Eine doppelte Verneinung ist eine Bejahung

Der Spin* (ich liebe dieses Wort inzwischen), also der Spin,  den uns die neue Wunderwaffe der Türkisen, nämlich Stehfrisur-Hanger gestern in der Sendung „Im Zentrum“ „einidrucken“ wollte, ist so gnadenlos unverschämt und so unendlich dämlich, dass man das ein paar Minuten sickern lassen muss bis eine damit befasste Kontrollinstanz im eigenen Hirn sagt: Der meint das wirklich ernst! Erst dann ist man verblüfft. Was Hanger zum Ausdruck brachte und was anderweitig auch schon von türkisen Spindoktoren auf mediale Tauglichkeit getestet wurde ist, ist Folgendes: Bei seiner Einvernahme vor dem Untersuchungsausschuss hätte Sebastian Kurz die Frage, ob er von der Bestellung seines Familienmitgliedes Thomas Schmid zum ÖBAG Chef Kenntnis gehabt hätte, zweimal verneint. Was – grammatikalisch richtig – eine Bejahung darstellt. Ihn also  im Zusammenhang mit den aufgetauchten Chatprotokollen, die beweisen, dass er sehr wohl eingebunden war, der Lüge zu bezichtigen, wäre eine Bosheit der Opposition, weil er ja eh zweimal verneint, also eindeutig bejaht habe. Bumm, das muss man sich trauen. Bin gespannt, welchen Stellenwert dieser Spin in den  nächsten Tagen in der Message-kontrollierten Verteidigungsstrategie der Türkisen einnehmen wird. Und natürlich fragt man sich auch: Wie dämlich muss man denn sein, um das zu glauben. Oder ist es inzwischen so weit, dass Botschaften aus dem türkisen Firmament von den Gläubigen gar nicht mehr hinterfragt werden. Gilt Kurz bei seinen Anhängern schon als unfehlbar wie der Papst, wenn er „ex cathedra“ entscheidet? Jedenfalls stellt dieser Spin der Glaubensgemeinschaft der Kurzianer in intellektueller Hinsicht kein gutes Zeugnis aus. Aber lassen wir es dabei bewenden. Lediglich eins möchte ich gerne wissen: Gilt der Spin  auch für die zwei israelischen Flaggen auf dem Bundeskanzleramt und dem Außenministerium?  Zweimal Israel ist in Wahrheit einmal für die Palästinenser?

*Der Begriff Spindoctor ist eine aus dem Englischen übernommene Bezeichnung für einen Medien- oder politischen Berater und Verantwortlichen für Öffentlichkeitsarbeit. Die Bezeichnung wird von den Massenmedien besonders im Bereich der Politik benutzt und hat eine negative Konnotation, da sie andeutet, dass die als „Spindoctor“ bezeichnete Person Ereignisse „mit dem richtigen Dreh (englisch spin) versieht“, indem sie für eine unterschwellig manipulierte Darstellung in den Medien sorgt.

Realitätsverweigerer – oder die österreichische Seele

Genau wie es Menschen gibt, die sich die Ohren zuhalten, wenn man ihnen etwas über die Notwendigkeit der Corona- Maßnahmen erzählt, gibt es diese Form der Realitätsverweigerung in Österreich speziell in Bezug auf die politische Parteinahme. Bevorzugt werden hier jene Erklärungsmodelle der Welt, die die eigenen Vorurteile bestätigen und darüber hinaus die Notwendigkeit selbst etwas zu hinterfragen oder in Kauf zu nehmen, geringhalten. Dazu gehört in Österreich, dass man sich aufgehoben fühlt bei einer Gesinnungsgemeinschaft, die für einen das Denken und alle wichtigen Entscheidungen übernimmt.  Oft beruht der Entschluss sich einer politischen Partei anzuschließen gar nicht auf eigener Erkenntnis , sondern wird familiär tradiert. Jede österreichische Partei hat ihre Stammwähler, die niemals in Erwägung ziehen würden, etwas anderes zu wählen, weil sie in dieses geistige Milieu hineingeboren wurden. Die familiäre Tradition der FPÖ reicht in dieser Hinsicht bis in die Nazizeit, die der ÖVP bis zum klerikal-faschistischen Kanzler Dollfuß und die SPÖ bezieht ihr Stimmenpotential ebenfalls aus den historisch gewachsenen Strukturen, die einstmals den Arbeiterkampf prägten. Trotz dieser demokratischen Anteile hat das aus dem Absolutismus stammende Untertanentum in der österreichischen Seele immer noch ein Fleckerl fruchtbaren Boden behalten.  Kaiser, Führer, Kanzler, egal was passiert, wir folgen dir. Wenn der Führer ein Schlitzohr ist, dann findet der gelernte Untertan tausend Gründe der Entschuldigung, um das, was er für seine Meinung über den Führer hält, nicht revidieren zu müssen.

