Trump hat recht

Was immer man über Donald Trump Negatives sagen kann, wo er recht hat, hat er recht:  Die Österreicher leben in Waldstädten mit explosiven Bäumen (oder sollte es heißen explosiven Träumen?). Etliche dieser Waldbewohner verlieren bei den Explosionen zwar nicht ihr Leben, aber den Verstand. Dann rotten sie sich zusammen und fordern vom Bundesheintje, dass er die Ausgangsperren, die wegen der vielen Explosionen verordnet wurden, wieder aufhebt. Sie  verprügeln Journalisten und sind, wenn man sie aus ihrer Waldheimat vertreibt, ausgesprochen  aggressiv. Die Waldheimatpartei, die zum Teil hinter diesen Umtrieben steckt, ist mit prominenten Vertretern dabei,   und das  sollte allen, die noch denken können, zu denken geben. Heute wurden in der Waldstadt Wien,   auf dem Heldenplatz im Getümmel von mehreren tausend Explosionsopfern neben  H.C.Strache (ja der Strache, der IBIZA Strache) auch der  Waldheimatpartei-Generalsekretär Schnedlitz und etliche, die wegen Widerbetätigung und neonazistischer Umtriebe berühmt und berüchtigt sind, gesehen.  Sie alle hoffen, ähnlich wie Donald Trump in Amerika, dass sie mit den Corona- Demonstranten, die sich sowieso schon vor allerhand fürchten, nicht zuletzt dass ihnen böse Mächte die Freiheit nehmen (hier kann man dann einsetzen was man will)*, wieder über ein Stammwahlvolk verfügen, das man nach Belieben manipulieren und belügen und für die eigenen Zwecke einspannen kann. Und dass sie dann  noch einmal ganz groß herauskommen – als Retter der Waldheimat.

*Im Angebot ist gerade QAnon, Bill Gates, die Rechten, die Linken, George Soros.. natürlich kann man, wenn gewünscht, auch wieder Migranten als Ursache des Desasters erkennen. Das hat sich schon bewährt.

Ich wiederhole mich ungern….

Vielleicht haben Sie ja heute ein kurzes Video verschickt. Vielleicht mit WhatsApp, vielleicht – was ja auch geht – per Email. Dann hat Ihr Handy Sie gefragt, ob es die Größe des Videos anpassen soll, damit es per Email versendet werden kann. Sie haben auf ein Icon getippt und Ihr Handy hat das gemacht und das Video verschickt. Ich nehme an, Sie haben keine Ahnung, wie Ihr Handy das macht. Sie wissen nicht, was da im Inneren dieses kleinen Gehäuses passiert. Nicht nur, dass es erkennt, dass die Videobotschaft für eine Email etwas zu umfangreich ist, sondern auch, dass es sich dann mit freundlichen Worten an Sie wendet, um Ihre Einwilligung in einen Prozess zu erhalten, den Sie nicht verstehen. Sie verstehen es nicht, ich versteh es nicht, Rudi Anschober und der Bundeskanzler verstehen es nicht. Nur vielleicht ein paar Millionen Menschen auf der Welt verstehen, was da genau vor sich geht. Weil das Ganze so weit jenseits unserer Erfahrungen liegt, wirkt es manchmal wie ein Zauber und deshalb glaubt der eine oder der andere, dass mit so einer Technologie sicher Gefahren verbunden sind.  Da hat man so einiges gehört, oder? Aber alle Untersuchungen, die zum Thema gemacht wurden, sind bis jetzt unauffällig. Ein Anstieg von bösartigen Hirntumoren, wie vor 15 Jahren noch prophezeit, ist ausgeblieben. Das war immer so, wenn technische Neuerungen den Markt eroberten. Ich kann mich erinnern, mein Vater, der sehr fortschrittlich dachte, war der Erste in dem kleinen Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, der einen Fernseher anschaffte. Jeden Mittwoch um 17 Uhr war unser Wohnzimmer gerammelt voll mit kleinen Kindern. Alle wollten den Kasperl sehen.  Aber immer wurden wir ermahnt, nicht zu nahe an den Bildschirm heranzugehen. Die Strahlen seinen besonders für kleine Kinder schädlich, wurde uns erklärt. Niemand wusste zu dem Zeitpunkt tatsächlich Bescheid, aber eine ungewisse Scheu vor dem Neuen war jedenfalls da. Heute, mehr als sechzig Jahre später schmunzeln wir darüber und faktisch jeder Österreicher hat ein Handy.

Was mich momentan umtreibt, ist die Frage, warum fürchtet sich die Hälfte der Österreicher, wenn es um eine Impfung geht? Warum fürchten sich Menschen, die zum Teil schon x- mal geimpft wurden, ohne unmittelbar danach zu verblöden, vor einer neuen Impftechnik – eine der Genialsten übrigens, die Menschen jemals ausbaldowert haben? Wir vertrauen doch auch darauf, dass unser Handy in der Hosentasche keine Infrarotaufnahmen macht und an die Nachbarn schickt, ohne dass wir davon wissen. (Dass google und facebook solche Fotos besitzen, will ich nicht ausschließen, aber das hat man dann selber zu verantworten). Genau so wenig übernimmt die m RNA aus der Impfung die Kontrolle über ihre Zellen, weil das schlicht und einfach nicht geht. Hinter dieser Impfung stehen Wissenschaftler aus der ganzen Welt, die seit 20 Jahren an dieser Technik arbeiten. Die Technik war fertig und ausgereift. Es war nur noch notwendig herauszufinden, welcher Teil des Corona-Virusbauplanes am besten mit Hilfe dieser mRNA in die Zellen gebracht wird, damit unser Immunsystem Antikörper dagegen produzieren kann. Und das war für die Virologen eine leichte Übung. Da waren nämlich ein paar Millionen Wissenschaftler dran, die sich auskennen, genau wie die Elektronikingenieure, die unser Handys bauen, denn das, was uns so unglaublich erscheint, ist für den Wissenden selbstverständlich.

