Eine doppelte Verneinung ist eine Bejahung

Der Spin* (ich liebe dieses Wort inzwischen), also der Spin,  den uns die neue Wunderwaffe der Türkisen, nämlich Stehfrisur-Hanger gestern in der Sendung „Im Zentrum“ „einidrucken“ wollte, ist so gnadenlos unverschämt und so unendlich dämlich, dass man das ein paar Minuten sickern lassen muss bis eine damit befasste Kontrollinstanz im eigenen Hirn sagt: Der meint das wirklich ernst! Erst dann ist man verblüfft. Was Hanger zum Ausdruck brachte und was anderweitig auch schon von türkisen Spindoktoren auf mediale Tauglichkeit getestet wurde ist, ist Folgendes: Bei seiner Einvernahme vor dem Untersuchungsausschuss hätte Sebastian Kurz die Frage, ob er von der Bestellung seines Familienmitgliedes Thomas Schmid zum ÖBAG Chef Kenntnis gehabt hätte, zweimal verneint. Was – grammatikalisch richtig – eine Bejahung darstellt. Ihn also  im Zusammenhang mit den aufgetauchten Chatprotokollen, die beweisen, dass er sehr wohl eingebunden war, der Lüge zu bezichtigen, wäre eine Bosheit der Opposition, weil er ja eh zweimal verneint, also eindeutig bejaht habe. Bumm, das muss man sich trauen. Bin gespannt, welchen Stellenwert dieser Spin in den  nächsten Tagen in der Message-kontrollierten Verteidigungsstrategie der Türkisen einnehmen wird. Und natürlich fragt man sich auch: Wie dämlich muss man denn sein, um das zu glauben. Oder ist es inzwischen so weit, dass Botschaften aus dem türkisen Firmament von den Gläubigen gar nicht mehr hinterfragt werden. Gilt Kurz bei seinen Anhängern schon als unfehlbar wie der Papst, wenn er „ex cathedra“ entscheidet? Jedenfalls stellt dieser Spin der Glaubensgemeinschaft der Kurzianer in intellektueller Hinsicht kein gutes Zeugnis aus. Aber lassen wir es dabei bewenden. Lediglich eins möchte ich gerne wissen: Gilt der Spin  auch für die zwei israelischen Flaggen auf dem Bundeskanzleramt und dem Außenministerium?  Zweimal Israel ist in Wahrheit einmal für die Palästinenser?

*Der Begriff Spindoctor ist eine aus dem Englischen übernommene Bezeichnung für einen Medien- oder politischen Berater und Verantwortlichen für Öffentlichkeitsarbeit. Die Bezeichnung wird von den Massenmedien besonders im Bereich der Politik benutzt und hat eine negative Konnotation, da sie andeutet, dass die als „Spindoctor“ bezeichnete Person Ereignisse „mit dem richtigen Dreh (englisch spin) versieht“, indem sie für eine unterschwellig manipulierte Darstellung in den Medien sorgt.

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