In Österreich wird jetzt beinahe wöchentlich eine Frau getötet. Ein eilig inszeniertes Treffen der Frauenschutzorganisationen (dass man so etwas braucht und benennt ist schon ein dramatisches Warnsignal für eine angeblich moderne Gesellschaft) mit den verantwortlichen MinisterInnen führt zu mehr Geld für Gewaltprävention.  Ein Gutteil davon wurde vorher von der türkis/blauen Regierung gekürzt und jetzt halt widerwillig wieder bewilligt. Zum Vergleich: 2020 wurden in Österreich für 205 Ansuchende rund 27 Millionen Presseförderung bewilligt.  Für 4.522.292 potenziell betroffene Frauen stehen gerade einmal 24 Millionen Euro zur Verfügung. Ein Bruchteil dessen, was dringend notwendig wäre.  Wenn man bedenkt, dass das Medienkonglomerat des Wolfgang Fellner pro Jahr etliche Millionen Volksvermögen als Presseförderung kassiert und darüber hinaus weitere Millionen für Werbeeinschaltungen der Türkisen einsackt, geht einem die Galle über. Dass der Mann journalistische Grundgesetze missachtet und obendrein in dem Verdacht steht, Mitarbeiterinnen sexuell belästigt zu haben, spielt keine Rolle. Hauptsache ist, dass er regierungsfreundlich berichtet, denn gerade jetzt wird mediale Unterstützung benötigt. Der Bundeskanzler und sein Adlatus Bonelli werden von der Staatsanwaltschaft als Beschuldigte geführt. Der Kanzler hat im Untersuchungsausschuss zu Protokoll gegeben, dass er mit der Besetzung des ÖBAG-Chefpostens mit Thomas Schmid nichts zu tun hatte. Die Chats …. Kriegst eh alles, was du willst .. ich liebe meinen Kanzler.. etc. etc. sind aber in ihrer Eindeutigkeit Beweis genug. Man kann natürlich auch das relativieren mit der Behauptung, dass eh alle lügen. Aber hier geht es einerseits um den Verdacht der Korruption und dass der Bundeskanzler nicht nur den U-Ausschuss, sondern das Volk belügt. Auch die Behauptung, dass die WKSTA ein sozialistisches Netzwerk ist, obwohl alle diese Staatsanwälte von ÖVP-Ministern eingesetzt wurden, oder dass die bösartigen Abgeordneten im Untersuchungsausschuss ihm das Wort im Mund umdrehen, wird vom türkisen Fanclub  genüsslich, wie eine warme Nudelsuppe hinuntergeschlürft. Wenn Politik darin gipfelt, dass der Parlamentspräsident nach zahlreichen Lügen seiner Parteigenossen die Abschaffung der Wahrheit fordert und der Finanzminister ein Katz- und Mausspiel mit dem Verfassungsgerichtshof veranstaltet, dann sind wir wahrlich weit gekommen. Diese kakanische Haltung der Bürger, alles als selbstverständlich hinzunehmen oder zu entschuldigen, ermöglicht es, dass die Korruption bis ins kleinste Kaff reicht, wo blitzdumme Leute eine Machtfülle erlangen, die in Staunen versetzt. Mir fällt da der Begriff „steuerbar“ wieder ein, den ein türkises Familienmitglied* verwendet hat, um die Brauchbarkeit einer Frau in einem Aufsichtsrat näher zu klassifizieren. Von oben ungehindert durchregieren bis ins hinterste Innviertel, wo immer noch alles schwarz und ein wenig blau ist und der Fortschritt seit dem 2. Weltkrieg anhand der PS Zahlen des Traktors bestimmt wird. Wo die Befehlskette bis zum Bürgermeister reicht, der dann entscheidet, dass der Unternehmer sein Hotel im Naturschutzgebiet errichten kann und das Lagerhaus mitten im Ort gebaut wird, während die Landespartei dem Ortsbildbeirat klar macht, warum es für ihn besser ist, ein positives Gutachten abzugeben. Oder anderswo Adlerrunden darüber befinden, wann genau der Gesundheitslandesrat alles richtig gemacht hat. Wo sind eigentlich in Österreich die Grenzen für politische Unseriosität und wann wird die Zivilgesellschaft adäquat darauf reagieren? Die momentanen Umfragen schauen nicht danach aus, dass das Wahlvolk erkennt, wie es an der Nase herumgeführt wird. Müssen die Zustände erst sein wie in Haiti, wo der Polizeipräsident die Einkünfte aus allen Parkuhren in Port-au-Prince kassiert und der Innenminister die Hilfsgelder der UNO unter seinen Familienmitgliedern verteilt?

PS: Wer immer noch glaubt, die türkise Bewegung ist angetreten, um in Österreich etwas anderes zu tun als Politik zum eigenen Vorteil zu machen, der sollte sich zumindest der kleinen Mühe unterziehen,  einmal die Berichte über Österreich in einer ausländische Zeitung zu lesen .    

Penisbilder und Korruption – Krise in der österreichischen Regierung (blick.ch)

Österreich: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Bundeskanzler Sebastian Kurz (faz.net)

Sebastian Kurz: Auf Kosten der demokratischen Institutionen | ZEIT ONLINE

Österreich: Kanzler Sebastian Kurz wegen Falschaussage beschuldigt – Politik – SZ.de (sueddeutsche.de)

“House of Kurz”: “Politico” zeigt, wie das türkise Kartenhaus zerfällt – Politik – VIENNA.AT

Sebastian Kurz, ein „Meister in der Kunst der verführenden… | DiePresse.com

Austrian chancellor under investigation for corruption – The Washington Post

Übersicht Ergebnisse der Presseförderung 2020 | RTR

Fellner klagt Österreich auf Presseförderung – Mediengruppe Österreich – derStandard.at › Etat

Präzedenzloser Anforderungsfall

„Was mich schon betroffen macht ist, dass offensichtlich manche den Eindruck gewonnen haben, dass es nicht genügend Respekt gegenüber der Verfassung und ihren Einrichtungen geben könnte“.

Herr Blümel geht scheinbar in sich und entschuldigt sich für den Eindruck den wir gewonnen haben? Darauf kann ich nur mit einem Zitat von Peter Handke antworten: Stecken Sie sich Ihre Betroffenheit …sonst wo hin. Sie brauchen sich nicht für meinen Eindruck entschuldigen, den gewinne ich nämlich selber, dafür sind Sie nur mittelbar verantwortlich. Aber dieser  Eindruck ist verheerend. Der Verfassungsgerichtshof muss einen Minister mit der Drohung,  ansonsten den Bundespräsidenten  zur Exekution auszusenden, zur Herausgabe von Beweismaterial zwingen.  Ich habe mir das schon letzte Woche vorgestellt, wie Alexander van der Bellen mit Helm und Säbel ausrückt, hinter ihm mehrere Generäle mit gezogenen Pistolen….. Aber mein Eindruck, den ich gewonnen habe, wird durch diese eher humoristische Vorstellung nicht verändert. Es ist offensichtlich, dass Blümel die Verfassung unseres Landes, auf die er einen Eid geschworen hat, nicht im Geringsten ernst nimmt. Es ist weiters offensichtlich, dass die angeforderten Unterlagen schwer wiegen. Der  Umstand, dass er die Lieferung letztendlich zwar durchführt, aber in einer Form, die eine Auswertung unmöglich macht, erweckt den Eindruck , dass er was zu verbergen hat und damit verhindern will, dass der Untersuchungsausschuss Beweise für weitere Malversationen findet. Dem Großteil der Österreicher  ist nicht wirklich bewusst, was das bedeutet: Es bedeutet: Wenn ich damit durchkomme, (und das tut er offensichtlich),  dann geht noch mehr. Wir  werden  uns noch wundern, was alles geht…..

