Fiktionale Nichteinreise, oder Schrödingers Flüchtling

Ein Ungeborenes, das im Bauch der Mutter seines Eintrittes in diese Welt harrt ist naturgemäß, solange es ungeboren ist, noch nicht Staatsbürger eines Landes. Denn Staatsbürger kann man nur sein, wenn man als menschliches Wesen bereits in diesem Staat angekommen, also geboren ist. Eine ähnlich philosophische Problemstellung ergibt sich in Deutschland jetzt für Flüchtlinge. Da hat sich die Deutsche Regierung jetzt etwas Lustiges zusammengeschustert: Die fiktionale Einreise. Flüchtlinge, die zwar schon in Deutschland eingereist sind, werden von den Staatsorganen in eine fiktionale Welt verlagert, in der sie, trotzdem sie eingereist sind, als nicht eingereist – quasi als ungeboren betrachtet werden. Der Staat schafft quasi einen fiktionalen Uterus in den die potentiellen Staatsbürger zurückversetzt werden, um erst einmal zu überlegen, was man mit ihnen tut. Das Problem bei diesen fiktionalen Ungeborenen ist nämlich dass sie schon früher, möglicherweise ein paar tausend Kilometer entfernt, aus einem Uterus gekrochen sind und im speziellen nicht aus einem bayrischen Uterus oder einem nordrheinwestfälischen oder sächsischen Uterus stammen. Da kann man schon ein wenig durcheinander kommen mit diesen fiktionalen Menschen. Das Ganze erinnert mich auch an Schrödingers Katze. Das Paradoxon bei Schrödingers Katze besteht darin, dass dem Gedankenexperiment nach eine Katze mit den Regeln der Quantenmechanik in einen Zustand gebracht werden könnte, in dem sie gleichzeitig „lebendig“ und „tot“ ist, und in diesem Zustand verbleibt, bis die Experimentieranordnung untersucht wird. So könnte das jetzt auch mit Flüchtlingen geschehen, die in einen fiktionalen staatsbürgerlichen Embryonalzustand versetzt werden, dass sie nämlich über längere Zeit gleichzeitig eingereist und nicht eingereist sind und zwar solange bis jemand nachschaut. Die Deutschen haben immer schon große Philosophen hervorgebracht. Horst Seehofer ist sicherlich einer von ihnen.

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