Das „Aus“ für die Ärztekammer..

Im April wurde bekannt, dass die Wirtschaftskammer sehr viel Geld für private Zwecke ihrer Spitzenfunktionäre ausgibt.  Unter anderem wurden Funktionären der WK Mitgliedsbeiträge für Golf- Yacht- oder Sportclubs ersetzt. Auch die Ausbildung der Kinder wird mit dem Geld der Kammermitglieder gefördert. „130.000 Euro machten allein die jährlichen Schulkosten für die Top-3-Mitarbeiter aus. „(1)                                                                                                                                          

Die Politik hat sich dazu nicht geäußert. Wozu auch – alles in türkiser Hand.

Die österreichische Ärztekammer ist  nicht nur Standesvertretung aller österreichischen Ärzte sondern auch zuständig für Organisation von Aus- und Weiterbildung, also gemeinsam mit den Universitätsinstituten für die Lehrinhalte, die im Medizinstudiums vermittelt werden verantwortlich. Die Ärztekammer ist bei Türkis in Ungnade gefallen. Waren noch vor Jahren ein Gutteil der Mediziner eher konservativ eingestellt, ändert sich das Selbstbild der Berufsgruppe in Richtung der sozialen Sicht, die sich aus dem Generationenwechsel und den Alltagserfahrungen zwangsläufig ergibt. Obwohl Österreich wohl eines der besten Gesundheitssysteme der Welt hat und dieses System während der Pandemie seine Leistungsfähigkeit demonstrieren konnte, ist der freie Arztberuf  den neoliberalen Politikern schon lange ein Dorn im Auge. Grund dafür ist, dass Ärzte sich in erster Linie ihren Patienten verantwortlich fühlen und dadurch Sparpläne auf Kosten der Patienten nie akzeptiert haben.   Es wurden deshalb immer wieder Versuche gemacht, die Ärzte pauschal zu diffamieren und  deren Freiheit einzuschränken oder die Ärzte dem neoliberalen System zu unterwerfen. Ich  erinnere an die Absicht der ÖVP, Arztpraxen nicht mehr an Ärzte zu vergeben, sondern an den Bestbieter. Damit wäre es finanzstarken Gruppen ermöglicht worden, Arztpraxen zu übernehmen und dort Ärzte anzustellen, deren Aufgabe es gewesen wäre Medizin möglichst billig aber doch profitorientiert zu betreiben. Sozusagen eine McDonaldisierung der Medizin mit Billigärzten. Die Firma Hartlauer spekulierte damals auf die Errichtung zahlreicher Zahnambulatorien(2) Als wir Ärzte dagegen protestierten, wurden wir von der gesamten österreichischen Presse einhellig „erschlagen“ und der Gier bezichtigt.

Am 17. Juni wurde überfallsartig, nach einer nicht einmal 15 Minuten dauernden Debatte im Parlament, eine Novelle zum Ärztegesetzt beschlossen, die eine vollkommenen Demontage der Ärztekammer, nicht nur als Vertretung der Ärztinnen und Ärzte bedeutet, sondern darüber hinaus sämtliche Kompetenzen hinsichtlich der Ausbildung der An- und Aberkennung von Ausbildungsstellen und Ausbildungsstätten, von Lehrpraxen und Lehrambulatorien in Zukunft in  die Hand der Landeshauptleute und des Bundesministeriums – also an den Beamtenapparat – verlagert. Bei der Auswahl von Ausbildungsstätten hat die Ärztekammer nicht einmal mehr die Möglichkeit einer Parteistellung. Es besteht die dringende Sorge, dass in Zukunft nicht mehr die Qualität im Vordergrund steht, sondern die Interessen der Länder bzw. politischer Gruppierungen und damit die Ausbildung einen dramatischen Qualitätsverlust erleidet und Österreich mittelfristig den Anschluss an die Spitzenmedizin verliert.                                          

Niemand wurde vorab informiert, die meisten Ärzte wissen es wahrscheinlich noch nicht, oder haben es aus den spärlich an die Öffentlichkeit gesickerten Nachrichten erfahren. Der ORF hat es bis jetzt nicht der Mühe wert gefunden darüber und über die langfristigen Auswirkungen zu berichten.                               

Es ist nicht so, dass ich alle Entscheidungen der Ärztekammer in den letzten Jahren für richtig gefunden habe, aber in den 40 Jahren, die ich selbst Kammermitglied bin, war immer der Grundkonsens zu erkennen, nämlich gemeinsam die besten Voraussetzungen für die beste Medizin zum Wohl der Patienten zu schaffen.  Und das ist auch gelungen. Jetzt werden ohne Not, nur aus politischem Kalkül diese bewährten und erfolgreichen Strukturen zerstört. Mit sehr viel Geld – das dem Gesundheitssystem fehlen wird – wird eine neue Parallelstruktur aufgezogen, in der Politiker über Bereiche das Gesundheitssystems entscheiden, von denen sie keine Ahnung haben. Ähnlich wie bei der sogenannten „Kassenreform“  die zu Einsparungen führen sollte, und real eine Milliarde Verlust bewirkt hat, werden auch diese Maßnahmen einen Kostenanstieg verursachen. Letztlich haben alle Reformen in den letzten Jahren zu Mehrkosten und in der Folge zur Kürzung von sozialen Transferleistungen geführt. Und das ist die Absicht.                                    

Ähnlich wie die Kirche unter Druck gesetzt wurde,(3) um zu verhindern, dass sie Stellung zur türkisen Asylpolitik nimmt, wird jetzt die nächste Institution angegriffen, die dem  Rückbau des Gesundheitssystems und seiner Nutzbarmachung für Finanzinteressen im Wege steht.

Damit wird  nach den Krankenkassen jetzt  auch die Ärzteausbildung von der Wirtschaft und deren Interessen und Bedürfnissen dominiert.

(1)Der Standard 17. April 2021

(2) Zehn Jahre Zahn-Streit: Hartlauer gewinnt, will jetzt aber nicht mehr | Nachrichten.at

(3)„Vollgas“-Aktion der ÖVP gegen Kirche war länger vorbereitet | SN.at

FC Kurz

Aus einem Marketingratgeber: Es ist eine Sache zu wissen, dass Farben wichtig sind für Marketing und Werbung, aber die echte Herausforderung besteht darin, Farbpsychologie zu nutzen, um deine Käufer anzusprechen. Farben verstärken deine Marketingbotschaft und wenn du es geschafft hast, eine Farbe mit deinem Produkt zu assoziieren, dann hast du eine Möglichkeit nur über eine Farbe an dein Produkt zu erinnern. (1)

Seit ich mich erinnern kann spielt die österreichische Fußballnationalmannschaft in schwarz/weißen oder weiß/roten Dressen. Schon bei der Verabschiedung des Teams ins Trainingslager habe ich mich über die türkisen Anzüge gewundert. Aber gerade der Umstand, dass Sebastian Kurz bei diesem Event dort auch herumgewieselt ist, hat mich an einen Zufall glauben lassen, weil ich dachte: Das wäre zwar massenpsychologisch sehr clever, aber so dämlich und durchschaubar – das traut der sich nie. Beim Spiel gegen Nordmazedonien habe ich mich nicht mehr gewundert und ein wenig nachgedacht.  Sport ist Politik und Politik ist Sport.  Nicht nur Roms Kaiser haben ihre Auftritte bei den Zirkusspielen genau überlegt, denn dort konnten sie mit den Massen direkt kommunizieren und sich entsprechend inszenieren.  Überall auf der Welt haben die neuzeitlichen Machthaber begriffen, dass das Volk im Stadion – wenn es seinen Helden zujubelt – verführbar und für politische Agitation zugänglich ist.

Ungarns Victor Orban, ein guter Freund von Sebastian Kurz, ist nicht nur ein großer Fußballfan, er ist auch Gründer der nationalen Fußballakademie, zu der die Pancho Arena gehört, ein Fußballstadion für 4000 Leute in Orbans Heimatdorf Felcsut.  Der Ort hat an die 1800 Einwohner, kein Gasthaus, aber das schönste Fußballstadion Ungarns.  Ja wenn man die Macht hat….