PS: Sehr  gefährlich  und sehr nahe an der Manipulation der Wahrheit ist die Darstellung des Geschehens durch den momentanen türkisen Oberbeschwichtiger Andreas Hanger oder in den O.Ö.Nachrichten. Einem Artikel zum Geschehen folgt eine plakatives  Für und Wider zweier Redakteure, ( Lucian Mayringer und Dietmar Mascher), die damit den Eindruck erwecken, dass es zum Entscheid des Verfassungsgerichtshofes legitime alternative Sichtweisen geben könnte und somit Blümel doch auch Recht hat.   Wenn der Verfassungsgerichtshof als oberste Instanz etwas anordnet, dann ist dem Folge zu leisten, ohne Für und Wider. Es ist ein Urteil in letzter Instanz. Auch ein Herr Blümel hat zu liefern, ohne an den Haaren herbeigezogenen rechtliche Bedenken über private Informationen wie Krankenstände und dergleichen als Vorwand zu benutzen. Denn damit  stellt sich Herr Blümel schon über den Verfassungsgerichtshof!  

Die neue Impfempfehlung

 

Wir impfen Menschen jetzt seit gut 200 Jahren und haben damit mehr Erfahrungen als mit sonst einer modernen Therapie. Allein die Tatsache, dass die Grundlagenforschung uns innerhalb eines Jahres neue Impfstoffe zur Verfügung stellt, sollte eigentlich jedem klar machen, welches Knowhow hier vorhanden ist. Trotzdem verweigern viele „aufgeklärte“ Mitteleuropäer die Impfung aus zum Teil irrationalen Gründen.  Nicht nur in Österreich, auch in Bayern gibt es Probleme. Von 31000 , die in München am Isar Klinikum zur Corona-Impfung angemeldet waren, haben sich nur 9866 Personen eingefunden. Fast ausschließlich Lehrer/innen und Mitarbeiter/innen in Kindergärten sind die Impfverweigerer. Was will uns eine der wichtigsten Berufsgruppe des Landes – mit Vorbildwirkung – damit sagen ? Was wissen die, was wir Ärzte nicht wissen? Gibt es dort eine Geheiminformation unter den Pädagogen oder neigen sie vielleicht doch eher den Verschwörungstheoretikern zu? Ich will jetzt nicht alle gängigen Vorurteile gegenüber Lehrern ausbreiten, denn es gibt auch Mediziner, die – obwohl naturwissenschaftlich ausgebildet –  meinen, vor nicht näher definierten Gefahren warnen zu müssen oder in ihren Aussendungen (z.B: Ärzte für Aufklärung) eine weltweite Pandemie mit mehr als 3 Millionen Todesopfern bagatellisieren  – Coronaviren sind Erkältungsviren. Das ließe dann vermuten, dass derzeit in Indien täglich 3000 Menschen an Erkältungen sterben. Was die Kollegen bewegt, sich zu den Aluhutträgern zu gesellen,  bleibt offen. Bei den Lehrern ist es klar, Lehrer wissen einfach alles.                                                            

Um die Impfstrategie der Länder auf eine neue und erfolgreiche Schiene  zu bringen, schlage ich deshalb folgende Änderungen und Ergänzungen sowohl bei den Impfstoffen als auch den Impfangeboten  und vor allem bei deren Präsentation vor. Wenn es der Fernsehwerbung gelingt, ein nutzloses Präparat nur mit den Berichten älterer Damen über ihr Flatulenzen, erfolgreich zu verkauft, sollte eine entsprechend aufbereitete Information über Impfungen, die auf das Zielpublikum zugeschnitten ist, ebenfalls zum Erfolg führen. Da die Regierung pro Monat durchschnittlich 4,3 Millionen Euro für Eigenwerbung ausgibt, wäre es vielleicht auch sinnvoll,  mein Projekt mit einem Bruchteil davon zu unterstützen. Für mich selber will ich gar nichts, ich freu mich aber, wenn die Impfungen dann angenommen werden.

Also: Der Impfstoff für Lehrer heißt zukünftig nicht mehr Covid Vakzination (Astra oder Pfizer) sondern Covid vacation. Er ist nur für Lehrer. Alle anderen bekommen eine Vakzination. Jeder Lehrer, der sich impfen lässt, bekommt drei statt zwei Monate Sommerferien und wird obendrein zum Oberschulrat befördert. Zusätzlich wird der Mitgliedsbeitrag bei CLV und  SLÖ für ein Jahr ausgesetzt.                                                                                                                  Eine Impfung der Mitglieder der sozialen Heimatpartei sowie deren Demo-Kollegen aus dem Esoterikbereich und dem Kreis der spirituell Erwachten sollte mit der vom deutschen Arzt Dr. M. Engele entwickelten Vakzine unter dem Namen Vadolf 19-1   angeboten werden. Die entsprechende Impfung  für Kinder heißt später dann Covid Blondie. Jedes Kind bekommt einen kleinen Schäferhund der Firma Steiff, jeder Erwachsene ein braunes Stoffpferd. Ich bin sicher, das kommt an.                       

