Orientierungslos?

Nach wie vor gibt es viele Personen, denen es nicht gelingt, sich ein Bild von der Situation zu machen, in der sich Europa derzeit befindet. Da gibt es unzählige Meinungen, die vor allem im Internet zur Diskussion gestellt werden und der medizinische Laie, der von Viren, deren Infektiosität und Verbreitungsgeschwindigkeiten und auch von den Möglichkeiten und Grenzen der Medizin nicht all zu viel weiß, neigt mal dem einen dann dem anderen zu. Wie immer in solchen Zeiten treten selbsternannte Propheten und Besserwisser auf, genau wie es die Schnüffler und die Zurechtweiser gibt, die sich selber in der Rolle des Unfehlbaren wahrnehmen und alle anderen streng kontrollieren wollen, wenn möglich per Gesetz. Nach wie vor zirkulieren Verschwörungstheorien und selbst namhafte Mediziner oder Virologen beteiligen sich mit absurdesten Behauptungen an diesem Verwirrspiel und wirken dabei durchaus glaubwürdig, weil sie offensichtlich überzeugt sind, das ihr Standpunkt der einzig richtige ist. Ein gutes Beispiel aus den letzten Tagen ist Professor Sucharit Bhakdi mit seinem offenen Brief an die Deutsche Bundeskanzlerin.* Zu dem  ich unten den Faktencheck angefügt habe.
Tatsache ist, dass manche immer noch nicht verstanden haben, dass es nicht um die Prozentzahl der Jahrestodesfälle oder um den Vergleich mit Influenzatoten geht, sondern darum, wie die Menschen sterben. Es geht darum, zu verhindern, dass bei uns wie bereits in mehreren anderen europäischen Ländern Menschen im Lungenversagen nicht mehr geholfen werden kann, weil die Beatmungsplätze und andere Ressourcen belegt sind. Wer dann beatmungspflichtig wird, ERSTICKT. Wenn er gar nicht mehr in ein Krankenhaus aufgenommen wird, wie zum Beispiel derzeit im Elsass die Patienten über 80, dann erhält er nicht einmal Sauerstoff oder Morphin zur Erleichterung des Sterbens.
Und mit einer zunehmenden Anzahl von Infizierten steigen die Todesraten an. Und wenn dann die Ressourcen aufgebraucht sind, können auch andere Patienten, auch junge Menschen, evtl. Sie selbst nicht mehr regelhaft versorgt werden. Noch können alle Patienten in Österreich versorgt werden und wir alle hoffen , dass es so bleibt.                     Die meisten von Ihnen werden glücklicherweise noch nicht erlebt haben, wie ein Mensch erstickt, müssen es hoffentlich auch nie. Aber Ärzte und Pflegekräfte schon. Wenn man die Blogs italienischer Mediziner liest, kann man erahnen, woran wir gerade haarscharf vorbeigeschrammt sind. Was also sollen die nutzlosen Vergleiche mit Gesamtsterberaten, Influenzasterberaten und anderen Katastrophen? Soll es die getroffenen Maßnahmen in Frage stellen? Schweden hat gerade eingelenkt und seinen „Sonderweg“ eingestellt, weil die Folgen nicht mehr zu übersehen sind.

https://www.mimikama.at/allgemein/arzt-verharmlost-coronavirus-faktencheck/

 

2 Gedanken zu „Orientierungslos?“

  1. „……wie zum Beispiel derzeit im Elsass die Patienten über 80, dann erhält er nicht einmal Sauerstoff oder Morphin zur Erleichterung des Sterbens.“ woher haben sie denn diesen unsinn?

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