Der Istanbuler Klub Başakşehir Futbol Kulübü ist eng mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und seiner Partei AKP verbunden.  Erdoğan ist laut eigener Aussage an der Gründung des Vereins beteiligt gewesen. Vereinspräsident Göksel Gümüşdağ ist ein angeheirateter Verwandter der Familie Erdoğans. Der Haupt- und Namenssponsor Medipol wird zudem von Erdoğans Gesundheitsminister und Vertrauten Fahrettin Koca geführt. Die Rückennummer „12“ wird nicht mehr vergeben, da Erdogan diese beim Eröffnungsspiel des Stadions trug. Kritiker dieser Verbindungen nennen den Verein daher „FC Erdoğan“.  Mein Club mein Präsident………

Ist das Auftreten der österreichischen Fußballnationalmannschaft in der Parteifarbe der „türkisen Bewegung“   Zufall oder haben wir jetzt statt einer Nationalmannschaft einen FC Kurz?  Nun, die Nähe des ÖFB Präsidenten Leopold Windtner zur ÖVP ist allseits bekannt. Windtner war mehr als zwei Jahrzehnte Generaldirektor der Energie Oberösterreich AG. In den besten Zeiten der Aktiengesellschaft zählte Windtner zur sogenannten „Machttroika“ des Landes. Neben Josef Pühringer und Ludwig Scharinger. Die Drei verbindet das ÖVP-Parteibuch, ihre politische und wirtschaftliche Macht und eine enge Männerfreundschaft, die sicher  nicht nur gemeinsame Saunabesuche betraf.

Laut der Onlinezeitung ZackZack , die beim ÖFB-Ausstatter Puma nachgefragt hat, waren  im Prozess des Designentwurfs auf beiden Seiten (ÖFB/PUMA) insgesamt zwei Dutzend Personen eingebunden, die in punkto Design, Beschaffung, Marketing und Produktion partnerschaftlich zusammenarbeiten. Warum man sich für Türkis als Trikotfarbe entschied, konnte aber nicht eruiert werden. Darüber will man offensichtlich nicht reden. Dass das Nationalteam in türkis eine vollkommen unpolitische Rolle spielen soll, kann glauben wer will. Und dass der Kurier andeutet, die Farbwahl sei mehr oder weniger von den generischen Mannschaften, die auch gerne in Rot oder Schwarz/Weiß spielen, aufgezwungen worden, glaub ich schon aus dem Grund nicht, weil es der Kurier berichtet, sondern auch aus dem Grund dass man nur auf der ÖFB Webseite nachschauen muss, um das zu widerlegen.

Alleine auf Grund der politischen Bedeutung und eindeutigen Zuordnung der Farbe Türkis zur Kurz-ÖVP müssten die Entscheidungsträger, wenn sie auch nur ein Mindestmaß an Sensibilität hätten, eine andere Farbwahl für das Nationalteam treffen. Haben sie aber nicht. Das lässt nur den Schluss zu, dass sie entweder – na sagen wir mal – nicht die Gescheitesten sind oder dass die Auswahl bewusst und in der Absicht, die ÖVP werbemäßig ein wenig zu fördern, getroffen wurde. Alles passt zu genau ins Schema einer bewussten Inszenierung und  wer auf der Webseite des ÖFB (2) nachschaut wird feststellen: Alles ist türkis, vom Team-Bus bis zu den Dressen der ÖFB Spielerinnen. Es sieht ganz danach aus als würde der ÖFB unter Leopold Windtner zu einer Propagandagentur der ÖVP. Es gilt natürlich wie immer die Unschuldsvermutung, aber was aussieht wie eine Ente, riecht wie eine Ente und schwimmt wie eine Ente, ist eine Ente.  In mehreren Tageszeitungen wurde das Thema inzwischen eher sehr verhalten angesprochen. Niemand traut sich zu sagen, dass die Farbwahl der Trikots für die Europameisterschaft von der ÖVP bestimmt wurde, um die Strahlkraft des Fußballs für Eigenwerbung zu nutzen.   Alle wundern sich nur, was für Zufälle es gibt. Aber man sollte nicht vergessen, dass die „Türkise Familie“ nichts dem Zufall überlässt und schon lange bevor sie an die Macht gelangte, einen schriftlich festgelegten Masterplan hatte:  Er hieß Projekt Ballhausplatz. (3) Die türkisen Dressen sind kein Zufall.

Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis die erste Tiroler Schützenkompanie in Türkis auftaucht oder die Schinationalmannschaft ebenfalls in Türkis auftritt. Da der neue Präsident des Österreichischen Schiverbandes, der türkise Nationalrat Karl Schmidhofer, mit dem Autokennzeichen MU-Kurz 1 durch die Gegend fährt, würde es mich nicht wundern. (4)

(1) Glaubt irgendwer, dass die Auswahl der Farbe Türkis als Parteifarbe für die „Neue ÖVP“ ein Zufall war? Natürlich wurde diese Farbe auf Grund ganz bestimmter farbpsychologischer Überlegungen gewählt, sonst hätte man genau so gut Rosa nehmen können. Hat man aber nicht. Siehe ->

Farben im Corporate Design: CMYK, RGB und Co. – S2/CONCEPT/DESIGN . MÜNCHEN (s2-design.de)

(2) ÖFB | oefb.at

(3) Projekt Ballhausplatz“ – FALTER 38/17 – FALTER.at

(4) MU-Kurz 1 – alfredwassermair (wordpress.com)

Edward Bernays – Wikipedia

Aufbau einer PR-Kampagne

Bernays entwickelte einen Acht-Punkte-Plan zur Durchführung einer PR-Kampagne, der häufig als Grundlage vieler PR-Kampagnen weltweit Verwendung findet und ebenso als Basis für die Arbeit gemeinnütziger Organisation dienen kann:

  1. Define your objectives – Definiere Deine Ziele.
  2. Conduct research – Führe Forschungen durch.
  3. Modify your objectives based on that research – Verändere Deine Ziele auf Basis dieser Forschungen.
  4. Set a strategy – Lege eine Strategie fest.
  5. Establish themes, symbols, and appeals – Erstelle Themengebiete, Symbole und Anreize.
  6. Create an organization to execute your strategy – Rufe eine Organisation ins Leben, um deine Strategie auszuführen.
  7. Decide on timing and tactics – Entscheide über den Zeitplan und die Taktiken.
  8. Carry out your plans – Führe deine Pläne aus.

Eine seiner bevorzugten Techniken zur Manipulation der öffentlichen Meinung war die indirekte Nutzung prominenter Dritter (z.b. Sportler): „Wenn man die Gruppenführer beeinflussen kann, entweder mit oder ohne deren bewusste Zusammenarbeit, beeinflusst man automatisch deren Gruppe“.

Ein Zauberspruch aus meinem alten Zauberbuch

geeignet den Geist der Gegner zu verwirren

Anwendung: um Mitternacht 3x hintereinander rezitieren und dabei mit der Asche einer Kronenzeitung einen Kreis um die Familie zeichnen.

