Pilnachat

Schön,  was so alles zu Tage kommt. Der eine will nicht mit dem Pöbel reisen (n.B.: der Pöbel, das sind wir….), der andere will einem Land, dessen Verfassungsgerichtshof anderer Meinung ist als er, nicht mehr dienen. Darüber hinaus gibt selbiger Herr Pilnacek  Rassistisches und Sexistisches zum Besten. Alles was ihm dann dazu  einfällt ist,  sein Erstaunen über die eigenen, doch recht entlarvenden Chatmitteilungen, zum Ausdruck zu bringen. Und wenn man das liest, weiß man als gelernter Österreicher, dass auch dem wieder jemand was Halluzinogenes in den Morgentee gekippt hat. Der H. C. Strache erlitt ja dasselbe Schicksal.  Dem hat ja auch jemand, der vorher halluzinogene Pilze konsumiert hat, in seinen Red Bull Wodka gepinkelt, sonst hätt er das alles nie gesagt. Und so sagt auch Pilnacek: „Ich kann mir das schon deshalb nicht erklären, weil diese abstoßenden Worte im völligen Widerspruch zu meiner Persönlichkeit, meinen Einstellungen und zu meiner bisherigen und langjährigen Arbeit im Dienst der Rechtspflege stehen“. Darum sei er „zutiefst entsetzt“ von seinen eigenen Nachrichten.  Ja, da ist man oft überrascht, wie wenig man sich selber kennt.  Da hält man sich für einen Ehrenmann ohne Fehl und Tadel und dann kommt man drauf, dass die eigene Psyche unter dem glatten Äußeren  ein paar erschreckende Unebenheiten aufweist. So geht es jetzt vielen im Dunstkreis der ÖVP und später wahrscheinlich erst recht, wenn die Justiz das alles aufgearbeitet hat, da werden wir wahre Tragödien erleben von Leuten, die zutiefst über sich selber erstaunt sind, weil sie von ihren eigenen Schattenseiten dermaßen überrumpelt und hinters Licht geführt wurden. Lauter Leute, die verwundert über ihre eigenen Aussagen und vor allem ihre eigenen Taten sein werden.  Da war es in dieser Hinsicht früher besser. Damals, als einige dieser Lemuren,  die  aus einer Samenspende des ehemaligen Landeshauptmannes Pröll entstanden sind,* am Werke waren, gab es noch keine Chatprotokolle. Da gab es Notizbücher und keine elektronischen Erinnerungen, die auf ewig irgendwo rumhängen. Da gab es Geheimcodes, die niemals entschlüsselt wurden. Ich erinnere mich noch an den komplex verschlüsselte Namen: „W. Lüssel“ im Notizbuch eines Waffenhändlers, das bis heute  die Gehirne der Rechercheure rauchen lässt. Dieser geheimnisvolle W. Lüssel ist auch nie zur Rechenschaft gezogen worden, obwohl es jede Menge Verdachtsmomente gegen ihn gab. Aber man wusste einfach nicht, wer er war.  Damals konnte man sich nur, wenn man saublöd war, um Kopf und Kragen reden. Mit den Worten: „I am a Lobbyist and I take one hundred thousand Euros…..“ oder so ähnlich. Aber auch nur wenn man es schaffte, damit ins Fernsehen zu kommen. Damals hieß es auch: Jedes Schrifterl ist a Gifterl.  Jetzt müsste man wohl sagen:  Jedes mobil phone führt in die Todeszone…… oder so ähnlich halt. ..

Aber andererseits, was haben wir für ein Glück! Stellt euch vor, wir hätten jetzt keine grüne Justizministerin, sondern eine türkise. Schon einmal darüber nachgedacht? Würden wir dann all die interessanten Chats zu Gesicht bekommen? Würden  wir wissen, dass Thomas Schmid seinen Kanzler liebt und 2500 Dickpics auf seinem Handy gespeichert hat? Hätte uns irgendwer darüber informiert, dass der Verfassungsrichter Brandstetter enge Beziehungen zu einem Immobilienspekulanten mit sehr schlechtem Gewissen hat? Hätten wir je erfahren, dass der Bundeskanzler vor dem U- Ausschuss  etwas ganz anderes erzählt hat, wie das, was wir seinen Chats mit seiner Familie entnehmen können? Nein ganz sicher nicht. Dann hätten diese Vorgänge ohne jede Einschränkung,  ohne jede Kontrolle, und vor allem ohne unser Wissen stattgefunden. Dann wären die türkisen Gesinnungsgenossen,  wie in der Wahlwerbung angekündigt, wahrlich neue Wege gegangen und ein  Sektionschef Pilnacek hätte jede Anklage der weisungsgebundenen Staatsanwaltschaft „derschlagen.“