Boogaloo….

oder der Wahnsinn nimmt Gestalt an.  Der Begriff Boogaloo-Bewegung bezeichnet militante rechtsextreme Gruppen in den Vereinigten Staaten, die erstmals im Frühjahr 2020 in der Öffentlichkeit auftraten. Mitglieder der Gruppe sehen sich selbst häufig als libertäre Miliz und geben an, sich auf einen zweiten amerikanischen Bürgerkrieg, den Boogaloo, vorzubereiten. Ihre meist männlichen Anhänger, sogenannte Boogaloo Boys (oder Boog Bois), verbreiten ihre Thesen hauptsächlich auf sozialen Medien, treten aber auch oft in voller Bewaffnung bei verschiedenen Protestaktionen auf. Die Proud Boys, eine weitere extrem rechte Gruppe, ebenfalls schwerbewaffneter Ethnozentristen,  vertreten  dieselben Ziele. Der Kitt, der das alles zusammenhält, sind die evangelikalen Christen in Amerika. Die Pastoren haben einen riesigen Einfluss auf ihre Schäfchen und das ist annähernd ein Drittel der amerikanischen Bevölkerung. Bevor die Proud Boys am 6. Jänner das Kapitol stürmten, knieten sie nieder und erflehten die Hilfe Gottes, schreibt die New York Times. Die New York Times berichtet auch  von einer evangelikalen Teilnehmerin des Marsches auf das Kapitol, die extra aus Texas gekommen war, weil ihr ein brennender Busch als Zeichen Gottes erschienen war, nachdem der Pastor in der Kirche aufgerufen hatte, den Diebstahl der Wahl zu stoppen. Viele Teilnehmer sprachen von einem heiligen Krieg. Ein paar der offensichtlich gut vernetzten und  gut ausgerüsteten Möchtegernrevolutionäre trugen Handfesseln mit  sich, um Gefangene zu immobilisieren. Es sieht aus, als wollten sie Geiseln nehmen. Dann hätte die Situation noch ganz andere Dimensionen bekommen.  Das, was nach einer spontan entstandenen Aktion verwirrter Trumpanhänger aussieht, scheint eher eine lange geplante Aktion  gewesen zu sein. Dazu kommen Trumps mehrmals wiederholte kryptische Anspielungen, dass am 6. Jänner etwas passieren werde. Offensichtlich war der Präsident eingeweiht und der Aufruf an die Teilnehmer seiner Ansprache, die ausgerechnet am 6. Jänner stattfand, die Pennsylvania Avenue entlang zum Kapitol zu marschieren, war genau getimt. Alles sollte spontan aussehen, obwohl es von langer Hand geplant war. Ob Trump tatsächlich damit gerechnet hatte, dass dieser Coup gelingt und er gehofft hatte, dass womöglich ein paar rechte Militärs mit ihren Einheiten sich an seine Seite stellen, werden wir wohl nie erfahren. Andererseits, dass die Suprematisten so schnell ihre Abermillionen Flinten ins Korn werfen, glaube ich nicht. Es könnte durchaus sein, dass dieser ganze Zirkus in den nächsten Wochen noch einmal eine dramatische Wendung nimmt.

How White Evangelical Christians Fused With Trump Extremism – The New York Times (nytimes.com)