Kurz Blümel Schmid Bonelli Sobotka Hanger,

 Schlurz, Blümelli, Hanotka Bonanger Kunelli

Schlümel Sonelli Blurz Kurotka Haurz

Hamel Somel Bourz Blotka Schmanger

Kümel Blünelli Schmotka Bonger

Zruk Lemülb Dimhcs Illenob Aktobos Regnah

Schmonelli Blübotka, Kurmel Schmurz Hamel

Hurz Sümel Sobomid Schanger Burz

Damit verabschiede ich mich nach Graz zur Diagonale…………

Unveröffentlichter Leserbrief

Betr.: Ö.Ö Nachrichten vom 8.6. 21 Rubrik: Wirtschaft verstehen.            Kapitalismus zerstört Umwelt- echt ? Artikel von Theodoro D. Cocca

Gestatten Sie mir bitte zu diesem Artikel folgende weitschweifige Ausführung…

Ich hatte immer schon den Eindruck, dass die politischen – ismen, sowohl Kommunismus als auch Kapitalismus, Liberalismus, Neoliberalismus etc. Glaubenssysteme sind, die versuchen Teilaspekte der Welt zu erklären und dabei ähnlich wie jede andere Religion stillschweigend implizieren, dass erfundene oder übernatürliche Phänomene Einfluss auf die Sphäre der Menschen ausüben und das unüberprüft als Dogma akzeptieren. Zusätzlich gibt es, wie in jeder Religion, Schriftgelehrte und Exegeten, die alles was dem Laien unklar oder widersprüchlich erscheint, in einer Art und Weise formulieren können, dass auch der Unkundige zur Einsicht gelangt. Die Exegeten gehen dabei meist von Idealbedingungen aus, die es nicht gibt, genau wie es keine idealen Menschen im Sinn von: ausschließlich wohlmeinend gibt, also auch keine idealen wohlmeinenden Kapitalisten geben kann. Da es also  auf Grund der Individualität des Menschen unmöglich ist, vorauszusagen wer aus welchem Motiv wo und wie Entscheidungen trifft und welche Auswirkungen das auf das Gesamtsystem hat, *1)   hat man auch im Kapitalismus sämtliche Unwägbarkeiten, die sich der Vorhersage entziehen, ignoriert und durch Dogmen ersetzt. Und Dogmen sind was sie sind: Sie können der Realität diametral gegenüberstehen, ohne dass der Gläubige den Widersprich empfindet.  Im Gegenteil, er wird den Widerspruch rationalisieren, das heißt, er wird ihn wegdiskutieren.  Gestatten Sie mir, dass ich über einen kleinen Umweg darauf wieder zurückkomme.                                                                                                                                    

Fangen wir bei den Religionen an. Irgendwann in der Frühzeit der menschlichen Existenz muss sich jemand die Frage gestellt haben, woher all das was ihn oder sie (vielleicht war der erste Philosoph ja eine Philosophin) umgibt und woher letztlich er oder sie selbst, kommt. Viele Bezugspunkte für eine diesbezüglich eindeutige Erklärung gab es am Beginn des menschlichen Weges durch die Geschichte nicht. Also waren wohl die naheliegenden Subjekte in Betracht zu ziehen und die Frage: Hat mein Vater die Welt erschaffen oder mein Großvater oder sonst wer aus meinem Clan? wurde vielleicht gestellt, war aber mit Sicherheit zu verneinen. Ergo musste etwas anderes als Ursprung alles Seienden gefunden werden. Die zahlreichen Welterklärungsmythen aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt sind ein beredetes und sinnliches Zeugnis für die Gedanken, die sich die Menschen in diesem Zusammenhang machten. Die Vielzahl der Mythen spiegelt wohl die unterschiedlichen Erfahrungsrealitäten der Welterklärer wider. So war es im persischen Manichäismus der Kampf von Licht und Dunkelheit, der am Anfang stand und im babylonischen Gedicht „Enuma Elish“ eine sexuelle Vereinigung zwischen den Urgöttern Tiamat und Apsu. In Nauru, einem Inselstaat in Micronesien gab es am Anfang nur die Riesenspinne Areop-Enap und den endlosen Ozean, die beide im unendlichen Raum schwammen. Bei den germanischen Stämmen existierte das eisige Niflheim im Norden und das feurige Muspellheim im Süden und dazwischen ein absolut leerer Raum –  Ginnungagap, eine Art gähnender Abgrund oder auch Urraum, der dann so nach und nach von Riesen und Göttern besiedelt wurde.  Und die Bibel sagt: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde….                                                                                                                                                 

Diese Mythen, von Generation zu Generation weitergegeben und wohl immer mehr ausgeschmückt und an die neuen Zeiten angepasst, haben letztendlich die Buchreligionen hervorgebracht und eine der wirkmächtigsten war und ist das Christentum.  „Geformt aus einem gewaltigen Zusammenfluss von Traditionen – persischen, jüdischen, griechischen, und römischen – hat es den Zusammenbruch des Imperiums aus dem heraus es sich entwickelte lange überlebt, um das mächtigste aller hegemonialen kulturellen Systeme der Weltgeschichte zu werden.“ (Daniel Boyarin, jüdischer Philosoph, über das Christentum).  Aus dem Christentum wiederum sind – wie es bei menschlichen Konstrukten nicht anders zu erwarten ist – die unterschiedlichsten, meist von Einzelpersonen geprägten Abspaltungen entstanden. Von der griechischen Orthodoxie, die schon in der Antike eigene Wege ging, bis zu Luther und Calvin und den evangelikalen Bewegungen der Neuzeit berufen sich alle auf die Bibel mit jeweils eigener Deutung.

Nach der Lehre des Reformators Johannes Calvin (1509 bis 1564) ist der Mensch von Gott zu Heil oder Unheil vorbestimmt. Das heißt, es steht schon seit jeher fest, wer verdammt ist und wer nicht. Wirtschaftlicher Erfolg gilt demnach im Diesseits als Zeichen der Gnade Gottes, also als Zeichen der Auserwähltheit.  Der Calvinismus fand in Frankreich, in den Niederlanden und England Verbreitung und gelangte durch die Puritaner*2), so hießen Calvins Anhänger in England, auch nach Nordamerika, wo zu dieser Zeit ein gnadenloser Kampf der Starken gegen die Schwachen stattfand, der den  Rücksichtslosesten und Gewalttätigsten eben jenen wirtschaftlichen Erfolg sicherte, der die Gnade Gottes erkennen ließ.  Speziell dieser primitive Mythos vom Mann, der sich mit der Waffe in der Hand seinen Weg bahnt und die Wildnis unterwirft und dabei unendlich reich wird, ist eine der Basisideen des Kapitalismus amerikanischer Prägung, der uns heute überall in der westlichen Welt begegnet. Dem Sozialstaat, mit öffentlichen Schulen und öffentlichem Gesundheitssystem und Altersversorgung, der allen europäischen Demokratien bis zum Wiedererstarken des Liberalismus (Neoliberalismus) als Idealbild galt, stehen die meisten Amerikaner bis heute mit Unverständnis gegenüber. Für sie ist das Kommunismus.

Und jetzt komme ich wieder zurück und nehme Bezug auf den Artikel von Theodoro D. Cocca, Universitätsprofessor für Asset- Management und Mitglied des Forschungsinstitutes für Bankwesen an der JKU in Linz. Der Schweizer Gelehrte, aus dem Ursprungsland des Calvinismus, ist sozusagen ein „Hoher Priester und Exeget“ des Kapitalismus. Und er erklärt in diesem Artikel,*3)  der ein wenig wie kapitalistische Sonntagstheologie daherkommt*3), dass Klimakrise und Umweltverschmutzung nicht das Geringste mit dem kapitalistischen Wirtschaftssystem zu tun haben. Zitat: „Ein direkter Zusammenhang zwischen Kapitalismus und der Umweltzerstörung lässt sich aber in Wahrheit anhand von Daten nicht belegen“.  Das ist so, als würde ein katholischer Theologe behaupten, dass die Kreuzzüge nicht das Geringste mit dem Katholizismus zu tun haben und ein islamischer Imam die Eroberungskriege der Umayyaden unabhängig vom Islam erklären wollte, weil nichts davon in der Bibel oder im Koran stünde.  

