eigenen Gefolge überzeugt ist. Genau so, wie der amerikanische Präsident Trump es vorexerziert: Lügen. Beschuldigungen, Behauptungen und wieder Lügen, solange bis niemand mehr weiß, was wahr oder falsch ist. Aus der sicheren  Deckung dieses  Dickichts aus Lügen, Gegendarstellungen, Dementis   und neuen  Verdächtigungen schlägt man dann zu und hat die verunsicherte Öffentlichkeit auf seiner Seite.

Strache hat seine Sympathien für die Vorgangsweise des Victor Orban in Ungarn bekundet und dabei übersehen, dass Kurz ihm da schon einen oder sogar mehrere Schritte voraus ist.* Kurz hat die Medien in weiten Bereichen schon unter seinen und seinesgleichen Einfluss gebracht. Was noch fehlt zur Demokratur, ist die Unterwerfung der Justiz. Und daran wird jetzt gearbeitet.
Da wären wir dann bei dem Punkt, wie man ein Gulasch macht: Auf ein Kilo Fleisch nimmt man 80 dkg Zwiebeln, die blättrig geschnitten und in Schweinefett angeröstet werden bis sie braun sind……

https://www.derstandard.at/story/2000112255353/50-jahre-medienmogul-wolfgang-fellner-feiert-sich-selbst
*Die Tatsache dass Kurz den Untersuchungsausschuss bezüglich IBIZA möglichst einschränken will, spricht eher für mehrere Schritte.

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