Für alle, die  die Antennen ihres Aluhutes eher gen Russland gerichtet haben, wird es eine Austriaversion von Sputnik geben. Der Name ist noch nicht ganz klar, sollte aber entweder  Sputnik A oder Vaktsinatsiya brat’ya Putin heißen.(Вакцинация брата Путина) Und unter allen Geimpften wird ein Abendessen mit Putin in seiner kleinen Datscha in Gelendschick verlost. Unser Außenminister wird das sicher einfädeln können.                                                                                     

Alle Gegner von Nanopartikeln (auch diejenigen, die nicht wissen was Nanopartikel bedeutet, aber Gegner sind) bekommen eine Impfung mit einem biologischen Impfstoff von der Goiserer Alm, für den der dortige Bergbauer samt seinem Schweinderl seine Hand ins Feuer legt. Stichwort .. ja, natürlich….                                                                                                                                  

Homöopathisch orientierte  Menschen sollten die Biontec D30 Corona Nosode, die ein Wiener Apotheker bereits im Programm hat, versuchen. (Siehe unten…. auch Apotheker wissen alles, darum bin ich dafür, dass man sie auch Zecken impfen läßt – im Wald). Garantiert nebenwirkungsfrei, denn bei dieser Verdünnung ist nichts mehr vom Impfstoff da,  dafür ist aber die gesamte Impfinformation dadurch, dass die Nosode 30x Richtung Erdmittelpunkt verschüttelt wurde, dermaßen verstärkt, dass man mit einem Tropfen 20 Leute impfen kann.                                   

Natürlich gibt es noch ein paar Randgruppen aus den links-  und rechtsintellektuellen Lagern, die zwar alle was anderes studiert haben, aber sich gerade deshalb besonders gut in der Medizin auskennen. Deren Impfskepsis also vorwiegend auf intuitivem Wissen (auch Bauchgefühl genannt) basiert. Die sind am schwersten zu überzeugen.  Wie soll man jemandem, der von etwas keine Ahnung hat, erklären, dass das,  was er für Wissen hält, auf einer Kette von Denkfehlern beruht, die bei seiner Art zu denken zwangsläufig entstehen ? Aber da lass ich mir auch noch was einfallen.

 

Geheimtipp gegen das Corona-Virus: Apotheke empfiehlt „Globulis lutschen“ – Stiftung Gurutest – derStandard.at › Diskurs

Coronavirus München: Stadt stoppt Impfaktion für Lehrer – München – SZ.de (sueddeutsche.de)

Impfmisere

Ein Kollege berichtet, dass in OÖ. vorgestern bei einer  Impfstraße  an die 1000 Impfdosen zur Verfügung standen, aber nur 90 Personen zur Impfung gekommen sind, weil das Serum von Astra Zeneca  verimpft wird.  In einer weiteren Impfstraße standen mehr als 300 Dosen davon zur Verfügung und gerade ein paar Leute sind kommen. Ein anderer Kollege berichtet aus Wien, dass eine Mitarbeiterin sich nur mit Sputnik impfen lassen will, eine andere dafür nur mit Biontec. Die eine stammt aus Russland, die andere aus Deutschland.

Es eine unglaubliche Leistung  der Wissenschaft, innerhalb eines Jahres gleich mehrere hochwirksame Impfstoffe zu entwickeln und trotz widriger Umstände weltweit zur Verfügung zu stellen. Es ist aber auch eine Meisterleistung  inkompetenter  Politiker, in Zusammenarbeit mit der Boulevardpresse und den Idiotenversammlungen im Internet, diese Impfungen zum Teil derart im Misskredit zu bringen, dass die Leute offensichtlich lieber das Risiko an Covid zu sterben auf sich nehmen als zur Impfung zu gehen. Wir sind in einer weltweiten Pandemie und mehr als 3 Millionen Menschen sind an der Krankheit gestorben, mindestens 150 Millionen sind erkrankt. Dunkelziffer unbekannt. In Österreich erkranken derzeit täglich an die 2000 Personen neu an der Krankheit. Tausende leiden jetzt in der Folge an dem, was man Long-Covid-Syndrom nennt.  Das Risiko für immer neue Mutationen – wie derzeit in Indien, wo nicht mehr genug Holz da ist, um die Leichen zu verbrennen  – nimmt mit jedem weiteren Erkrankten und jedem weiteren Tag zu. Die Lockdowns – auch wenn manche zu dumm sind, um das zu  verstehen – haben in vielen Ländern zumindest verhindert, dass das Gesundheitssystem zusammen bricht, aber die Wirtschaft schwer in Mitleidenschaft gezogen.  Die einzige Chance, da heraus zu kommen, ist so rasch wie möglich zu impfen.

Aber was tun die Leute? Statt solidarisch zu handeln, beklagen sie sich einerseits wortreich über die Zumutung eines Lockdowns und fühlen sich „freiheitsberaubt“, andererseits  möchte jeder – wenn schon impfen – dann eine Extrawurst. Das Kollektiv interessiert nicht, nur die eigenen verqueren Interessen zählen.  Wie wichtig sich alle diese Egomanen nehmen, setzt einen in Erstaunen. Jeder ist offensichtlich davon überzeugt im Besitz der einzigen Wahrheit zu sein. Gleichzeitig  lassen sie  sich aber von geistig Minderbemittelten beschwatzen,  die besser im Mittelalter bei der Inquisition aufgehoben wären als im 21. Jahrhundert.

Der Astra Zeneca Impfstoff ist hochwirksam. Aber wie immer am Anfang eines solchen Geschehens wird der Verlauf von den damit befassten Wissenschaftlern kritisch begleitet und die Eventualität einer möglichen schweren Nebenwirkung in Betracht gezogen. Anders geht es nicht. Das war von der Pockenimpfung über Polio bis zu HPV Impfung  immer das Gleiche. So funktioniert Wissenschaft. Und wenn vereinzelt Risken auftauchen muss man klären, ob diese Risken ursächlich mit der Impfung zu tun haben.  Dass in ganz seltenen Fällen vorwiegend bei jungen Frauen Thrombosen entstehen, weiß man inzwischen. Man weiß auch, wie das zu behandeln ist und damit ist die Gefahr eigentlich auch schon gebannt. Dass die Wahrscheinlichkeit, eine Thrombose durch die Einnahme der Antibabypille zu bekommen, wesentlich höher ist als durch die Impfung, sollte sich herumgesprochen haben. Aber was nimmt man nicht alles für ein glückliches Sexualleben in Kauf. Und die Wahrscheinlichkeit bei einer Infektion mit COVID 19 an einer Thrombose zu erkranken ist um ein Vielfaches höher ist als bei einer Impfung. Aber  leider gehen viele Menschen nicht logisch an so einen Sachverhalt heran,  sondern emotional. Meine dringende Empfehlung:Impfen lassen, egal womit……….          

