Der Mahrer Tausender..

Nicht nur der Neos Wirtschaftssprecher Sepp Schellhorn, der gestern den Begriff vom Mahrer Tausender geprägt hat, in Anlehnung an die Almosen die Jörg Haider in Kärnten verteilte, sieht die Vergabe der Gelder aus dem Härtefallfonds und die Unterstützungszahlungen an die Wirtschaft bei der Wirtschaftskammer in den falschen Händen. Schon seltsam, wenn ein Wirtschaftstreibender der eigenen Kammer misstraut. Auch andere Wirtschaftstreibende sehen das so oder zumindest ähnlich. Dazu kommen die ersten Erfahrungen mit dem System. Die Banken, die daran beteiligt sind, sind offensichtlich offline gegangen und zum Teil für ihre Kunden, die sich derzeit in Not befinden, seit Tagen nicht erreichbar. Das berichtet zumindest ein guter Freund aus Wien. Alle Anfragen per Telefon oder per Mail bei seiner Hausbank bleiben unbeantwortet oder werden an ein Callcenter verwiesen. Die Unterlagen, die er braucht kriegt er nicht. Dazu kommt, dass er in zwei Branchen engagiert ist, nämlich in der Gastronomie und im Blumenhandel. Beides Branchen, die derzeit und voraussichtlich noch geraume Zeit absolut keinen Umsatz machen. Aber wenn er zwei Firmen hat, dann gilt das jeweilige andere Unternehmen als alternative Einkommensquelle und er ist damit von Förderungen ausgeschlossen. Nettes Spiel. Dass sich bei hunderttausenden Kleinbetrieben jetzt Frust und Anspannung aufbauen ist klar. Wenn denen nicht effizient geholfen wird und die großen Summen an die großen, zum Teil an der Börse notierten Wirtschaftsunternehmen gehen, und alsbald als Dividenden ausgeschüttet werden, dann gibt das eine veritable Katastrophe. Mit zigtausenden Konkursen und noch mehr Arbeitslosen. Und wenn die jungen Unternehmer jetzt ihre Existenz riskieren, um die Pensionisten zu retten, ist es dann zynisch zu verlangen, dass die Pensionisten auch einen Beitrag leisten, ist es zynisch, wenn man von einem Pensionisten der Nationalbank, der mit 52 Jahren in Pension gegangen ist und 9000 Euro monatliche Pension erhält, jetzt verlangt, dass er einen Teil seiner Pension in einen Rettungsfond für die junge Wirtschaft einzahlt ?