Die Wege der Ameisen um den Zuckerwürfel

Die österreichische Staatsverwaltung ist seit jeher Anlass für Spott und Häme. Die Beamten des k.& k.  Verwaltungsapparates galten als ignorant und unflexibel. Sie schienen im Wesentlichen darauf bedacht, die Stufenleiter des Systems hochzuklettern und einen der vielen Titel, die bei Subalternen und Bürgern ein entsprechend devotes Verhalten bewirkten, zu erlangen. Nicht, dass das heute noch relevant wäre. Ich habe mit vielen österreichischen Staatsdienern persönlich durchaus gute Erfahrungen gemacht. Andererseits – wir wissen es alle – ab einer gewissen Stufe der Hierarchie wird in Österreich noch immer nicht nach fachlicher Kompetenz besetzt, sondern nach dem Gewicht des politischen Einflusses der jeweils regierenden Partei. Sobald eine Wahl geschlagen ist, rumort es im Ameisenhaufen der beamteten Verwalter und eine neue Königin oder – in der Mehrheit der Fälle – ein König übernimmt den bürokratischen Ameisenhaufen beziehungsweise einen Teilbereich und setzt seine Duftmarken. Das heißt er trifft Personalentscheidungen streng nach Geruch – wie im Ameisenhaufen üblich. Das wird dann in den nächsten Jahren der Legislaturperiode auf jeder Ebene bis ganz nach unten durchgezogen. Da ist der Ameisenstaat extrem effizient. Auf diese Weise werden Systeme bis zur vollkommenen Unfähigkeit durchorganisiert. Paradebeispiele finden sich in Österreich viele. Der Staat ist vom Bildungssystem bis ins Gesundheitssystem durchdrungen von den Pheromonen der Parteien. Da ist der Geheimdienst, der unter ÖVP und FPÖ Führung derart mit unfähigen Parteigängern besetzt wurde, dass nicht einmal mehr einfachste Sicherheitsaufgaben sachgerecht erledigt werden konnten, sondern im Gegenteil, der Dienst selber zum Sicherheitsrisiko wurde, um den die Geheimdienste anderer Staaten einen weiten Bogen machen. Aber auch die innere Sicherheit zu gewähren war dieses Konglomerat von Günstlingen nicht mehr in der Lage. Das haben die Erkenntnisse um das Attentat in Wien mit allen seinen unglaublichen Details klar gezeigt. Paradigmatisch war vermutlich auch das Agieren des gerade verurteilten Exfinanzministers, der gemeinsam mit seinen „Wo-woa-mei-Leistung-Haberern vollkommen ungestört einen Raubzug im und mit dem Finanzministerium organisieren konnte, ohne auch nur auf den geringsten Widerstand zu stoßen. Bezeichnenderweise gilt für ihn auch nach 20 Jahren die Unschuldsvermutung, da das Urteil noch keine Rechtsgültigkeit hat. Erwähnt seien auch die unglaublichen Vorgänge um das Atomforschungszentrum Seibersdorf*1), das von der damaligen FPÖ Ministerin Forstinger in den Jahren 2001/2002 unter dem Titel ARC Seibersdorf Research GmbH zu einer Holding umstrukturiert, also in mehrere Gesellschaften aufgeteilt und dann mit Burschenschaftlern aus den rechtsextremen*  oder sagen wir: sehr sehr weit rechts stehenden Burschenschaften Olympia*2) und Cimbria besetzt wurde. Die haben sich in der Folge nicht der Wissenschaft verschrieben, sondern haben das Institut ausgebeutet wie Blattschneiderameisen ihre Pilzkulturen.

Im Bereich der Verwaltung von Staatsvermögen sitzen auch derzeit wieder Parteiapparatschicks, die nur begrenzt tauglich sind, aber sie schillern in der richtigen Farbe und reagieren adäquat auf die Duftstoffe aus der Parteizentrale.
Aus Gründen des gegenseitigen Argwohns und der Vorteile, die man dennoch daraus zog, hat dieses System verhindert, dass wichtige Aufgaben zentralisiert wurden. Darum überlässt man vieles den Bundesländern, weil dort immer noch die Möglichkeit besteht, dass unliebsame Entscheidungen in der Peripherie in parteipolitische Vorteile verkehrt werden können. Kompetenzen von Ministern werden so neunfach verdünnt in neunfacher Ausführung durch ein Sieb – bestehend aus Parteigängern des jeweiligen Ameisenkönigs – gefiltert und vom ursprünglichen Succus bleibt dann nur eine dünne Brühe. Die Coronakrise zeigt all diese Verfehlungen deutlich auf. Nicht nur, dass die Regierung in vielen Bereichen mit Verordnungen, die an Skurrilität und Widersprüchlichkeit kaum zu überbieten waren, agiert hat, sind wesentliche Entscheidungen zu spät oder gar nicht getroffen worden. Angefangen hat es mit Ischgl, wo die schwarzen Waldameisen ihr eigenes Spiel gespielt haben und enden tut es jetzt mit den versäumten Vorbereitungen für die Organisation der Impfung der österreichischen Bevölkerung. Es stellt sich heraus, dass es keine einzige staatliche Struktur gibt, die umgehend in der Lage wäre, die Verteilung und Durchimpfung zu organisieren.                                                Solange die Probleme klein sind, also die Größe eines Brotkrümels oder eines Kristallzuckerkörnchens nicht übersteigen, kann auch ein inkompetenter Ameisenkönig mit entsprechend ineffizientem Equipment gerade noch zurechtkommen. Da wird auch ein unkoordiniertes Ameisenheer einfach auf Grund der schier überwältigenden Anzahl der Individuen letztendlich irgendwie damit fertig.  Es spielt auch keine Rolle, ob eine Ministerin etwas von ihrem Ressort versteht oder nur in der Schülerliga bei den richtigen Leuten Punkte gesammelt hat. Wenn aber ein großes Problem auftaucht, sagen wir mal ein sehr großer Zuckerwürfel, dessen Transport die Kraft jedes Einzelnen überschreitet und der andererseits zu klein ist, dass der ganze Ameisenstaat mit anpacken kann, dann wird es schwierig. Dann wird zuerst einmal im Polit-Kastensystem auf verschiedenen Ebenen der Hierarchie nach einem Schuldigen gesucht. Ein Teil der Verantwortlichen verschwinden irgendwo im Bau, dort, wo man sie sicher nicht findet, aber Bau und Kollegen ein sicheres Gerüst für die Vorbereitung der eigenen vorsorglich vorbereiteten Exkulpierung bieten, so dass man am Ende der Krise auf die Schuld anderer verweisen kann. Das Bild desjenigen Ameisenkönigs, der die Fahrer für die Sattelschlepper und die Arbeiter, die mit einem Schneidbrenner umgehen konnten, entlassen hat, weil sie nicht den richtigen Geruch hatten,  hängt zwar später  noch an der Wand, aber der ist dann schon lange mit einer fetten Pension im Ruhestand, frisst aus einer goldenen Schüssel und ist bar jeglicher Verantwortung.