Ein weiteres Paradebeispiel für Vorurteile ist auch der russische Impfstoff Sputnik.  Sollte der eine Zulassung bekommen, würden ihn die meisten Österreicher vermutlich ablehnen, ohne einen anderen Grund dafür zu nennen als die russische Provenienz. Vielleicht sollte man wissen dass die erste weltweit einsetzbare Grippeimpfung von Anatoli Alexandrowitsch Smorodinzew  im Jahr 1932 entwickelt wurde. Er war ein brillanter Wissenschaftler und  leitete ab 1938 die Abteilung für Viren und Virologie am Unionsinstitut der Versuchsmedizin der Sowjetischen Akademie der Heilwissenschaften. Er hat mit seinen Mitarbeitern  Impfstoffe gegen Polio, Masern, Mumps und FSME entwickelt. Die Russen  gehören, was Impfstoffe betrifft, zu den weltweit führenden Nationen.  Dass sie den ersten Covid Impfstoff auf den Markt gebracht haben, wundert nur uns.

Hauen und Stechen

Nun gibt es Zoff bei den Blauen. Hofer gegen Kickl. Die Messer sind gewetzt, aber das große Stechen ist noch aufgeschoben. Gegenüber der Öffentlichkeit wird kalmiert und mit der  FFP2 Maske, die Kickl im Parlament ablehnt, Einigkeit simuliert.  Es geht um die Macht in der Partei. Um Macht und Posten. Aber die Fraktionen taktieren noch und wollen sich nicht zu früh für oder gegen einen der möglichen Gewinner entscheiden. Denn davon hängt letztlich auch die eigene Zukunft ab. Wehe, wenn man auf das falsche Pferd setzt.

Wie es die FPÖ schafft, nach Skandalen durchwegs rasch wieder auf die krummen Beine zu kommen und ihren führenden Leuten gut bezahlte Arbeitsplätze im österreichischen Parlament zu verschaffen, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Wie kann man die FPÖ Skandale so schnell vergessen? Jenen in Kärnten, der dem Land Milliarden gekostet und zahlreiche FPÖ-Politiker wegen Korruption vor den Richter gebracht hat. Oder Ibiza, wo überhaupt alle Masken gefallen sind und erkennbar wurde, dass Korruption zur DNA der Partei gehört. Charismatische Führungskräfte – was eine mögliche Erklärung wäre – hat die Partei auch nicht. Weder der immer ein wenig selbstgefällig und einfältig wirkende Norbert Hofer noch Herbert Kickl, der in seiner fanatischen Durchtriebenheit an den gnomenhaften Gollum im Tolkien Epos „Der Herr der Ringe“ erinnert, sind Charaktere, die man in einer seriösen Firma als Führungskräfte beschäftigen würde. Was bringt also bald wieder 20 % der Österreicher dazu, diese tendenziell faschistoiden Provinzschauspieler zu wählen?                                                                                     Es muss wohl so sein, dass sie eine Art Stellvertreter für die finstere Seite der Spießbürger darstellen. Ein Ausdruck, ein Spiegel der Schattenseiten und somit die lebendig gewordene Projektionsfläche für die tief in ihren Wählern versteckten negativen Emotionen. Frustration und narzisstische Kränkung, in einer auf gnadenlose Konkurrenz getrimmten Gesellschaft, führen zu Kompensationsmechanismen wie Selbstüberhöhung und Rassedünkel, die das verlorene innere Gleichgewicht stabilisieren, das wissen wir aus der Psychologie. Dazu kommt in den einschlägigen Familien eine quasi religiöse Indoktrination von Kindesbeinen an. Siehe Jörg Haider, Johann Gudenus und viele andere. Viele FPÖ Politiker kommen aus Familien mit NS-Vergangenheit.  Wie alle rechten Parteien haben sie kaum Kompetenzen, weder in der Wirtschaft noch im Sozialbereich. Dafür bedienen sie die chauvinistischen, oft rassistischen Vorurteile, die sie mit ihrer Wählerschaft teilen. Genau dieses Potential stumpfsinniger antimoderner Borniertheit nutzen die rechten Populisten immer wieder. Aber das wirklich Erschreckende ist, dass dieses Potential seit mindestens hundert Jahren immer gleich groß geblieben ist.  Das zeigt, dass die Gesellschaftspolitik in Österreich vollkommen versagt hat. Dass ein christlich sozialer Politiker wie Sebastian Kurz mit seiner türkisen Bewegung, mit der er sich bewusst klar und deutlich von der früheren ÖVP abgrenzt, auf dieselben Mechanismen setzen kann, die gleichen Ressentiments bedient und damit Wahlen gewinnt und trotzdem immer noch genug für die FPÖ übrig bleibt, ist erschreckend und Hinweis darauf, wie groß und unerforscht die Schattenseiten der österreichischen Gesellschaft sind. Im vergangenen Jahr hat es 585 gemeldete antisemitische Übergriffe inklusive Messerattentat auf einen Rabbiner in Österreich gegeben. Heute wird in mehreren Zeitungen darüber berichtet. Morgen gehen wir zur Tagesordnung über.

Hinter uns die….

