Trump-Ex

Es gibt derzeit zu Donald Trump eine Menge Stellungnahmen, nämlich darüber, wie es weitergeht in Amerika, wenn er die Wahl verliert – was jetzt doch einigermaßen wahrscheinlich erscheint. Von Bürgerkrieg und  gewaltsamer Machtübernahme ist die Rede. Sogar der Spiegel spinnt die Geschichte weiter. Ich denke, das ist alles Unsinn. Nicht zu Unrecht heißt es: Bellende Hunde beißen nicht. Ich glaub, dass Trump nach der Wahlniederlage klein beigeben wird. Seine Anhänger sind zwar schwer bewaffnet, aber dass Gro dieser Leute gehört nicht zu den Hellsten, nicht zu denen, die einen Aufstand gegen die Mehrheit organisieren können. Das sind Leute, die gerne schießen, Latinos verprügeln und Afroamerikaner drangsalieren und umbringen. Sie und ihre Minderwertigkeitskomplexe werden punktuell instrumentalisiert, wenn man das braucht. Sie sorgen vielleicht für Unruhe, aber hinter ihnen steht niemand, zumindest niemand, der so etwas finanziert. Trump himself  ist vollkommen überfordert mit der Rolle des Präsidenten und er weiß das auch. Erinnert euch, wie er gewählt wurde: Er und seine Wahlmanager sind aus allen Wolken gefallen, sie hatten nicht damit gerechnet, dass er die Wahl tatsächlich gewinnt. Schon die ersten Monate seiner Amtszeit waren dilettantische Improvisation. Nachdem Stephan Bannon als Chefstratege gegangen wurde, gab es nur noch Trump, der wohl eine Zeit lang geglaubt hat, er schafft den Spagat zwischen den konservativen Ansichten seiner Wähler und den tatsächlichen Notwendigkeiten der Politik. Er wurde, was auf Grund seiner Unfähigkeit klar war, ununterbrochen attackiert und hat in seiner heiligen Einfalt geglaubt, er könnte mit seinem Twitter- Account seine Sicht der Dinge zur Wahrheit erklären. Erstaunlicherweise ist ihm das zumindest bei einem Teil seiner Anhänger auch gelungen.  Er hat nur wenige weitreichende Entscheidungen getroffen. Die Besetzung wichtiger Richterposten und den Ausstieg aus der WHO waren die Highlights. Vieles, was er entschieden hat, hat er anderntags relativiert. Den einen Tag war der Koreaner der „little rocket man“, der einen kleineren roten Knopf hat als er,und dann war er wieder sein bester Freund, je nach Tagesverfassung eben.  Die gute amerikanische Konjunktur war darauf zurückzuführen, dass konservative Unternehmer dazu neigen eher zu investieren, wenn ein konservativer Präsident an der Macht ist, weil der letztlich das veranlasst, was in ihrem Sinn ist und sie sicher vor sozialen Experimenten oder Steuererhöhungen sind. Dass  der Handelskrieg, den er mit China angezettelt hat langfristig was bringt, halte ich auch für unwahrscheinlich. Amerika hat seine Stärken, aber statt dieses riesige Potential an Wissen, industrieller Power und Risikofreudigkeit zu nutzen und in zukunftsträchtige Bereiche wie den Umweltschutz zu gehen, hat er sich auf ein lächerliches Gezänk mit China eingelassen, das in punkto industrieller Produktion von Massenartikeln Amerika allemal in die Tasche steckt. Das hat aber seinen Fans imponiert. Alles was kompliziert war, hat er einfach ignoriert oder gleich fallengelassen. Amerikas Außenpolitik Ressort wurde aufgelöst und die Außenpolitik wurde von ihm per Twitter nach dem morgendliche Stuhlgang erledigt. Solange alles gut ging, konnte er sich zumindest einreden, ein großartiger Präsident zu sein. Jetzt, da alles schief geht, ist er müde und strampelt nur noch, um nicht unterzugehen. Dazu kommt, dass er ein fauler Hund ist, dem zwar die Auftritte vor Fernsehkameras Spaß machen, der aber vor allem den Dingen, die geistige Anstrengung oder riskante Entscheidungen verlangen, aus dem Weg geht.  Außerdem ist er 73 Jahre alt und auch wenn die Macht, die er hat, sicher potenzfördernd ist, wird er für den Rest seines Lebens den Stress nicht mehr wollen. Ich glaube, er will nur noch weg und kämpft vielleicht noch um einen Abgang ohne allzu großen Gesichtsverlust. Er wird sich zurückziehen und weiter twittern, wenn man ihn lässt. Und in dem Glauben, dass alles, was er sagt, wichtig ist, wird er die Geschehnisse aus dem Off kommentieren. So  wie bei seiner Angelobung angeblich Millionen Menschen anwesend waren, werden bei seinem Abschied Millionen ihren Schmerz in das Kopfkissen heulen. (Er war der Beste, marvelous, impressive….) Menschen wie er leben in Phantasien und vermischen diese mit der Realität. Man darf die Rolle des mächtigen Präsidenten, die er spielt, nicht mit dem Menschen Donald Trump verwechseln. Nach vier Jahren bleibt nur ein eitler, narzisstischer Einfaltspinsel, den das Schicksal an diese Position verfrachtet hat wie ein Stück Treibgut.  Er wird sich damit trösten, dass er der mächtigste Mann der Welt war und wird die Geschichte zum eigenen Heldenepos verklären. Dass er nicht angeklagt wird, wegen was auch immer, dafür sorgen die Republikaner und die konservativen Richter, die er eingesetzt hat. Er wird eine großartige Abschiedsrede an die Nation halten, ganz im gewohnten Stil, über die wir alle lachen werden, dann wird er beim Golfspielen allen erzählen, welch grandioser Präsident er war. Damit hat es sich dann.

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