*1) https://www.asta-hannover.de/wp-content/uploads/2018/09/Wien_2009.pdf#page=89

*2) DÖW – Erkennen – Rechtsextremismus – Neues von ganz rechts – Archiv – Oktober 2008 – Eine umstrittene Wahl (Burschenschaft „Olympia“) (doew.at)

We shall overcome,…..some day?

Im Jahr der Krise hat die Welt sich dramatisch verändert und diese Veränderungen haben Auswirkungen in fast allen Lebensbereichen gezeitigt. Besonders dramatisch in der Gesundheitsfürsorge und im Bereich des Arbeitsmarktes. Die staatlichen Stützungen in Europa mit Kurzarbeit etc. haben nicht verhindert, dass nach unterschiedlichen Schätzungen etwa 30% aller Arbeitsplätze gefährdet sind. In Amerika sind es 45%. Darüber hinaus ist unser soziales Gefüge einer Bewährungsprobe unterworfen, wie wir es noch nie vorher erlebt haben. Wem ist es in letzter Zeit nicht passiert, dass er angesichts einer Umarmung im Fernsehfilm kurz zusammenzuckte, weil niemand eine Maske trug? Wir haben es verinnerlicht. 3 x Lockdown geht nicht einfach so an der Gesellschaft vorüber. Aber andererseits – neben der Tatsache, dass eine Gesichtsmaske noch lange zu unserem Alltag gehören und Heimarbeit / homeoffice zu einem normalen Bestandteil der Arbeitswelt werden wird – was kann die Gemeinschaft der Menschen daraus für Lehren ziehen?  Die Literaturpreisträgerin Olga Tokarczuk hat geschrieben: „Ist es nicht so, dass wir zum normalen Leben zurückgekehrt sind? Dass nicht das Virus die Norm verletzt, sondern umgekehrt: dass jene hektische Welt vor dem Virus nicht normal war?“ Die mit dem Virus verbundenen Implikationen für die Zukunft sind schwer zu greifen und schwer zu begreifen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Maßnahmen von Regierungen, Firmen, aber auch Privaten unsere Zukunft in politischer, ökonomischer und kultureller Hinsicht für Jahrzehnte beeinflussen werden. Inwieweit weitere Mutationen des Coronavirus trotz Impfungen eine Herdenimmunität verhindern könnten und uns dann ein permanenter Notfallmodus aufgezwungen wird, kann derzeit niemand beantworten. Gerade für die jüngere Generation wird eine derartige Form der Bedrohung ihrer Lebenswelt prägend sein. Typischerweise hinterlässt eine existentielle Bedrohung langfristige Spuren, die das Verhalten nicht nur unserer Generation nachhaltig beeinflussen wird.                                                                                                     Geringfügig positive Auswirkung hat die Coronakrise auf die Umwelt. Ein Thema, das wir derzeit ein wenig aus den Augen verloren haben, das aber ungeachtet aller Probleme, die wir momentan haben, langfristig unser wichtigstes Problem ist. Es wurde weniger CO2 in die Atmosphäre geblasen als in den Jahren vorher. Trotzdem:  2020 war das wärmste Jahr seit es Aufzeichnungen über die Klima- und Wetterverhältnisse gibt. Mit 30 benannten Stürmen, 13 Hurrikanen, sechs schweren Hurrikans, vielen sogenannten  rapide intensivierenden Stürmen und mehreren zerstörerischen Landfällen von Kategorie-4-Hurrikanen war die Saison im Atlantik außergewöhnlich und stellte eine Vielzahl an Rekorden auf. Die Erwärmung der Ozeane, Ursache dieser Wetterphänomene, schreitet fort mit allen uns bekannten und vorhersehbaren Folgen. Die riesigen Flächenbrände in Australien, Amerika und Sibirien, gemeinsam mit den absichtlich herbeigeführten Bränden zur Landgewinnung in Brasilien, sind ebenfalls unübersehbare Hinweise auf eine noch viel schlimmere Katastrophe, die uns bevorsteht. Das kommende Jahr, mit einer Neuorientierung in Amerika, wird in dieser Hinsicht vermutlich entscheidend. Wenn wir jetzt nicht reagieren, wenn wir aus dieser weltweiten Gesundheitskrise nicht die richtigen Schlüsse ziehen, wenn wir nicht erkennen  wie notwendig gemeinsames und solidarisches Vorgehen ist, dann werden wir uns  oder unsere Kinder und Kindeskinder einmal wehmütig an die Coronazeit erinnern und man wird sagen: Damals war die Welt noch in Ordnung.