Jetzt hoffen wir alle, dass alles bald wieder normal wird. Aber was ist normal? War das, was wir vor der Pandemie getan haben,  normal?  Oder haben wir in unserer Gier nach Leben und Konsum die Kollateralschäden für Natur und Umwelt einfach zur Norm erklärt? Werden wir trotz aller Menetekel wieder zu dieser „Norm“ zurückkehren und den Weg weiter gehen wie bisher? Es wird wohl so sein, denn unglücklicherweise ist die Rettung in Sicht, zumindest macht man uns das glauben.  Ein Silberstreif am Horizont. Die Amerikaner und die Chinesen beschließen gerade in Sachen Umwelt entschlossene Schritte zu unternehmen und vor allem in dieser Hinsicht zusammenzuarbeiten. Elon Musk hat gerade einen mit 100 000 Dollar dotierten Preis gestiftet.  Der  Tesla-Chef und Milliardär kündigt diesen Preis für innovative Technologien zur Bekämpfung der Erderwärmung an. Ziel der „XPRIZE“-Ausschreibung soll eine praktikable Lösung zur Entfernung  von CO2 aus der Atmosphäre sein. Die Wettbewerbsteilnehmer müssten einen Plan entwickeln, wie Kohlenstoff nicht nur entfernt, sondern mindestens 100 Jahre gebunden werden kann.                                                                                         

Weltweit werden  Investitionen in neue Technologien in Milliardenhöhe getätigt. Die EU hat einen  Wiederaufbaufonds mit 750 Milliarden Euro.  209 Milliarden gehen alleine nach  Italien und dort soll 1/3 der Gelder in die grüne Revolution fließen.  Aber wie das gehen soll, steht noch nicht fest. Pläne dafür haben die Italiener noch nicht gemacht. Italien hat aber noch bis Ende April Zeit, um der EU Umweltprojekte zu melden. Also noch  10 Tage um für 70 Milliarden eine sinnvolle Verwendung zu finden. Österreich ist auch ein typisches Beispiel für diese  Art mit dem Problem umzugehen. Wir haben in den letzten Jahren im Vertrauen darauf, dass eh was geschieht, die Klimaziele der EU nicht nur nicht erreicht, wir produzieren mehr  CO2 als je zuvor. Da die derzeitige Regierung dem offensichtlich nichts entgegenzusetzen hat oder nicht gewillt ist, die Industrie zur Reduktion zu zwingen, stehen uns Strafzahlungen in Milliardenhöhe ins Haus.                                                                                                                                                         Tatsache ist, alle derzeitigen Pläne für die Umstellung auf eine Co2 neutrale Energieversorgung, soweit sie überhaupt ernst genommen werden, klingen recht gut, haben aber einen Hacken. Sie sind technisch nicht durchführbar oder halten nicht was sie versprechen. Zuallererst sprechen wir von ungeheuren Dimensionen. Das ganze Verkehrssystem inklusive Schifffahrt und Flugverkehr muss im nächsten Jahrzehnt weltweit  auf  klimaneutrale Energie umgestellt werden, sonst wird es nichts mit den 1,5 Grad plus, die gerade noch erlaubt sind. Aber die momentan präferierte Elektromobilität benötigt nicht weniger, sondern nur andere Ressourcen. Lithium, seltene Erden, Thorium, Gallium Germanium, Coltan, Graphit und vor allem Kupfer. In einem Elektroauto sind an die 70 Kilo Kupfer verbaut. Der typische Akku in einem Tesla Model S wiegt 600 Kilogramm, davon entfallen etwa 10 Kilogramm auf Lithium. In großen Windkraftanlagen stecken hunderte Tonnen Stahl, Aluminium und Kupfer. Um ausreichend Windkraftanlagen zu bauen, um die Stromerzeugung weltweit von fossiler Energie unabhängig zu machen, müsste 14 Jahre lang alles Kupfer das abgebaut wird nur dafür verwendet werden. Das alles wird ausserdem nicht in Europa gewonnen, sondern in Ländern, die uns irgendwie egal sind, weil sie auf einem anderen Kontinent liegen. Chile ist der größte Kupferlieferant. (5,8 Mio Tonnen im Jahr 2018). In Bolivien lagert ungefähr die Hälfte des Lithiumvorrates der Erde. (Die Firma, die den Abbau betreibt, kommt aus China). Kobalt kommt hauptsächlich aus dem Kongo (Stichwort Kinderarbeit). Umweltschäden und Gesundheitsprobleme, die mit Gewinnung, Verarbeitung und Transport verbunden sind berühren uns nicht. Aber sie betreffen die lokale Bevölkerung. China fördert in mehreren tausend Bergwerken eine Unzahl von Elementen, vor allem seltene Erden, ohne die geringste Rücksicht auf Umwelt oder die eigene Bevölkerung. Ganze Landstriche werden unbewohnbar. China ist bei vielen dieser Stoffe Monopolist und  produziert mit schmutzigem Strom aus Kohlekraftwerken Batterien und Solarzellen für die Welt. Eine Verbesserung der Situation ist in den nächsten Jahren kaum zu erwarten. Zu sehr giert die Welt jetzt nach den möglichst billigen Rohstoffen für die erträumte Energiewende. Wenn man alles in Rechnung stellt, dann ist die Herstellung eines E- Autos mit der Produktion derselben Menge CO2 verbunden, die sein Betrieb einspart. Dafür ist die Lebensdauer eines Elektroautos mehr als die Hälfte  kürzer als die eines herkömmlichen Autos mit Verbrennungsmotor. Fachleute rechnen mit ca. 8 Jahren, dann muss es verschrottet werden. Vollkommen ungeklärt ist nach wie vor die Entsorgung. Da die Rückgewinnung der eingesetzten Rohstoffe, vor allem des Lithiums, aus einer solchen Batterie enorm aufwendig ist und vor allem teuer –  teurer als  die Förderung neuen Lithiums – muss man tausende Batterien pro Jahr irgendwo lagern oder verbrennen. Reiche Nationen wie Norwegen, die ihren Reichtum aus dem Verkauf von Erdöl lukriert haben, können es sich trotzdem leisten, die E Mobilität zu fördern. Dort ist schon jedes 2. neu gekaufte Auto ein E- Mobil. Das Problem dabei, den benötigten Strom kann das Land bald nicht mehr liefern.