Cocca vertritt die Meinung, dass im Gegenteil, durch mehr Kapitalismus – vor allem in der Dritten Welt – Emissionen gesenkt werden können. Was er unerwähnt lässt ist, dass ganz Afrika mit 1,2 Milliarden Einwohnern nur einen Bruchteil der Emissionen verursacht, die alleine Amerika mit 330 Millionen Einwohnern verantwortet. Und China, wo ein brutaler Staatskapitalismus die Regeln bestimmt, gemeinsam mit Amerika die größten CO2 Emittenten der Welt sind. *4)                                              

Aber Theodoro Cocca sagt: „Die Daten (welche?) suggerieren zum Beispiel, dass ein nachhaltiger Schutz der Umwelt in ärmeren Ländern durch mehr Wohlstand und damit alternative Einkommensquellen, zur Ausbeutung der Umwelt erreicht werden könnte. (sic!) Dieser etwas unüberschaubare Satz meint wohl, dass mehr Wohlstand in der Dritten Welt in der Folge zu alternativen Einkommensquellen und dadurch geringerer Naturzerstörung beitragen würde.*5)  „Paradoxerweise könnte also mehr Wachstum der Umwelt helfen“. Wie genau die Dritte Welt dieses  Ziel – mehr Wachstum –  erreichen soll, ohne die gleichen Entwicklungsschritte wie die westliche Welt zu machen – also  mehr Infrastruktur aus Beton und Eisen, mehr Straßen, mehr Autos, mehr Fabriken etc. und alles ohne CO2 und Umweltschäden und ohne zusätzliche Abholzung und Flächenversiegelung, bleibt ungeklärt.  Genau wie nicht erwähnt wird, dass sich diese Länder zuallererst von der Ausbeutung ihrer Bodenschätze durch multinationale Konzerne, die die Dritte Welt und deren Menschen als ihr Rohstoffreservoir betrachten und dort zu enormen Umweltschäden beitragen, befreien müsste.

Weiters schreibt er, „dass es einen klaren Zusammenhang zwischen dem Bruttosozialprodukt und dem Stand des Umweltschutzes gibt“.  Auch das halte ich für eine unglaubliche Schönfärberei, typisch für die fundamentalen Muster nach denen Kapitalismusgläubige sich die Welt erklären. Demnach ist alles was positiv ist dem Kapitalismus zu verdanken und alles was negativ ist, hat seine Ursache darin, dass der Kapitalismus noch zu wenig zum Durchbruch gekommen ist.  Natürlich können reiche Staaten es sich leisten, den Dreck – zumindest den sichtbaren – besser zu entsorgen als arme Länder wie Nigeria oder Malaysia, wohin wir die Abfälle aus unseren Industrieproduktionen zur Entsorgung schicken.  Millionen Tonnen Plastikabfälle, Elektroschrott und alles, was nicht ins Meer gespült wird, landet in den armen Ländern der Welt*6). Mit dem weltweiten Handel von CO2 Zertifikaten wird zudem verschleiert, wer wann wo  wieviel Co2 produziert.                                                                         

 Zum Abschluss erklärt Cocca noch, dass die Umwelt einen Preis haben sollte, damit der Markt – als wichtiger Mechanismus des Kapitalismus – in der Lage sei, dies zu berücksichtigen. Dass das derzeit nicht der Fall sei, sei aber nicht das Versagen des Kapitalismus, sondern der Rahmenbedingungen, welche über das demokratische System festgelegt werden.  Dass die Rahmenbedingungen aller westlichen Demokratien inzwischen vom kapitalistischen System festgelegt werden, ist eine Randbemerkung meinerseits und findet bei Cocca sicher keinen Zuspruch. Denn aus allem, was er schreibt, spricht der Glaube an ein System, das nicht zu hinterfragen ist und dem er blind vertraut, obwohl die Auswirkungen dieses Glaubenssystem bereits die Grundfesten der menschlichen Existenz gefährden. Gerade Ereignisse wie die gegenwärtige Pandemie, in der die Wirtschaft der westlichen Welt mit Milliarden aus den Staatskassen und somit den Steuern der kleinen Leute  vor dem Ruin gerettet wurde und zusätzlich sehr viel staatliches Geld für die Entwicklung von Impfstoffen bereitgestellt wurde, zeigen, dass die Fama vom unbesiegbaren, segensreichen  Kapitalismus ins Reich der Märchen zu verweisen ist. Üblicherweise werden staatliche Eingriffe ins Marktgeschehen strikt abgelehnt und die volle Freiheit der Akteure verlangt. Aber ausnahmsweise nimmt man halt einmal ein wenig Geld, natürlich nur um die Arbeitsplätze zu erhalten. Aber kaum, dass die Milliarden eingestrichen sind und etliche Unternehmen die Pandemie zur weiteren Kapitalmaximierung genutzt haben, ist schon wieder die Rede vom weiteren Wirtschaftswachstum. Wachstum heißt schlicht und einfach so lange Wachsen bis alle Ressourcen verbraucht und der Erdball einmal komplett umgeackert ist oder die nächste Weltwirtschaftskrise alles hinwegfegt. Dann fangen wir wieder von vorne an, wenn dass dann noch möglich ist .  

Ein Glaubenssatz, den ich auch nicht verstehe, der aber ernsthaft von Kapitalisten zumindest sinngemäß vertreten wird: Erst wenn sich der Kapitalismus überall auf der Welt durchgesetzt hat, gibt es das versprochene Paradies auf Erden, keine Wirtschaftskrisen und Überfluss für alle.  Also nur Geduld, alles eine Frage der Zeit….                                                                                                    

 Damit sind wir wieder beim Anfang und den Tröstungen der Religion: Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes.

*1) Wer hätte zum Beispiel bei der Geburt Adolf Hitlers in Braunau vorhersagen können, dass dieses Baby, geboren in einfachen Verhältnissen, einmal der Katalysator für eine der dramatischsten und grausamsten Wendungen in der Geschichte der Menschheit sein wird.

*2) Die Pilgerväter, gehörten einer besonders radikalen Strömung im englischen Puritanismus an. Als Pioniere spielen sie nicht nur in der  amerikanischen Folklore, etwa im Hinblick auf das Thanksgiving-Fest, eine herausragende Rolle. Sie brachten auch jene ethnozentristische und auf Erwerb und Besitz gerichtete Haltung mit, die dem amerikanischen Traum bis heute als Unterfutter dient.

*3)Kapitalismus zerstört Umwelt – echt? | Nachrichten.at

*4) Fast 30 Prozent der globalen CO2-Emissionen kommen aus der Volksrepublik China. Doch pro Kopf betrachtet kehrt sich das Verhältnis um: Die USA stoßen pro Einwohner  doppelt so viel Kohlendioxid aus – und auch Deutschland gehört nach wie vor zu den größten CO2-Verursachern.                                                                                                                         

*5) In Borneo,  das eindeutig zur Dritten Welt gehört und gerade dem Kapitalismus erschlossen wird, bin auf dem Weg von Kota Kinabalu im Norden der Insel nach Semporna im Nordosten, stundenlang an Palmölplantagen vorbeigefahren. Dort wurden hunderttausende Hektar Primärwald gerodet, die Menschen vertrieben, die Tierwelt vernichtet. Die Orang Utans wurden erschossen oder erschlagen um teure Umsiedlungsaktionen zu ersparen. Alles nur, um für die Kosmetik- und die Nahrungsmittelindustrien weltweit billige Grundstoffe zu produzieren. Einen Teil davon verbrennen wir auch als Biokraftstoffe in Autos. Dazu sagt Cocca: „Natürlich, dem Planeten geht es nicht gut, die Temperaturen steigen, die Meere übersäuern, Regenwälder werden abgeholzt. Aber unser Wirtschaftssystem dafür verantwortlich zu machen, ist erstens inhaltlich falsch und zweitens im Sinne der Sache nicht klug. Denn die Kapitalismuskritik ist so abstrakt und allgemein, dass sich zwar viele Protestierende unter diesem Schlagwort wiederfinden, aber völlig unklar bleibt, was eigentlich nun konkret zu ändern ist“.

