Streng biologisch gesehen

Der ganze “zivilisierte“ oder sollte man mit Adorno sagen „zuvielisierte“ Planet ist in Heimquarantäne. Streng biologisch könnte man auch sagen: Selbstreplikative* biologische Systeme der Gattung Mensch (kurz SSM) verstecken sich derzeit auf dem ganzen Planeten vor ein paar Molekülen, die die Fähigkeit zur Autoreplikation* erlangt haben und dabei die Strukturen und Ressourcen von selbstreplikativen biologischen Systemen nutzen und jene dabei zerstören. Der ganze laufende Prozess wird weltweit streng überwacht von jenen SSM, denen das Kollektiv der SSM in geheimer Wahl den Auftrag erteilt hat, für sie Entscheidungen zu fällen, die die Probleme des Zusammenlebens von SSM betreffen. Dabei gibt es SSM, die jetzt zum Teil noch strengere Maßnahmen fordern und das ganze technische Arsenal aufbieten wollen, das SSM entwickelt hat, um zu verhindern, dass autoreplikative Systeme wie das Coronavirus (ASC) die Ressourcen der SSM weiter zur Vermehrung nutzen und sie dabei in eine biologisch funktionslose Masse verwandeln. Andererseits gibt es unter den vorher genannten SSM, die wir gemeinhin Politiker nennen, solche, die die Gefahr, die mit der Autoreplikation von Molekülen für SSM verbunden sind, eher unterschätzen. Daraus entwickeln sich unterschiedliche Strategien mit der Bedrohung von SSM durch ASC umzugehen und es wird die derzeitige Verlaufsstudie zeigen, welche Strategien für SSM langfristig vorteilhaft sind.
Wie sind die selbstreplizierenden Systeme der Gattung Mensch aber in diesen Schlamassel geraten? Zuallererst hat sich SSM innerhalb von ein paar Jahrtausenden explosiv vermehrt und für diese Vermehrung andere selbstreplizierende Systeme (SS) extensiv als Energiequelle genutzt. Dadurch ist es zur biologischen Extinktion einer Unzahl anderer SS gekommen. Zusätzlich hat SSM dabei einen gewaltigen Energieverbrauch und dadurch eine thermische Veränderung des eigenen Biotops verursacht, die inzwischen die Existenz der SSM bedroht. Da der optimale Temperaturbereich, in dem SSM und die von ihm als Energiequelle genutzten SS existieren können, sehr enge Grenzen hat, wird es in Zukunft für SSM unabdingbar sein, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen oder sich biologisch an die veränderte Temperatur zu adaptieren. Da solche Adaptationsvorgänge aus evolutionärer Sicht für SSM aber nicht in der zur Verfügung stehenden Zeit möglich sind und die Lernfähigkeit von SSM auch begrenzt erscheint, wird es wohl zu Extinktion des SSM kommen. Andererseits kann es sein, dass durch die Nutzung von so unterschiedlichen SS wie Fledermäusen oder Gürteltieren als Energielieferanten durch SSM immer wieder autoreplikative Systeme ähnlich dem ASC auf SSM übertragen werden, möglicherweise kurz hintereinander, und deshalb irgendwann die Ressourcen von SSM nicht mehr ausreichen, um sich gegen diese AS zur Wehr zu setzen, was ebenfalls zur Extinktion von SSM führen würde.

*Die Selbstreplikation bezeichnet eine vollständig autonome Vervielfältigung ohne äußere Hilfe, wobei allerdings Energie und Material immer von außen kommen, weil es keine Reproduktion aus dem Nichts geben kann.

*Ein Virus ist ein autoreplikatives System. Es kann sich ausschließlich mit Hilfe einer lebendigen Zelle fortpflanzen, da es nur die zu seiner Replikation nötigen Informationen (DNA oder RNA) in sich trägt. Die Energie, Rohstoffe und diverse molekulare Werkzeuge (Enzyme) müssen aus der Wirtszelle gewonnen werden.

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