Die Wasserstofftechnologie, von der auch unser Kanzler schwärmt, ist meilenweit davon entfernt, praktikabel zu sein. Im besten Fall sollte Wasserstoff durch Elektrolyse mit Strom aus Sonnenenergie gewonnen werden und zwar dort, wo es viel Sonne gibt. Also Afrika. Dort wo die Sonne scheint, gibt es aber wieder kaum Wasser und kaum Infrastruktur.  Auch der Transport des Wasserstoffes nach Europa ist heikel, weil das Gas hochexplosiv ist. Also produzieren wir den Wasserstoff in Europa mit Sonnenkollektoren und Windenergie. Den Wasserstoff müssen wir aber trotzdem transportieren. Tanklaster, die (aus Sicherheitsgründen) nur mit einem Druck von 50 bar befüllt werden können,  bringen den Wasserstoff zur Tankstelle.  Der Tank im Auto muss aber –  damit sich das lohnt – mit einem Druck von 800 bar befüllt werden. Damit der Tankvorgang nicht ewig dauert, muss man diese Tanks mit einem Druck von unglaublichen  1000 bar befüllen. Dazu braucht es bei jeder Tankstelle einen Hochleistungskompressor, der  enorm viel Energie braucht und auch noch gekühlt werden muss, weil sich bei dieser Verdichtung das Gas enorm erhitzt. Wir sprechen von – 40 Grad.  Alles muss absolut dicht sein, sonst fliegt jeden Tag eine Tankstelle in die Luft.                                

Bleibt noch die Brennstoffzelle, die hat aber auch ein Problem. Bei gleichmäßiger Stromentnahme funktioniert sie gut. Aber bei starkem Verbrauch, wenn zB. ein Auto eine steile Bergstraße hochfährt und viel Strom erzeugt werden muss, dann entsteht enorm viel  Wärme. Derzeit gibt es keine technische Möglichkeit, dieses Problem zu lösen. Zudem muss für die Brennstoffzelle der Wasserstoff absolut sauber sein, sonst geht sie kaputt.                                                                               

Eine Chance gibt es eventuell mit einem Prozess, bei dem aus Wasserstoff und CO2 aus der Luft Methanol hergestellt wird, der denn in einem adaptierten Ottomotor als Brennstoff dient.  Aber auch da fehlen noch weitgehend die technischen und infrastrukturellen Voraussetzungen.

Also, wenn nicht ein Wunder geschieht, sind wir weit weit weg von einer vernünftigen Lösung, soweit es den weltweiten Transport und Individualverkehr betrifft. Was momentan beworben und vorbereitet wird sieht eher nach einer Alibiaktion aus purer Hilflosigkeit oder einem ganz großen Schwindel aus … hinter mir die Sintflut….

umsoress_fallstudie_kupfer_chile.pdf (umweltbundesamt.de)

EU-Wiederaufbaufonds: Brüssel will Milliarden verteilen (handelsblatt.com)

Defender Europe 2021

Wer sich darüber gewundert hat, warum die Russen an der Grenze zur Ukraine an die 10 000 Soldaten zusammengezogen haben, hat  wohl durch die offiziellen Pressemitteilungen, dass dort die Unruhen im Donbass wieder aufflackern  und die Russen den Konflikt anheizen wollen, seine Vorurteile bestätigt gesehen. Die Wahrheit ist aber etwas anders gelagert als man uns erklärt. Eines der größten NATO Militärmanöver der letzten Jahre, direkt im Vorgarten der Russen und rund um Russlands Westgrenzen findet statt. Österreich gestattet der NATO und der USA den Durchmarsch von hunderten Panzern und tausenden Soldaten nach Ungarn und in die Slowakei. Vom 7.Mai bis Ende Juni werden Österreichs Autobahnen für den Aufmarsch der NATO im Rahmen des Manövers „Defender Europa 2021“ zur Verfügung stehen. Mit Lastwagenkolonnen auf denen Panzer und Kriegsmaterial transportiert werden ist zu rechnen. Und an der russischen Grenze werden an die  40000 Nato Soldaten stehen. Soweit zur friedlichen EU und zum neutralen Österreich, soweit zur Friedensmission der Nato.

„Defender 2020“: 20.000 US-Soldaten beim Nato-Manöver in Bremerhaven – YouTube

Preisverleihung (Satire)

Ich weiß, das werden ein paar andere auch lustig finden.  So eine Idee entsteht normalerweise auf der letzten Redaktionssitzung eines Satiremagazins vor Weihnachten, wenn das Buffet leergeräumt und alle schon ein wenig angetrunken sind.  Dann grölt einer prustend vor Lachen: „Was wäre, wenn wir schreiben, dass Sebastian Kurz den Freiheitspreis der Medien gewonnen hat…?“  – was er dann noch sagen will, geht im allgemeinen Gelächter unter…..

Aber so ist es, die Weimer Media Group*1), verleiht diesen Preis am 11. Mai auf dem „Ludwig-Erhard- Gipfel“, *2) den die Weimer Media Group alljährlich veranstaltet an Sebastian Kurz. Dort eingeladen sind auch Markus Söder und Annegret Kramp-Karrenbauer. Und damit die CDU/CSU nicht alleine ist, hat man auch noch FDP Chef Christian Lindner geladen. Insofern bleibt man aber dann doch unter sich. Von einer linken Partei wurde niemand geladen, aus Objektivitätsgründen vermutlich.

Weniger lustig finden werden es die Journalisten vom Falter, die von Kurz vor Gericht gezerrt wurden, weil sie die Wahrheit über die Wahlkampffinanzierung der Türkisen berichtet haben und den Prozess auch gewonnen haben. Weniger lustig werden das auch diverse Medienleute finden, die darunter leiden, dass der Großteil der Medienförderung (viele Millionen Euronen) an die Boulevardmedien wie „Österreich“ und „Kronenzeitung“ gehen, die man salopp als die Hofberichterstatter der Türkisen bezeichnen könnte. Noch dazu, wo Kurz-Freund  René Benko Teilhaber an der Kronenzeitung ist. Wie gesagt viele werden das nicht verstehen.