Parallelwelten

Es war vorhersehbar, ein verrückter Präsident, der es sein Leben lang mit der Wahrheit nicht genau genommen hat, und der entrückte Bodensatz der amerikanischen Kultur. Menschen, die irgendwo abgebogen sind ins esoterisch-ethnozentristische Märchenland, in dem ein Mann noch ein Mann ist und sich mit der Knarre in der Hand holt, was ihm zusteht. Unermessliche, ja märchenhafte Reichtümer auf der einen Seite und armseliges Fortkommen auf der anderen Seite nähren den Wunsch nach Gerechtigkeit, die es in diesem System nicht gibt. Tausende Familien, die gezwungen sind, auf der Suche nach Arbeit von einem Bundesstaat in den anderen zu ziehen, immer wieder alles aufzugeben und dennoch nie ihr Ziel erreichen und die obendrein  geneigt sind, alles zu glauben, was dieses erbärmliche Schicksal für sie eher erträglich und verständlich macht: Da sind dunkle Kräfte am Werk wie QAnon oder der Deep State oder der drohende Sozialismus  – ein Konglomerat von irren Phantasien, das Menschen in Internetforen zusammenführt und  von privaten Medienunternehmen so lange befeuert wird, bis sich bei tausenden Menschen die Gewissheit manifestiert, dass es genau so und nicht anders ist. Dazu kommt, dass zumindest ein Drittel der Amerikaner sowieso in einer religiösen Seifenblase existiert, in der die Evolution geleugnet und alles, was nicht in der Bibel steht, verdammt wird. Zum Glück ist Donald Trump nur ein verlogener, geldgieriger und geiler alter Mann, der allerdings erkannt hat, dass er die Massen für seine Zwecke instrumentalisieren kann und der darüber hinaus in der Republikanischen Partei genug Mitläufer gefunden hat, die ihm – aus welchen Motiven auch immer – die Treue halten. Man stelle sich vor, es wäre anders und Donald Trump wäre nicht nur verrückt, dazu weniger impulsiv und  ein besserer Stratege mit einem messianischen Sendungsbewusstsein und hätte seine Anhänger programmatisch fanatisiert wie Adolf Hitler. Wenn man die Ereignisse der letzten Tage betrachtet- so abwegig ist das nicht. Stellen wir uns weiter vor, er hätte planmäßig Sozial- und Beschäftigungsprogramme für die Armen erstellt und diese dadurch noch mehr an sich gebunden. Er hätte so was wie Kraft durch Freude und die Trump- Jugend auf die Beine gestellt. Stellen wir uns vor, er hätte darum auch diese Wahl gewonnen und würde für weitere 4 Jahre die Geschicke des Landes bestimmen……. 45% der Amerikaner befürworten nach einer heutigen Umfrage den Sturm auf das Kapitol, der 5 Menschen das Leben gekostet hat……..

Aber bleiben wir im Realen. Bleiben wir in Österreich. Keine Frage, das Management der Pandemie und der Vorbereitungen für die  Massenimpfungen ist unter dem Hund. Hin und her gerissen zwischen den wirtschaftlichen Erfordernissen, den Wünschen der Industrie- und Wirtschaftslobbyisten und den medizinischen Notwendigkeiten, legt die Kurz-Administration einen Schlingerkurs hin, der bei vielen Österreichern bereits zu einer veritablen Seekrankheit geführt hat. Und auch der Rest der Politiker, egal welcher Couleur, trägt mit den jeweiligen Stellungnahmen dazu bei, die Übelkeit zu verstärken.  Lockdown ist Lockdown sagt August Wöginger und schaut dabei drein, als hätte gerade wer die Blunzn von seinem Teller geklaut.“ Kein Grund den Lockdown fortzusetzen“, tönt es lauthals aus der FPÖ. Die Gesundheitssprecherin Belakowitsch ist ganz auf Linie, denn der Reimeschmiede und Philosoph Kickl hat die Parole ausgegeben: Kurz muss weg, die Seuche gibt es nicht und Gesichtsmasken sind Freiheitsberaubung, vielleicht weil sie nicht vor Chemtrails schützen?

Aber das alles beunruhigt mich nicht. Was mich beunruhigt, ist das Entstehen einer Corona-Parallelwelt. Ein Gemisch aus politischer Instrumentalisierung, Dummheit, und Irrationalität, das ähnlich wie in Amerika, nicht unabhängig von den Hintergrundakteuren betrachtet werden kann und jetzt gerade zum neuen Narrativ der Rechtsextremen und ihrer politischen Vertreter wird.  Da marschieren Hooligans mit Naturaposteln und Leuten aus dem vermeintlich linken Lager gemeinsam mit Staatsverweigerern und rechtsnationalen Antreibern durch die Städte und organisieren Busreisen von Ort zu Ort. Dazu sagt Herbert Kickl, sie kämpfen für Demokratie, Rechtsstaat und Freiheit.  Und der EU Abgeordnete Haider verlinkt kommentarlos auf seiner Facebookseite zum FPÖ Desinformationsmedium Wochenblick, wo ein Post mit folgendem Inhalt zu lesen ist:

Hängt sie – Eicha Kopf wead rollen, sprengt die Schweine in die Luft, das Volk wird’s ohne Führer nicht schaffen…..und ….Stürmen wir das Parlament und jagen wir die Regierung aus unseren(sic) Österreich……. gibt es vor dem Parlament Straßenlaternen? ich frage für einen Freund.