*6)Nach Malaysia verschifft: Illegaler Müll zurück in Österreich – news.ORF.at

Über den Pöbel

Laut einer Umfrage des Senders ATV sehen 67% der ÖVP Wähler die Ermittlungen der Korruptionsstaasanwaltschaft gegen ÖVP Mitglieder, insbesondere gegen Kanzler Kurz, als politisch motiviert an. Während in der Gesamtbevölkerung dieser Wert bei 38 % liegt. No na…. Eine andere Umfrage des Market-Institutes in Linz hat sich mit der Befindlichkeit der FPÖ Wähler befasst. Ein interessantes Faktum, dem man auch von Seiten der Sozialdemokratie dringend Beachtung schenken sollte, ist, dass 30 % der FPÖ Wähler von sich sagen, dass sie völlig oder überwiegend unglücklich sind.  Laut dieser Umfrage fühlen sie sich wenig wahrgenommen und auf die Frage, ob sich Politiker für ihre Probleme interessieren bzw.  dafür wie Menschen, wie sie denken, haben 56 Prozent der FPÖ Wähler zur Antwort gegeben, dass sich Politiker nicht für sie interessieren. Doppelt so viele wie im Rest der Bevölkerung.  Und bei der Frage nach den Möglichkeiten der Mitsprache sagt jeder zweite FPÖ Wähler, dass er keine habe. Es ist schwer zu sagen und darauf gibt die Studie keine Antwort, ob diese Verzweiflung mit den sozialen und materiellen Lebensbedingungen zusammenhängt oder ob sie im Wesentlichen schon den Querschnitt durch die psychischen Verfasstheit der Gesellschaft widerspiegelt. Was für Schlüsse können wir daraus ziehen? Dass in dieser Gesellschaft viele Menschen nicht die Möglichkeit haben sich zu verwirklichen? Dass die Ansprüche und Erwartungen dieser Menschen zu hoch sind und nicht mit den realen Möglichkeiten übereinstimmen oder, dass die FPÖ, die vorgibt diese Menschen politisch zu vertreten, keinen neuen Parteivorsitzenden, sondern einen Stab von  Psychotherapeuten braucht?  Tatsache ist, dass das Wählerpotential der FPÖ vorwiegend im Bereich der wenig gebildeten Schichten der Arbeiter und zuletzt auch bei den sehr konservativen ÖVP Wählern liegt.*1) Insofern wird diese kollektive Depression wohl mit den wirtschaftlichen Bedingungen, unter denen diese Menschen leben, zusammenhängen.  Um diesen Teil der Bevölkerung bei der Stange zu halten hat die FPÖ seit Strache oder eigentlich schon seit Haider ein einfaches, aber bewährtes Rezept gefunden und das besteht nur aus zwei Ingredienzien: Die Zuwanderung und die EU-Kritik, die im Kern eigentlich eine Elitenkritik ist. Die Kritik an den Corona Maßnahmen könnte man, wenn man die Gesamtheit an skurrilen Begründungen bedenkt – von der Angst vor einem Chip im Arm bis zur Behauptung, die Epidemie sei eine Erfindung, um Macht auszuüben –   ebenso als Kritik an den Eliten auffassen. Stichwort: Kurz muss weg.

Was verbindet jetzt diese beiden Gedankenstränge bzw. diese zwei Studien? Es ist das Wort „Pöbel.“    Ein Wort, das den Unterschied zwischen den Privilegierten und den weniger Privilegierten zum Ausdruck bringt.                                                          

Von der aalglatten auf Hochglanz polierten türkisen ÖVP wurde in den letzten Wochen ein Übermaß an Verachtung nicht nur für die staatlichen Institutionen, sondern auch für die Menschen in diesem Land gezeigt. Gipfel dessen war das Wort Pöbel, das Thomas Schmid unreflektiert in einem Chat fallen ließ. Daran hat sich eine begründete Empörung entzündet und auch die Medien haben das so aufgefasst.

Nun wird, nicht zuletzt durch solche Überheblichkeit, das Misstrauen der FPÖ Wähler genährt und wer Angst hat, verzweifelt ist oder sich zurückgesetzt fühlt, ist zwangsläufig misstrauisch und neigt eher dazu, jenen zu vertrauen, die seine eigenen Befürchtungen teilen und diese womöglich auch aussprechen.

Das ist das Interessante und das Brisante an der Gesamtsituation: Die ÖVP, die sich jetzt als  türkise Volks -Bewegung verkauft, aber  eindeutig die Eliten des Landes vertritt und von diesen auch finanziert wurde, zeigt nicht nur auf vielfältige Weise ihre Geringschätzung für Menschen anderer sozialer Schichten als der ihren, sondern sie hat es zur Zeit auch in der Hand, diese Verhältnisse aufrecht zu erhalten bzw. weiter zu verschärfen, indem sie einerseits das Arbeitslosengeld niedrig hält und andererseits dafür sorgt, dass es genug Arbeitslose – zum Beispiel in der Gruppe der älteren Arbeitssuchenden – gibt.  Dass also genug Pöbel zur Verfügung steht, der auch für wenig Geld zu arbeiten bereit ist. Das wiederum treibt diese Menschen dann in die Arme der FPÖ. Es ist eine Art Ping Pong oder das, was man beim Mühlespiel eine Zwickmühle nennt. Die ÖVP verschärft die sozialen Bedingungen und die FPÖ gibt vor sich um die Opfer zu kümmern und kommt mit deren Stimmen an die Macht. Kaum an der Macht haben die FPÖ Politiker gezeigt, dass sie jedem Gesetz zustimmt, das die Rechte derer, die sie zu vertreten vorgeben, einschränkt oder schlicht und einfach missachtet.*2)  Man erinnere sich  auch an den 12 Stunden Tag, und Sozialabbau in vielen anderen Bereichen unter Türkis/Blau*3)                                                               

Die FPÖ ist schon auf Grund ihrer Führungsstruktur, mit zahllosen Burschenschaftler die sich nicht nur elitär gebärden, eine Partei spezieller Eliten und wenn man die letzten Jahre zurück spult, und die vielen Vereine die einzig zur Entgegennahme von Spenden aus Industrie und Wirtschaft gegründet wurden betrachtet, oder die Aussagen Straches und seine Bereitschaft für Geld und Macht alles zu tun, dann kann man das eigentlich nicht übersehen, da muss man schon sehr verzweifelt sein. Wie man sieht, ist diese Konstruktion also zum Vorteil beider Parteien, die sich als Volkspartei und Soziale Heimatpartei um den Pöbel kümmern, aber eindeutig zum Nachteil des Pöbels..

*1) Natürlich nicht nur. In Oberösterreich waren es freiheitliche und FPÖ-affine ÖVP-Unternehmer, die eine schwarz-blaue Landesregierung mitdurchsetzen. Bei der Landtagswahl 2015 gewann die FPÖ 84.000 Stimmen von der ÖVP. Auch viele Abgänger der Montan-Uni in Leoben, bestens ausgebildet und gutverdienend gehören zur blauen Elite dieses Landes. Ebenso wie Burschenschafter anderswo. Aber das wesentliche Stimmenpotential kommt inzwischen aus der Arbeiterschaft. Siehe Krise der SPÖ.

*2)Gemeinsam mit den Neos und dem Team Stronach machte sich die FPÖ am 23. April 2015 für die Abschaffung der Arbeiterkammer und damit gegen eine starke Vertretung der ArbeitnehmerInnen stark.

*3) ÖVP-FPÖ: Sozialabbau und neue Arbeitsgesetze treffen die eigenen Wähler | Deimelbauer News