Aber ich habe auch prinzipielle Bedenken, ob die Vergabe eines Freiheitspreises der Medien durch ein einziges, dem Großkapital zugetanes Verlagshaus an Sebastian Kurz gerechtfertigt ist. Ich bin nämlich der Meinung, den hätte Victor Orban viel eher verdient. Der hat sich wirklich um die Finanzierung und die Neugestaltung der ungarischen Medienlandschaft verdient gemacht. Auch was die Gesetzgebung hinsichtlich Pressefreiheit betrifft, ist Victor weit voran. Da müssen wir in Österreich schon auf die nächste türkis/blaue Regierung warten, bis es bei uns in dieser Hinsicht auch so weit ist. Da liegt Kurz noch weit zurück.

Ja, man muss sich wirklich fragen, wie kommt das zustande? Dass sich die Weimer Media- Group aus allen zur Verfügung stehenden Staatschefs der Welt ausgerechnet unseren Sebastian herausgreift, ist schon seltsam.

Aber vielleicht war es ja umgekehrt:

„Hallo Markus, na wie geht es so in Bayern? Funktioniert nicht so recht mit deiner Kanzlernominierung wie? Aber zugegeben, bei mir läuft es auch gerade nicht so gut. Was hältst du davon, wenn wir uns gegenseitig ein wenig unterstützen. Ich bräuchte ein wenig mediale Schubkraft, fällt dir da was ein?

„……………………………………., …………………………….“

Ui ja, Freiheitspreis der Medien, das klingt gut, das wäre eine echte Imagebombe und würde ein paar freche Journalisten für eine Weile zum Schweigen bringen.

Du machst das auch nicht umsonst, ich würde dir natürlich auch unter die Arme greifen, imagemäßig meine ich. Du brauchst jetzt schon was Ordentliches, also was Außergewöhnliches, was die Leute aus den Stühlen hebt, damit das mit der Kanzlerkandidatur noch klappt.

„…………………………………………………………………………………………………….!!……………….., …………….“

Wie…………? Du möchtest bei uns einmarschieren? Aha…….., nur für 2 Tage und nur bis Linz? Schon ein wenig gewagt. Aber gut, aus alter Freundschaft, wir werden nicht schießen, wie gehabt. Aber da muss ich zuerst mit der Tanner reden, die möchtest du sicher nicht kennenlernen……“

*1Weimer Media Group – Wikipedia

Das Erstaunliche an diesem Familienbetrieb ist, dass er erst 2012 gegründet wurde und sich inzwischen einen Verlag nach dem anderen einverleibt hat. Haben wohl im Lotto gewonnen, die Leutchen?

*2 Nicht zu verwechseln mit Heinz Erhard, obwohl auch das passend wäre….

Rücktritt

In den „Anti-Corona-Protesten“  zeigt sich recht drastisch, wie weit sich die unterschiedlichsten Teile der Bevölkerung von  Demokratie und wissenschaftlichen Erkenntnissen entfernt haben.  Impfgegner, Verschwörungstheoretiker und Neonazis marschieren gemeinsam mit Vertretern von Parteien, die offiziell noch dem demokratischen Bereich zugeordnet werden, aber offensichtlich schon direkt bei den  Aluhutträgern und Verschwörungs-Spinnern angesiedelt sind. Sie gehören in Summe alle zu einer beunruhigend großen Gruppe von Menschen, die sich im Eiltempo von einer aufgeklärten Gesellschaft mit demokratischen Regeln verabschieden. Dazu kommt in einer erklecklichen Anzahl europäischer Staaten der Rückgriff auf Nationalismen und ein Wiedererstarken religiöser Bevormundung. Die Pressefreiheit ist in Teilen Europas  nicht mehr gegeben. Auch in Österreich nicht, denn hier werden Boulevardmedien mit staatlichen Subventionen in Millionenhöhe zum auflagestarken Sprachrohr einer Regierungspartei, die bewusst und gezielt Informationen kontrolliert oder eine Informationskontrolle in ihrem Sinne zumindest versucht. Dabei kann sie nach wie vor auf ihre Klientel zählen, in deren Besitz diese Medien sind. Das ist eine recht ungute Gemengelage.  Einerseits die Gegenreformation der Aluhutträger und Neonazis, der die ÖVP trotz ihrer Medienmacht nichts Überzeugendes zu entgegnen weiß, andererseits die zunehmend spürbare Schwäche der Regierung.  Angetreten sind die Türkisen ja, um jene Gesetze im Parlament zu beschließen, für die sie von finanzstarken Gruppen angeheuert wurden bzw. um möglichst viele wichtige Positionen im Staat mit ihren Leuten zu besetzen.  Jetzt aber stehen sie seit Beginn der Amtsübernahme unter Dauerstress durch die Coronapandemie. Damit haben sie weder gerechnet noch haben sie eine Ahnung, wie damit umzugehen ist. Es fehlt ihnen nicht nur Sachkenntnis, sondern schlicht und einfach allgemeine Lebenserfahrung. Das zeigt das durchgehende Fiasko beginnend mit Ischgl, über die Impfstoffbestellung bis hin zum ständigen Lock up – Lock down und dem totalen Fehlen einer Gesamtstrategie, die nicht von Einzelinteressen, sondern von wissenschaftlichen Erkenntnissen bestimmt ist. Nebenbei werden auch noch täglich die korrupten Postenvergaben und das dahinterstehende System erkennbar. Das führt zu immer neuen und immer lächerlicheren Entgegnungen, die darin gipfeln, dass Kurz, der mit der Attitüde eines neuen Regierungsstils angetreten ist, meint, es genügt zu behaupten, dass Postenvergaben auch bei allen anderen Parteien  in dieser Weise passieren.

Dass unter solchen Umständen mit täglichen Anfeindungen und Verleumdungen, ein Ministeramt zur unerträglichen Last wird, versteht man irgendwie. Wenn die Pressekonferenzen des Regierungspartners nur der Selbstdarstellung dienen und sich die mit salbungsvoller Miene vorgetragenen Ansagen des Kanzlers ein ums andere Mal als Humbug erweisen, während er die tatsächlich notwendigen Entscheidungen anderen überlässt und die dann auch noch hintertreibt, dann ist es Zeit zu gehen.