Was soll man also davon halten, wenn  ein österreichischer Burschenschaftler einen Aufruf zum Mord und zum Sturm auf das Parlament  in den sozialen Medien verlinkt? Ist das wieder ein Einzelfall oder ist das zu verstehen wie:  I like the Pennsylvania Avenue……

How White Evangelical Christians Fused With Trump Extremism – The New York Times (nytimes.com)

Das Orakel

Wie jedes Jahr um diese Zeit habe ich per Fernabfrage das Orakel in Delphi konsultiert. Die Zukunft lässt mich nicht kalt, vielleicht auch darum, weil es draußen Plusgrade hat. (Genau fünf Grad über Null zeigt das Thermometer vor dem Fenster meines Gemaches und das ist ein schlechtes Omen am 1. Jänner.                                                                

Wie ihr wisst, entstand das Heiligtum in Delphi dadurch, dass  Zeus zwei Adler von je einem Ende der Welt fliegen ließ, die sich in Delphi trafen. Seither gilt dieser Ort als Mittelpunkt der Erde. Die Erdmutter Gaia vereinigte sich dort der Sage nach mit dem Schlamm aus den Lagern von Moria, das sich  im Landesinneren der ostägäischen Insel Lesbos nahe der Ortschaft Moria  befand und dem Schlamm von Kara Tepe, was so viel bedeutet wie schwarzer Hügel. Den hatte der Rat der Weisen dazu bestimmt,  besonders gefährdete und verletzbare Flüchtlinge, wie etwa alleinstehende Frauen, Familien sowie traumatisierte oder verletzte Menschen, die zuvor im Schlamm von Moria hausten, aufzunehmen und ihn ebenfalls mit  reichlich Schlamm ausgestattet, auf dass sie sich wohl fühlen sollten. Dieser Schlamm, der nach dem Ende des goldenen Zeitalters von der Welt übrig blieb, führte bei der Erdmutter Gaia zu einer Genmutation und sie gebar die geflügelte Schlange Python. Python hatte hellseherische Fähigkeiten und lebte an dem Ort, der Delphi hieß. Der Python wurde später von Apollon getötet, wodurch sich seine weissagerischen Fähigkeiten auf den Ort übertrugen. Aber das ist eine andere Geschichte. Das alles geschah lange bevor sich Zeus in Europa,  die Tochter des  phönizischen Königs Agenor,  verliebte und sie –  indem er sich ihr in Gestalt eines Stieres näherte – auf die Insel Kreta entführte.  Dort zeugte er mit ihr Rhadamanthys und Sarpedon und den Minos, der später den Meeresgott Poseidon übers Ohr hauen wollte und einen Stier, den er ihm versprochen hatte, nicht herausrückte. Poseidon rächte sich, indem er dafür sorgte, dass Pasiphae,  die Frau des Minos, sich sinnigerweise in einen Stier verliebte. Bekanntlich ist aus dieser Verbindung dann Boris Johnson entstanden, der jetzt in einem Labyrinth lebt. Das Orakel ist also wesentlich älter als das Orakel von Twitter in Amerika. Aber wie ihr wisst: Das Orakel gibt seine Prognosen in Form rätselhafter Bilder zur Kenntnis. Man nennt das heute auf der ganzen Welt Sprachregelung, nur in Österreich sagt man Message Control. Bevor das Orakel aber spricht, bedarf es eines Omens und das ist eine ziemlich komplizierte Geschichte: Ein Oberpriester, er heißt Ney-Hammar, besprengt eine Ziege – Tan-Ner – mit eiskaltem Wasser. Bleibt sie ruhig, fällt das Orakel für diesen Tag aus, und die Ratsuchenden müssen einen Monat später wiederkommen. Zuckt die Ziege zusammen, wird sie als Opfertier geschlachtet und auf dem Altar verbrannt. Dann können die Weissagungen beginnen: Begleitet von zwei Priestern, Sobot-Ka und Mahr- Er, begibt sich die Pythia zur heiligen Quelle Kastalia, was übersetzt „Die Krone“ heißt. Dort nimmt sie nackt ein Bad, um kultisch rein zu sein. Aus einer zweiten Quelle, der Kassotis,  trinkt sie dann einige Schlucke des heiligen Wassers. Dadurch stellt sie eine innige Verbindung zu den höchsten Mächten her, von denen die Priester ihre Macht haben. Begleitet von den zwei Oberpriestern und den Mitgliedern des Fünfmännerrates geht die Pythia anschließend in den Apollontempel, wo Sobot-Ka Gebete spricht und den Segen von Novo-Ma-Tic erfleht. Sie wird dann vor den Altar der Hestia geführt, wo – nach einigen Theorien – aus einer Erdspalte berauschenden Dämpfe aufsteigen, so dass sie ihre Weissagungen in einer Art Trance macht. Andere meinen, dass sie dort mit Uhudler abgefüllt wird, was denselben Effekt hat.  Hier also die Aussagen der Pythia aus Delphi, die sie mir übermittelte, nachdem sie kurz die Gesichtsmaske abgenommen und mir ihr Antlitz gezeigt hatte:

Ganz vorne steht einer, von dem es heißt, er könne  Wasser in Wein verwandeln. Von dem  Weine  aber werden nur wenige trinken. Neben ihm aber steht derjenige, der Wein nur in Wasser verwandelt und dieses Wasser ist für die Übrigen.