Der Pöbel soll spuren – Kommentare der anderen – derStandard.at › Diskurs

Pilnachat

Schön,  was so alles zu Tage kommt. Der eine will nicht mit dem Pöbel reisen (n.B.: der Pöbel, das sind wir….), der andere will einem Land, dessen Verfassungsgerichtshof anderer Meinung ist als er, nicht mehr dienen. Darüber hinaus gibt selbiger Herr Pilnacek  Rassistisches und Sexistisches zum Besten. Alles was ihm dann dazu  einfällt ist,  sein Erstaunen über die eigenen, doch recht entlarvenden Chatmitteilungen, zum Ausdruck zu bringen. Und wenn man das liest, weiß man als gelernter Österreicher, dass auch dem wieder jemand was Halluzinogenes in den Morgentee gekippt hat. Der H. C. Strache erlitt ja dasselbe Schicksal.  Dem hat ja auch jemand, der vorher halluzinogene Pilze konsumiert hat, in seinen Red Bull Wodka gepinkelt, sonst hätt er das alles nie gesagt. Und so sagt auch Pilnacek: „Ich kann mir das schon deshalb nicht erklären, weil diese abstoßenden Worte im völligen Widerspruch zu meiner Persönlichkeit, meinen Einstellungen und zu meiner bisherigen und langjährigen Arbeit im Dienst der Rechtspflege stehen“. Darum sei er „zutiefst entsetzt“ von seinen eigenen Nachrichten.  Ja, da ist man oft überrascht, wie wenig man sich selber kennt.  Da hält man sich für einen Ehrenmann ohne Fehl und Tadel und dann kommt man drauf, dass die eigene Psyche unter dem glatten Äußeren  ein paar erschreckende Unebenheiten aufweist. So geht es jetzt vielen im Dunstkreis der ÖVP und später wahrscheinlich erst recht, wenn die Justiz das alles aufgearbeitet hat, da werden wir wahre Tragödien erleben von Leuten, die zutiefst über sich selber erstaunt sind, weil sie von ihren eigenen Schattenseiten dermaßen überrumpelt und hinters Licht geführt wurden. Lauter Leute, die verwundert über ihre eigenen Aussagen und vor allem ihre eigenen Taten sein werden.  Da war es in dieser Hinsicht früher besser. Damals, als einige dieser Lemuren,  die  aus einer Samenspende des ehemaligen Landeshauptmannes Pröll entstanden sind,* am Werke waren, gab es noch keine Chatprotokolle. Da gab es Notizbücher und keine elektronischen Erinnerungen, die auf ewig irgendwo rumhängen. Da gab es Geheimcodes, die niemals entschlüsselt wurden. Ich erinnere mich noch an den komplex verschlüsselte Namen: „W. Lüssel“ im Notizbuch eines Waffenhändlers, das bis heute  die Gehirne der Rechercheure rauchen lässt. Dieser geheimnisvolle W. Lüssel ist auch nie zur Rechenschaft gezogen worden, obwohl es jede Menge Verdachtsmomente gegen ihn gab. Aber man wusste einfach nicht, wer er war.  Damals konnte man sich nur, wenn man saublöd war, um Kopf und Kragen reden. Mit den Worten: „I am a Lobbyist and I take one hundred thousand Euros…..“ oder so ähnlich. Aber auch nur wenn man es schaffte, damit ins Fernsehen zu kommen. Damals hieß es auch: Jedes Schrifterl ist a Gifterl.  Jetzt müsste man wohl sagen:  Jedes mobil phone führt in die Todeszone…… oder so ähnlich halt. ..

Aber andererseits, was haben wir für ein Glück! Stellt euch vor, wir hätten jetzt keine grüne Justizministerin, sondern eine türkise. Schon einmal darüber nachgedacht? Würden wir dann all die interessanten Chats zu Gesicht bekommen? Würden  wir wissen, dass Thomas Schmid seinen Kanzler liebt und 2500 Dickpics auf seinem Handy gespeichert hat? Hätte uns irgendwer darüber informiert, dass der Verfassungsrichter Brandstetter enge Beziehungen zu einem Immobilienspekulanten mit sehr schlechtem Gewissen hat? Hätten wir je erfahren, dass der Bundeskanzler vor dem U- Ausschuss  etwas ganz anderes erzählt hat, wie das, was wir seinen Chats mit seiner Familie entnehmen können? Nein ganz sicher nicht. Dann hätten diese Vorgänge ohne jede Einschränkung,  ohne jede Kontrolle, und vor allem ohne unser Wissen stattgefunden. Dann wären die türkisen Gesinnungsgenossen,  wie in der Wahlwerbung angekündigt, wahrlich neue Wege gegangen und ein  Sektionschef Pilnacek hätte jede Anklage der weisungsgebundenen Staatsanwaltschaft „derschlagen.“

PS. Wer kann sich an die Klagerede des Sebastian Kurz nach der IBIZA Geschichte erinnern? Da wollte er  uns weiß machen, wie sehr er unter den vielen Einzelfällen des blauen Regierungspartners gelitten hat. Es klang als hätte er nächtelang in sein Kopfkissen geweint vor lauter Kummer. Jetzt aber sollte man sich vergegenwärtigen, unter welchem Druck tatsächlich die Grünen stehen.  Es gibt eine Koalitionsabmachung, dass die Regierungspartner zB. bei Untersuchungsausschüssen nicht gegeneinander stimmen dürfen. Das hätte einen Bruch der Koalition zur Folge. Und wenn  die Grünen den Fortbestand der Koalition riskieren, riskieren sie, dass alles, woran die Staatsanwaltschaft im Umkreis der Türkisen ermittelt,  in der Folge eingestellt wird. Denn – und da  gehe ich jede Wette ein – Kurz wird ohne zu zögern bei Neuwahlen eine Koalition  mit der FPÖ eingehen – Kickl hin oder Kickl her. Er würde eine Rechtfertigung finden. Und die Wirtschaft, die wir gerade mit unendlich viel Staatsgeld gerettet haben, würde sich mit unendlich vielen Parteispenden bei Kurz bedanken und dann würde er die Wahl gewinnen und nie wieder den Fehler begehen, das Justizministerium in fremde Hände zu geben.

*Zitat eines Journalisten eines linken bzw. linkslinken Kommunistenblattes….

Noch einmal PS. Wer war eigentlich die linientreue Kollegin, die mit zahlreichen türkisen Accessoires (Brille, Haarband, Handschuhe) versehen, den Bundeskanzler heute fotogen geimpft hat? An Zufälle glaube ich nämlich schon lange nicht mehr….

Zum Zeitgeschehen

Vor Jahren gab es einen Film, der ein utopisches Experiment zum Inhalt hatte: Tausende stählerne Krebse mit künstlicher Intelligenz und der Fähigkeit zur Selbstreplikation wurden auf einer Insel ausgesetzt und dann beobachteten Wissenschaftler das Geschehen. Nach Monaten hatten sich die Krebse allesamt gegenseitig kannibalisiert und nur noch ein einziges riesiges Exemplar war übrig, das dann zur Bedrohung für die Welt wurde.                                                                                                           

Wer will schon ewig der zweitgrößte Keksproduzent der Welt sein.*  Jedes Konzernmanagement strebt heute nach Expansion und Erschließung neuer Märkte und somit nach beständiger Erhöhung der Produktion. Am besten ist es, Monopolist zu sein und damit marktbeherrschend und preisbestimmend. Die geistigen Werkzeuge dazu – zumindest deren Grundlagen – erwirbt man an  renommierten Universitäten beim Studium der Wirtschaftswissenschaften. Das sind sozusagen  akademische Krämerkurse. Dort wird einem beigebracht, wie die Welt der Wirtschaft funktioniert und wie man es am besten  anstellt, die potentiellen Kunden von der Konkurrenz abzuwerben aber auch das Rüstzeug um die Mitbewerber auf dem Markt zu kannibalisieren oder zu vernichten kann man sich erwerben. Man nennt das natürlich nicht so. Niemand stellt die Wirtschaft öffentlich als  einen Kampf bis aufs Messer dar, obwohl  jeder Manager  das Buch: „Die Kunst des Krieges“, von Sunzi oder einen Band von Machiavelli auf dem Nachttisch liegen hat. Man lügt sich vor, dass man ja alles nur tut, um den Kunden zufrieden zu stellen, seine Wünsche zu erfüllen und die Welt mit den eigenen Produkten glücklicher und schöner zu gestalten. Kein Wort von aggressiver und verlogener Werbung. Kein Wort von umweltschädlichen Chemikalien, die man an unbedarfte Bauern in der dritten Welt verkauft und von tödlichen Waffen, die riesige Profite bringen. Kein Wort darüber wie Regierungen erpresst und Politiker bestochen werden. Kein Wort über Preisabsprachen zum Nachteil der Kunden und wie Umweltzerstörung in einem atemberaubenden Ausmaß legitimiert wird.  Niemand gibt zu, dass sein Job darin besteht, sinnlose Bedürfnisse zu wecken, um oft sinnlose Produkte an den Mann oder die Frau zu bringen. Man spricht in Marketingseminaren vom  Einkaufserlebnis des Kunden, von  Customer Journey*1, von Markentreue, und im Zeitalter des Internets vom digitalen Kundenerlebnis und ähnlichen Kauderwelsch. Genau wie man die Mitarbeiter, denen man möglichst wenig zahlt, mit billigen Gimmicks bei Laune hält. Das beginnt mit lächerlichen Titeln. So werden Keilertrupps bei Red Bull  als Gastromusketier*² bezeichnet. Das haben sie dann auch auf ihren Visitenkarten stehen.  In einschlägigen Internetforen, die dem „Networking“ dienen, wimmelt es von Titeln wie: Chief Business Development Officers, Chief Content Officer, Chief Executive Officer. Die Sekretärin wird zum Head of Verbal Communications.  Der Hausmeister wird zum Facility Manager, die Putzfrau zum  Environment Improvment Technician  und der Regalbetreuer im Supermarkt zum Stock Replenishment Adviser.  Dieser ganze Schönsprech soll darüber hinwegtäuschen, dass das kapitalistische System nicht nur von jeher den Menschen zum Subjekt der Ausbeutung gemacht hat, sondern die ganze Welt. An den Universitäten werden viele für unsere Kultur  bedeutende Studienfächer zugunsten der von der Wirtschaft gewünschten Ausbildungswege einfach eingestellt. Dort aber werden dann  Doktorarbeiten über einschlägige Themen verfasst. Beispielhaft in seiner Einfalt  das epochale Werk unserer zurückgetretenen Ministerin Aschbacher, wo es unter anderem um Mitarbeitermotivation anhand der Winterbereifung geht.  Beispielhaft in Österreich auch die Vergabe von Managerposten in der Staatsindustrie durch Politiker, die wiederum von der Industrie an die Macht gepuscht wurden. Welch Geistes Kind die alle sind, lässt sich in den etwas kritischeren Medien nachlesen.

