Maskerade

Schon lustig, dass die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft so auf die Türkisen und deren Umfeld eindrischt.  Aber das ist sicher alles vom bösen politischen Gegner gesteuert. Vermutlich von Tal Silberstein persönlich lanciert und in Szene gesetzt. Zumindest warte ich darauf, dass der gute Tal wieder mal erwähnt wird von den Türkisen.

Jetzt hat es die Hygiene Austria erwischt. Die Firma wurde am 12. März 2020* gegründet. Also einen Tag vor dem ersten Lockdown, den Bundeskanzler Kurz verkündet hat. Die Firma stellt FFP2 Masken her, derzeit das Geschäft des Jahrhunderts. Die Hygiene Austria gehört zur Hälfte der Palmers AG, deren Eigentümer, Luca Matteo Wieser und  Tino Wieser, sind Geschäftsführer der Palmers AG. Tino Wieser ist darüber hinaus auch Geschäftsführer der Hygiene Austria. Luca Matteo ist der Ehemann von Lisa Wieser. Sie ist Büroleiterin und langjährige Mitarbeiterin von Sebastian Kurz im Kanzleramt.   Passenderweise arbeitet Katharina Nehammer, die Gattin des Innenministers, bei der PR-Agentur Schütze. Die Agentur macht die Pressearbeit für Hygiene Austria. Also Zufälle gibt es, man würde es nicht für möglich halten….

Jetzt müsste man annehmen, dass FFP2 Masken, die in Österreich produziert werden, auch in Österreich zertifiziert werden und zwar entweder vom Eich- und Vermessungsamt, dann müssten sie das Prüfzeichen CE 0445 haben,  oder vom Institut für Ökologie, Technik und Innovation GmbH und dann müsste CE 0534 draufstehen.                                                             Ich habe hier vor mir eine Maske liegen mit dem Aufdruck: Hygiene Austria Type: Happ 02 20/2024  EN 149:2001+A1:2009 FFP2NR CE 2233. Das Zertifikat stammt also, wie die unten angefügte Liste zeigt,  aus Ungarn. Das verunsichert ein wenig, zumal ein Großteil der derzeit erhältlichen Masken aus chinesischer Produktion auch nicht in Österreich zertifiziert sind, sondern in der Türkei.

Steht auf Ihrer Maske CE 2163 drauf, dann heißt das: Made in China – geprüft durch UniversalCert in Istanbul.

90% der chinesischen Hersteller lassen sich das CE Zeichen in der Türkei besorgen. So umgeht man die Konformitätsprüfungen in der EU. Trotzdem werden diese Masken angeboten, weil die EU ein Zollabkommen mit der Türkei hat. Also die Tür für Fälschungen ist weit geöffnet. Es besteht der Verdacht, dass  90% dieser Masken nicht konform sind.
90% aller in den Verkehr gebrachten FFP2 Masken bieten offensichtlich den versprochenen Schutz nicht! Also CE 2163 heißt vermutlich nicht, dass die Maske das tut, was sie soll.  Diese Masken werden auch in Apotheken verkauft. Und falls die Hygiene Austria tatsächlich chinesische Masken umpacken hat lassen und  als österreichische verkauft, dann ist Feuer am Dach, dann ist das eine wirklich ganz große Sauerei. Aber noch gilt die Unschuldsvermutung.

Quelle : „Corriere della Sera, Mailand 27.2.2021“.

Zugelassene Stellen für CE-Zertifizierungen von FFP2 und FFP3 Atemschutzmasken – Produktwarnungen – Produktrückrufe und Verbraucherwarnungen.

ÖVP-Berater macht Corona-Millionen: Oberösterreich zahlte 6-fachen Preis für Schutzausrüstung (kontrast.at)

*Nach anderen Darstellungen wurde Die Hygiene Austria LP GmbH erst am 24. April 2020 gegründet.

Eine Anfrage der Neos im Parlament beinhaltet aber ebenfalls das Datum 12. 3.2020. Da nehm ich an, dass das stimmt, und dass die „andere Quelle“ sich vielleicht bewusst irrt.

Parlamentarische Materialien

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