I am not from Austria

Man kann es nicht erfinden – die Mentalität der Österreicher ist ohne Zweifel einzigartig. Und die FPÖ ist ein Paradebeispiel – nicht das einzige – für die Schattenseiten unserer verlogenen Kultur. Die FPÖ Chemtrail-Spezialisten, allesamt weitgehend unbeleckt von der Wissenschaft   lehnen die Coronaimpfung ab, ohne das irgendwie vernünftig zu begründen, und faseln was von Zwangsimpfung in einem totalitären Staat. Gut, dass man weiß, wie dumm und autoritär sie sich gebärdet haben, als sie an der Macht waren, das relativiert ihr Gequatsche zumindest für den einsichtigeren Teil der Bevölkerung. Das Schlimme daran ist, dass mindestens ein Drittel der Österreicher aus diesen oder ähnlich skurrilen Gründen ebenfalls die Impfung verweigert.  Dass inzwischen schon mehrere hunderttausend Menschen in England und Amerika ohne wesentliche Zwischenfälle geimpft wurden, bleibt unerwähnt. Da ist die weltweite Community der Wissenschaftler, allen voran zwei Frauen, Özlem Türeci und Katalin Kariko, die gemeinsam mit dem amerikanischen Molekularbiologen Drew Weissman auf Basis ihrer langjährigen Forschung innerhalb eines Jahres eine wirksame Impfung entwickelt haben. Eine wissenschaftliche Community, die sich als wesentlich zuverlässiger und vertrauenswürdiger erwiesen hat, als die ganze selbstgefällige politische Community, die nicht einmal in der Lage ist, das Elend vernünftig zu verwalten. Das sollten wir uns immer wieder bewusst machen: Auf der einen Seite Wissenschaftler, die schweigend Tag und Nacht zielorientiert Forschung betreiben, auf der anderen Seite Politiker, die nicht davor zurückschrecken, eine derart wichtige Sache für eine peinliche Selbstinszenierung zu nutzen und nebenbei noch die Wissenschaft, die in Rekordzeit das Problem gelöst hat, verunglimpfen.* Wem kann man eher trauen? Aber das ist nicht der Clou in Österreich, der Clou ist, dass genau dieselben Narren, die die Impfung verweigern, sich jetzt über die gerade bekannt gewordene Reihung  der Impfprioritäten aufregen, die Gefängnisinsassen und Migranten noch vor den Lehrern und Schülern  sieht. Dass Migranten und Strafgefangene noch vor denen geimpft werden, die sich eh nicht impfen lassen wollen, geht gar nicht. Jetzt war ganz Europa gerade verblüfft, dass wir die Schidodeln rudelweise auf die Pisten lassen, da kommt schon die nächste Lachnummer. Soviel Dummheit ist zum Schämen. Wenn mich wer fragt, sag ich in Zukunft: Ich nix Austria! Ich Australia, nix Mozart, kangaroo, you know …..

*Siehe die Aussage der FPÖ Gesundheitssprecherin Belakowitsch vor Weihnachten, die sinngemäß empfahl, sich nicht testen zu lassen, damit man an den Feiertagen die Oma besuchen kann, was im Falle eines positiven Tests ja nicht möglich wäre.  Eine Gesundheitsprecherin, die während einer Pandemie so einen verantwortungslosen Unsinn äußert, gehört auf eine geschlossene Abteilung.

Schifoahn….

Wer die Menschenschlangen gesehen hat, die am 27. Dezember vor den Liften in Tirol und am Semmering so dicht aneinandergedrängt standen, dass der Babyelefant  Platzangst bekam,  der wird wohl auch gedacht haben, dass  das so nicht geplant, aber zu erwarten war. Dass in der Gondelbahn nur 4 statt 8 Leute sitzen, ist hinsichtlich Infektionsprophylaxe nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Die sorglose Vorgehensweise durch ÖVP Politiker in Ischgl hat dazu beigetragen, dass das Virus sich über ganz Europa verteilt hat. Daraus haben sie nichts gelernt. Das ganze Land im Lockdown, aber Schifoan is des Leiwandste, wos ma si nur vorstöhn ko. Die ÖVP Klientelpolitik sorgt weiter dafür, dass Corona – schnell bevor die Impfung  flächendeckend zur Verfügung steht –  noch einmal ordentlich verteilt wird und noch einmal ein paar hundert Leute mehr ins Krankenhaus müssen oder sterben. Man kann ja nicht zulassen, dass die Schihersteller und Verleiher und die Schiliftbetreiber Verluste machen. Schließlich ist man nicht die Partei der Österreicher, sondern die Partei der österreichischen Wirtschaft, auch wenn man das so nie sagen würde.  Dass Bewegung an der frischen Luft wichtig ist – so wurde es argumentiert –  daran zweifelt niemand. Dass während einer Pandemie die Bewegung an der frischen Luft zur politisch inszenierten und instrumentalisierten  Massenbewegung wird, während jedes andere Gewerbe ruht, ist aber was gänzlich anderes.  Fehlt nur noch ein Wintersport-affiner Engländer, der vor dem endgültigen Brexit die neue  infektiösere Virusvariante  zollfrei einführt und den Exitus des einen oder anderen Sportlers beschleunigt. Die verantwortliche Ministerin, Elisabeth Köstinger, sollte die Gunst der Stunde für eine bei ÖVP Ministern so beliebte Inszenierung nutzen und sich auf einer  Alm mit einem Paar Schiern  österreichischer Provenienz ablichten lassen und damit es sich auszahlt auch  gleich mit  einer Milka-Kuh.