Kapitalismus ist ein System, das Vermögenswerte konzentriert, mit dem neue Investitionen möglich werden, die wieder neue Vermögenswerte konzentrieren. Es ist ein Akkumulationsprozess, der darin besteht, dass der Besitzer der Produktionsmittel den Arbeitern wesentlich weniger zahlt, als die Waren wert sind, die sie täglich produzieren. So entstehen riesige Kapitalanhäufungen, die letztendlich dazu dienen, alles an sich zu ziehen und alles zu kontrollieren. Die Arbeitsplätze, die Medien und die Politik. Es ist ein neues Feudalsystem entstanden und das ist schon dermaßen etabliert, dass es kaum noch jemand hinterfragt. Wenn die Rede auf Erbschaftssteuern oder höhere Besteuerung großer Vermögen oder internationaler Konzerne kommt, wird sofort abgewunken und mit Scheinargumenten  entgegnet. Letztlich kommt immer das Argument von den Arbeitsplätzen, das den Kritikern ihre Abhängigkeit vor Augen führen soll, aber in Wahrheit nur deshalb schlagend ist, weil die Staaten inzwischen zu schwach sind, um die Kapitalverflechtungen und Kapitalverschiebungen der Konzerne zu verhindern.  Aber mit dieser ständig wiederholten Drohung, die inzwischen die meisten verinnerlicht haben, wird auch die Möglichkeit der Selbstermächtigung der  Massen überschattet und negiert. Die meisten glauben inzwischen wieder, wie im Mittelalter, dass es zwei Klassen von Menschen gibt.  Das geht so weit, dass Arbeiter inzwischen regelmäßig bei Wahlen ihr Kreuzerl bei einer Unternehmerpartei machen anstatt einer zünftigen Revolution.

Wenn man zum Himmel schaut, sieht man die blaue Farbe, die dadurch entsteht, dass die Moleküle der Luft alle Wellenlängen des Lichts streuen. Das blaue Licht ist am energiereichsten und wird am stärksten gestreut.  Wir sehen deshalb das Blau an einem schönen Tag wie heut über uns. Wie weit weg ist das Blau des Himmels? Die Atmosphäre*³ ist zwölf Kilometer dick. Also irgendwo innerhalb dieser zwölf Kilometer sehen wir das Blau und die Wolken über uns. Lächerliche zwölf Kilometer. Das ist gerade einmal so viel wie man bei einem Spaziergang in zwei Stunden gehen kann oder knapp die Hälfte der Strecke zwischen Aschach und Linz.  Jenseits dieser zwölf Kilometer ist nichts außer der Unendlichkeit des Alls, nichts was für uns erreichbar wäre. 12 Kilometer, die uns von der Todeszone trennen. Alles was wir haben, ist diese kleine Welt in Blau. Und wenn gerade ein paar Superreiche wie Jeff Bezos, Richard Branson  und Elon Musk den Eindruck erwecken, dass sie mit den Milliarden, die sie bei der Ausbeutung der Ressourcen dieser kleinen Welt erbeutet haben, jetzt gerade den Weltraum für uns alle erschließen, dann ist das schlicht und ergreifend ein unfassbarer Blödsinn. Sie haben einfach soviel Geld, dass sie es sich leisten können, Raketen in den Orbit zu jagen  weil es ihnen Spaß macht oder weil sie ein neues Geschäft wittern. Sie lösen damit kein einziges Problem unserer Welt auf der hunderttausende Menschen Hunger leiden und gerade das größte Artensterben der von uns überschaubaren Geschichte stattfindet. Es ist andererseits vorstellbar, dass wir ein System zur gerechten Verteilung finden. Das kann durchaus auch ein wenig kapitalistisch sein. Und es muss möglich sein, Produktionszyklen zu etablieren, die nachhaltig sind und die Welt nicht weiter schädigen und zur Temperaturerhöhung beitragen. Wir müssen aber zuerst all  dem Einhalt gebieten, was momentan geschieht. Wenn wir nicht wollen, dass in Zukunft blutige Verteilungskämpfe stattfinden und Chaos die Welt beherrscht, dann müssen wir jetzt handeln. Wir haben als vernunftbegabte Wesen aber  nur eine Option  und diese Option ist die Demokratie und das Wahlrecht. Lasst es uns in diesem Sinn nutzen, bevor wir das auch nicht mehr haben.

* Der zweitgrößte Süßwarenhersteller der Welt,  Ferrero aus Italien hat gerade einen seiner Konkurrenten in Amerika geschluckt..

*1 Customer-Journey: 5 Tipps, wie Sie die Wünsche Ihrer Kunden verstehen (defacto.de)

*2  Zitat aus der Anwerbebroschüre von Red Bull : „Wir nennen sie die „Musketiere“ – kommunikative, trendige Szene-Insider, die die Marke Red Bull und die Marke Organics by Red Bull in der Gastronomie authentisch und kompetent repräsentieren.

*3 Die Dicke der Troposphäre – also der unteren Schicht der Atmosphäre, in der sich 80 Prozent der Luft und 99 Prozent des Wasserdampfs befinden, und in der sich das gesamte Wettergeschehen abspielt – beträgt 12 km.

*4 Der amerikanische Senat besteht zu mehr als der Hälfte aus Millionären. Éine Studie der Princeton  Universität  zeigt, dass der weitaus überwiegende Teil der Gesetze  nicht den Menschen des Landes dient, sondern nur den reichen Menschen das Landes.

Studie zeigt: Lobbyismus hebelt repräsentative Demokratie aus | abgeordnetenwatch.de

Offene Psychiatrie

Ich kann mich sehr gut an mein erstes Praktikum in der Psychiatrie an der Universität Innsbruck erinnern. Einer meiner Patienten –  sehr ängstlich, mit unstetem Blick und ständig angespannt,  zeigte bei der Anamnese mit einer Kopfbewegung in die Ecke des Krankenzimmers  und flüsterte mir dann zu: „ Da sind sie, sehen Sie die Steckdosen. Mit dem Strom wollen sie mich steuern und sie können uns beobachten, schauen Sie nicht hin….“ Ich frage verblüfft: „Wer will sie steuern?“  „Die Russen“, bekam ich zur Antwort. „Aber sagen Sie das niemandem, sonst sind Sie auch dran.“ Der Mann litt an einer Paranoia. Sein Verfolgungswahn ging so weit, dass er sich Zeitungspapier unter den Pullover stopfte, in der Meinung er könne zumindest einen Teil der auf ihn gerichteten Strahlen abfangen. Heute ist das normal. Chips,  die mit einer Impfung implantiert werden, haben die Steckdosenüberwachung abgelöst. Die 5G Netze erzeugen Coronaviren bzw. verbreiten sie und in den Stäbchen für den Nasenabstrich sind gefährliche Mikrolebewesen. 30 Prozent der Bevölkerung wollen sich aus diesen oder ähnlichen Gründen nicht impfen lassen. Wir leben in einer offenen Psychiatrie…………….aber psst! Sagen Sie das niemandem …..

