Witz des Tages

Die ÖVP hat kein Korruptionsproblem!                                                                                                                            

Während Franz Fiedler von einem Sittenbild der übelsten Sorte spricht und sich an die Endzeit des römischen Reiches erinnert fühlt, meint Karl Nehammer, es käme nun darauf an, alles abzustreiten und den Teilnehmern des zukünftigen Untersuchungsausschusses zur ÖVP- Korruption gleich vorweg politische Befangenheit zu unterstellen und so lange zu lügen, bis Gras über die Sache gewachsen ist. Er vertraut darauf, was er im Seminar politische Kommunikation bei Peter Filzmaier  gelernt hat: Je öfter was wiederholt wird, je eher wird es geglaubt.  Der Slogan „Flood it with shit“ als Synonym für das Anpatzen der Gegner, wenn sie einem auf die Schliche kommen und Korruption aufdecken, ist dort wohl auch einmal erwähnt worden. Mit seiner zur Schau getragenen Verbindlichkeit und Korrektheit versucht er die Öffentlichkeit einzulullen. Sein Auftrag ist es eine Desinformationskampagne zu starten, um die ÖVP letztlich reinzuwaschen. Mit dem Bonmot, dass die ÖVP kein Korruptionsproblem hat, wagt er sich weit vor, zeigt aber auch, dass er Sinn für schrägen Humor hat.  

 Ob  der neue Finanzminister wirklich gewillt ist alles aufzudecken, was seinen direkten Vorgänger betrifft und die Malversationen des Thomas Schmid – im Zusammenhang mit gefakten und gekauften  Jubelberichten bei den Fellners – und die Vorgänge um die Steuernachzahlungen des Herrn Wolf ebenfalls, muss man auch erst abwarten. Womöglich ist da vieles an Beweismaterial nicht auffindbar oder verschwindet im Schredder.  Also wirkliches Vertrauen kommt da nicht auf. Das Finanzministerium ist immerhin seit dem Jahr 2000 in den Händen der ÖVP, also seit Karl-Heinz Grasser, der gerade zu 8 Jahren Gefängnis wegen Korruption verurteilt wurde. Das ist auch sehr witzig. Aber, dass einer von der ÖVP die ÖVP Korruption untersucht – da hat Sobotka schon die Hand drauf – da ist für Magnus Brunner nichts mehr zu gewinnen.

Darum kommt der zweite Witz des Tages von Arbeitsminister Martin Kocher. Er fordert, dass Frauen, die Teilzeit arbeiten, gefälligst ein paar Stunden zusätzlich anschaffen sollen. Wenn man im Hinterkopf hat, dass Sebastian Kurz, der ihm diesen Ministerjob verschafft hat, am Beginn seiner glamourösen Karriere verantwortlich dafür war, dass die verbindliche Finanzierung für Kinderbetreuung blockiert wurde, und damit viele Frauen zur Teilzeitarbeit gezwungen sind, ist das ein ziemlich  guter Witz.

Auf Grund dieser kabarettistischen Fähigkeiten plädiere ich dafür, dass Karl Nehammer den österreichischen Kleinkunstförderpreis erhält und Martin Kocher den Salzburger Stier. Den Hauptpreis erhält aber Herbert Kickl. Er ist wirklich immer zu einem Scherz aufgelegt. Seine lustigen Beiträge zur Coronaimpfung und seine Behandlungsvorschläge zählen zum Witzigsten und Hinterfotzigsten, das uns das Coronajahr 2021 beschert hat. Im gebührt der Titel Clown der Nation.*

Das Recherchenetzwerk OCCRP kürte die „Person des Jahres 2021 im Bereich Organisierte Kriminalität und Korruption“. Sebastian Kurz war dabei unter den fünf Finalisten, gemeinsam mit Alexander Lukaschenko, dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad,  dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan sowie dem afghanischen Ex-Präsidenten Ashraf Ghani. Sieger wurde Lukaschenko, aber 5. Platz weltweit für Kurz, immerhin…..hätte man einen derart durchschlagenden Erfolg jemals für möglich gehalten? Er hat sämtliche afrikanischen Korruptionisten hinter sich gelassen und auch Ungarn abgehängt.

Österreich fällt im internationalen Korruptionsranking (CPI) auf Rang 15 zurück | Transparency International – Austrian Chapter, 28.01.2021 (ots.at)

Sebastian Kurz unter korruptesten Politikern des Jahres – Politik | heute.at

https://www.derstandard.at/story/2000132208667/kanzler-nehammer-die-oevp-hat-kein-korruptionsproble

*Seine rhetorischen Beiträge zum Geschehen und die Tatsache, dass er die drittgrößte Partei im Land führt, lässt Österreich zudem über die Grenzen hinaus als einen Staat von lustigen Volltrotteln erscheinen.

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