Verwöhnte Gfrasta

Na, alle satt? Weihnachtsmenü mit mehreren Gängen, dazu reichlich Wein und….. man gönnt sich ja sonst nichts, zum Abschluss, nach dem Dessert einen Single Malt, einen Islay der gehobenen Preisklasse, weil wer trinkt schon was Gewöhnliches. Und heute geht ’s weiter. Schade, dass man die Familie nicht treffen kann, also in dem Umfang wie sonst, hat aber fraglos auch sein Gutes. „ Schade Tante Berta, hätt dich so gern gesehen“………….“ Bruhaha“…..                                                                                                                         Aber ansonsten –  dass man uns regelrecht einsperrt, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen – Freiheitsbeschränkung ist das! Eine Frechheit! Ausgangsperre ab 20 Uhr wie im Krieg. Und beim Schifahren a Maskn, ja geht ’s noch? „Des ist derart viel Arbeit mit dera Masken“, sagt im ORF Interview ein Liftwart. „Eine Zumutung“, sagt ein anderer, der grad mit 4 anderen Schifahrern aus der Gondel steigt….. und keine Gastronomie neben den Pisten. Was tu ich, wenn mir kalt ist oder den Kindern kalt ist, ich mein, wie komm ich dazu….. und impfen können die ihren Hund aber nicht mich. Bin ja ned deppat und lass das ausprobieren an mir, sollen sich die Alten impfen lassen, deretwegen wir jetzt auf alles, aber wirklich alles verzichten…. Wir haben 264 Krankenhäuser in Österreich und 500 Intensivpatienten. Wo ist das Problem? Ich seh es nicht…

Zugegeben es gibt kein Nervensystem, das eine Gefahr, die man nicht sieht und die durchgehend ein Jahr lang im Raum steht, tatsächlich permanent als Bedrohung einstufen kann. Unser Nervensystem ist vor Urzeiten entstanden, als der Höhlenbär und der Säbelzahntiger, der Wolf  und das Mammut als Gefahr relevant waren. Es ist ein Warnsystem, das nur durch eine unmittelbare Bedrohung aktiviert wird und nur zwei Optionen zulässt: Flucht oder Gegenwehr.* Alles andere ist für das  Überleben nicht relevant. Dieses System ist auch die Basis der Xenophobie. Alles, was fremd ist und sich der Kategorisierung entzieht,  gilt primär als gefährlich. Das machen sich noch immer die rechten Politiker zunutze. In einer Situation, in der die Welt von einem unsichtbaren Gegner bedroht wird, den die meisten noch nicht persönlich, sondern nur von Hörensagen kennen und der obendrein keine Zähne hat, sondern Spikes, tun sich jene, die sich nur auf ihr uralten Stammhirnreflexe verlassen, schwer. Donald Trump ist ein Paradebeispiel für diese Spezies. Ein  intellektueller Tiefflieger, der nicht ernst nimmt, was er nicht versteht. Der Neocortex ist evolutionär gesehen eine relativ neue Sonderausstattung, die noch nicht jeder bedienen kann. Twittern ist offensichtlich einfacher als denken. Fazit:  Mehr als eine Viertelmillion  Menschen sind in Amerika am Coronavirus gestorben. Mehr als irgendwo sonst in der Welt.                                                                                                                                                                                

Ein Gegner, dessen Angriff immer wieder angekündigt, aber nicht persönlich erlebt wird, wird rasch unglaubwürdig. Eine Gefahr, die für die meisten nur aus Zahlen besteht, die über einen Bildschirm flimmern, wird nicht als solche erkannt. So lange nicht tatsächlich jeder einen kennt, der trotz Intensivbehandlung elend erstickt ist, oder man selbst erkrankt, fühlt man sich nicht bedroht. Das beweisen die immer noch hohen Fallzahlen, die wir täglich registrieren. Manche Menschen  verstehen nicht, warum das alles heuer nicht geht, das Schifahren und die Silvesterparty,  und quengeln wie die kleinen Kinder im Prater, die schon Zuckerwatte und Limonade hatten, zweimal Ringelspiel und  einmal Geisterbahn, aber jetzt unbedingt noch mit einem Eis aufs Riesenrad wollen, obwohl ihnen eh schon schlecht ist.  Manchmal wünscht man sich die Zeit der „gsunden Watschn“ zurück.

*Diese Warnsystem ist im Bereich des Stirnhirns, in den Mandelkernen (Amygdala) lokalisiert und steuert Affekte wie Angst und Aggression.

Coronavirus – Tägliche Todesfälle weltweit 2020 | StatistaPandemie in den USA:

Mehr als eine Viertelmillion Corona-Tote | tagesschau.de