Die Landkarte der Intoleranz

Für viele Menschen in Österreich scheint es gar nicht so ungewöhnlich zu sein, dass man jetzt jeden Österreicher der sich dem Islam zugehörig fühlt verorten kann oder   zumindest eine  Landkarte der islamischen Vereine und Moscheen findet. Vor allem für die Älteren, die vor dem zweiten Weltkrieg geboren wurden, die kennen das noch aus eigener Anschauung. Damals stand an den Geschäftsfassaden JUDE in Großbuchstaben.

Hier und heute werden in skandalöser Weise muslimische Einrichtungen mit islamistisch- politischen  vermischt, und medial wird von hunderten Organisationen auf einer Überwachungsliste gesprochen. Welcher Generalverdacht und welche Stimmung damit erzeugt wird ist der ÖVP, insbesondere der Ministerin Raab, die ja Integrationsministerin ist offensichtlich in keiner Weise bewusst. Nach der Israelischen Flagge auf dem Dach des Außenministeriums und des Bundeskanzleramtes ein weiterer  Vorstoß in Richtung Desintegration und Diffamierung. Die Stigmatisierung der muslimischen Bürger durch diese Liste ist massiv und sicher nicht dazu geeignet, zu einem besseren Zusammenleben beizutragen. Von der Verletzung von Persönlichkeits- und Datenschutzrechten von Einrichtungen und Privatpersonen ganz abgesehen, kann so ein Schritt, der bewusst medial  in die Öffentlichkeit getragen wird, nur als unglaubliche Dummheit oder als bewusste Provokation aus fundamental katholischen Kreisen gewertet werden. Vielleicht aber auch als politisches Statement der Türkisen Partei um einen Teil ihrer Wähler, die sonst wieder zur FPÖ wechseln würden bei der Stange zu halten.

Natürlich wird das alles mit der Abwehr des politischen  Islamismus und  der Abwehr des Einflusses der türkischen AKP und der rechtsnationalistischen grauen Wölfe begründet, weil dem niemand wirklich widersprechen will. Aber mit der Veröffentlichung sämtlicher Namen, Funktionen und Adressen von muslimischen und als muslimisch gelesenen Einrichtungen  und damit der kollektiven  Kriminalisierung muslimischen Lebens wird eine Grenze überschritten, die im Nationalsozialismus den Anfang vom Ende gebildet hat.

MU-Kurz 1

Gar nicht so wenige Österreicher beziehen ihren Selbstwert –  zumindest im Winter – aus der Tatsache, dass Österreich summa summarum die beste Schination der Welt ist. Dazu beigetragen hat ohne Zweifel der 1903 in München gegründete Österreichische Schiverband. Dieser Dachverband aller  organisierten Schifahrer ist also nicht unwesentlich an der österreichischen Befindlichkeit beteiligt und zusätzlich als einer der wichtigsten Player im Fremdenverkehrsgeschäft für Seilbahnbauer, Schiproduzenten, und Hersteller von Winterausrüstung jeglicher Art von Bedeutung. Darüber hinaus verwaltet er mit eigenen Firmen als Veranstalter von Wintersportevents mit enormen Werbeeinnahmen ein Millionenvermögen.

Wenn man bei Wikipedia nach dem österreichischen Schiverband fragt, kommt ganz oben folgende Antwort: In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen noch folgende wichtige Informationen: Geschichte extrem lückenhaft: die ersten 50 Jahre fehlen völlig, Missbrauchsskandal ebenso, Doping wird komplett verschwiegen.  Hilf der Wikipedia, indem du sie recherchierst und einfügst.                                        

Zu Peter Schröcksnadel, dem scheidenden Präsidenten des Österreichischen Schiverbandes  gibt es natürlich auch einen ergiebigen Eintrag bei Wikipedia. Dort steht unter anderem: „Schröcksnadel ist seit nahezu 30 Jahren Präsident des ÖSV. In Zeitungsartikeln wird er als „Ski-Patriarch“, „Ski-Napoleon“, „Alpenkönig“, oder „Imperator“ bezeichnet. Laut der deutschen Wochenzeitung  „Der Spiegel“ handle es sich um ein „Imperium, entstanden durch Netzwerke, Verstrickungen, Spezlwirtschaft.“ Charakteristisch seine saloppen Aussagen zu Missbrauch und Doping: „A Pantscherl is kein Übergriff“, und „„Austria is a too small country to make good doping. Letztlich wurden unter seiner Ägide enorme Gebiete der Alpen zubetoniert und für die wirtschaftlichen Ausbeutung erschlossen.

Und im Profil ( profil.at  Stand: 21.05.2015, 09:51) steht über Peter Schröcksnadel:  Unter dessen Ägide entwickelte sich der ÖSV zum einflussreichsten Sportverband des Landes und zu einem der mächtigsten Vereine überhaupt mit besten Verbindungen zu Politik, Wirtschaft und Medien. So laut Schröcksnadel um öffentliche Gelder wirbt, so leise wird man im ÖSV, wenn es um die Transparenz der Finanzen (geschätztes Jahresbudget: 40 Millionen Euro) geht. Abrechnung von Förderungen werden wie ein Amtsgeheimnis gehütet…..

Jetzt gab es eine zähe Diskussion darüber, wer den Schiverband und dessen lukrative Firmen in Zukunft leiten soll. Renate Götschl wurde von Schröcksnadel favorisiert. Böse Zungen behaupten, dass Schröcksnadels Absicht dahinter gewesen wäre, seinen Einfluss über Götschl weiter geltend zu machen. Der Ex Schirennläufer Michael Walchhofer, der bereits seit 2013 Vizepräsident des ÖSV ist,  wurde von Schröcksnadel mit dem Argument, er stünde der ÖVP zu nahe, abgelehnt. (Für die ÖVP vertrat Walchhofer den Bereich Sport in einer der Untergruppen der Koalitionsverhandlungen mit der FPÖ zur Regierungsbildung nach der Nationalratswahl 2017.   )                                                                                                          

Der neue ÖSV Präsident ist aber jetzt zur Überraschung aller ein ÖVP Nationalrat. Der Vorschlag kam vom Niederösterreichischen Schiverband. Dessen Präsident ist zufällig der ÖVP Bürgermeister von Lilienfeld Wolfgang Labenbacher und der Vizepräsident Josef Miedl ebenfalls ein ÖVP-Gemeinderat in Berndorf. Der neue ÖSV-Präsident und ÖVP Nationalrat heißt Karl Schmidhofer aus der Steiermark.  Sein Autokennzeichen ist:  MU-Kurz 1.   Sollen wir uns da was denken?  Hat damit die ÖVP einen der größten Sportvereine Österreichs mit mehr als 140 000 Mitgliedern, und einem enormen Einfluss auf einen der wichtigsten Bereiche der österreichischen Wirtschaft und die Freizeitbeschäftigung der Österreicher  übernommen?  Was sind die Pläne dahinter? Wie hieß das damals als alle Sportverbände unter politische Kontrolle kamen? Reichsbund für Leibesübungen……….

Österreichischer Skiverband – Wikipedia

Der unheimliche Einfluss des ÖSV und seines Präsidenten auf die Politik | profil.at

Start | VP Lilienfeld (vpnoe.at)

Landeshauptmann Pröll sieht Vorzeigeregion – Lilienfeld (meinbezirk.at)

Präsidium, Vorstand, Ehrenpräsidenten und Ehrenmitglieder | NÖ Ski (noeski.at)