PS. Wer kann sich an die Klagerede des Sebastian Kurz nach der IBIZA Geschichte erinnern? Da wollte er  uns weiß machen, wie sehr er unter den vielen Einzelfällen des blauen Regierungspartners gelitten hat. Es klang als hätte er nächtelang in sein Kopfkissen geweint vor lauter Kummer. Jetzt aber sollte man sich vergegenwärtigen, unter welchem Druck tatsächlich die Grünen stehen.  Es gibt eine Koalitionsabmachung, dass die Regierungspartner zB. bei Untersuchungsausschüssen nicht gegeneinander stimmen dürfen. Das hätte einen Bruch der Koalition zur Folge. Und wenn  die Grünen den Fortbestand der Koalition riskieren, riskieren sie, dass alles, woran die Staatsanwaltschaft im Umkreis der Türkisen ermittelt,  in der Folge eingestellt wird. Denn – und da  gehe ich jede Wette ein – Kurz wird ohne zu zögern bei Neuwahlen eine Koalition  mit der FPÖ eingehen – Kickl hin oder Kickl her. Er würde eine Rechtfertigung finden. Und die Wirtschaft, die wir gerade mit unendlich viel Staatsgeld gerettet haben, würde sich mit unendlich vielen Parteispenden bei Kurz bedanken und dann würde er die Wahl gewinnen und nie wieder den Fehler begehen, das Justizministerium in fremde Hände zu geben.

*Zitat eines Journalisten eines linken bzw. linkslinken Kommunistenblattes….

Noch einmal PS. Wer war eigentlich die linientreue Kollegin, die mit zahlreichen türkisen Accessoires (Brille, Haarband, Handschuhe) versehen, den Bundeskanzler heute fotogen geimpft hat? An Zufälle glaube ich nämlich schon lange nicht mehr….

7 Gedanken zu „Pilnachat“

  1. Ich neige dazu, sofort zu glauben, dass die Dame mit einem elektronischen Buntstift eingefärbt wurde. Dass Bilder gefakt werden, wäre nicht das erste Mal…..aber natürlich gibt es auch eine erhebliche Anzahl von willigen Kollaborateur/innen

    Gefällt 1 Person

  2. Also manchmal denkt man schon, der hat sie nicht alle. Was ist das für eine Fehlentwicklung? Dass das alles einem Marketingkonzept folgt glaub ich langsam nicht mehr. Man muss doch merken wann es peinlich wird. Sind das spätpubertäre Bubenträume ? Alles türkis von mir beeinflusst… alles von mir gesteuert und ich der Mittelpunkt von allem…?

    Gefällt 1 Person

  3. Ich kann dir wie zu deinen Blogbeiträgen nahezu 100%ig rechtgeben.
    Ergänzend dazu: Der ORF sprach von Entschuldigung.
    ORF-JournalistInnen haben immer wieder, wie auch sonstige JournalistInnen, Probleme mit der passenden Verwendung von Begriffen. „Um Verzeihung bitten“ (Pilnacek) und „sich entschuldigen“ (ORF – doppelt falsche Begrifflichkeit) vernebeln den Kern der Sache. Pilnacek hat richtig formuliert, sollte aber als bekennender Katholik seinen Beichtvater aufsuchen um sein Gewissen zu erleichtern. „Mea Culpa“ ist aber für einen hochgestellten Beamten kein taugliches Outing, um damit gebotene politische Verantwortung und Konsequenzen vermeiden zu wollen. Das sollte allen AmtsträgerInnen mit einer Unterschrift unter einem Code of Conduct abverlangt werden. Zuwiderhandeln bedeutet, von sich aus einen solchen Vertrag aufzukündigen. Aber auch das ist ja schon in elementaren Rechtsgrundsätzen festgelegt worden und es sollte P. bekannt sein
    Pilnacek ist hier zu weit gegangen: als Jurist in derart ranghoher Position den Verfasssungsgerichtshof in Frage zu stellen, das ist außerhalb des Verfassungsbogens.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s