Verwöhnte Gfrasta

Na, alle satt? Weihnachtsmenü mit mehreren Gängen, dazu reichlich Wein und….. man gönnt sich ja sonst nichts, zum Abschluss, nach dem Dessert einen Single Malt, einen Islay der gehobenen Preisklasse, weil wer trinkt schon was Gewöhnliches. Und heute geht ’s weiter. Schade, dass man die Familie nicht treffen kann, also in dem Umfang wie sonst, hat aber fraglos auch sein Gutes. „ Schade Tante Berta, hätt dich so gern gesehen“………….“ Bruhaha“…..                                                                                                                         Aber ansonsten –  dass man uns regelrecht einsperrt, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen – Freiheitsbeschränkung ist das! Eine Frechheit! Ausgangsperre ab 20 Uhr wie im Krieg. Und beim Schifahren a Maskn, ja geht ’s noch? „Des ist derart viel Arbeit mit dera Masken“, sagt im ORF Interview ein Liftwart. „Eine Zumutung“, sagt ein anderer, der grad mit 4 anderen Schifahrern aus der Gondel steigt….. und keine Gastronomie neben den Pisten. Was tu ich, wenn mir kalt ist oder den Kindern kalt ist, ich mein, wie komm ich dazu….. und impfen können die ihren Hund aber nicht mich. Bin ja ned deppat und lass das ausprobieren an mir, sollen sich die Alten impfen lassen, deretwegen wir jetzt auf alles, aber wirklich alles verzichten…. Wir haben 264 Krankenhäuser in Österreich und 500 Intensivpatienten. Wo ist das Problem? Ich seh es nicht…

Zugegeben es gibt kein Nervensystem, das eine Gefahr, die man nicht sieht und die durchgehend ein Jahr lang im Raum steht, tatsächlich permanent als Bedrohung einstufen kann. Unser Nervensystem ist vor Urzeiten entstanden, als der Höhlenbär und der Säbelzahntiger, der Wolf  und das Mammut als Gefahr relevant waren. Es ist ein Warnsystem, das nur durch eine unmittelbare Bedrohung aktiviert wird und nur zwei Optionen zulässt: Flucht oder Gegenwehr.* Alles andere ist für das  Überleben nicht relevant. Dieses System ist auch die Basis der Xenophobie. Alles, was fremd ist und sich der Kategorisierung entzieht,  gilt primär als gefährlich. Das machen sich noch immer die rechten Politiker zunutze. In einer Situation, in der die Welt von einem unsichtbaren Gegner bedroht wird, den die meisten noch nicht persönlich, sondern nur von Hörensagen kennen und der obendrein keine Zähne hat, sondern Spikes, tun sich jene, die sich nur auf ihr uralten Stammhirnreflexe verlassen, schwer. Donald Trump ist ein Paradebeispiel für diese Spezies. Ein  intellektueller Tiefflieger, der nicht ernst nimmt, was er nicht versteht. Der Neocortex ist evolutionär gesehen eine relativ neue Sonderausstattung, die noch nicht jeder bedienen kann. Twittern ist offensichtlich einfacher als denken. Fazit:  Mehr als eine Viertelmillion  Menschen sind in Amerika am Coronavirus gestorben. Mehr als irgendwo sonst in der Welt.                                                                                                                                                                                

Ein Gegner, dessen Angriff immer wieder angekündigt, aber nicht persönlich erlebt wird, wird rasch unglaubwürdig. Eine Gefahr, die für die meisten nur aus Zahlen besteht, die über einen Bildschirm flimmern, wird nicht als solche erkannt. So lange nicht tatsächlich jeder einen kennt, der trotz Intensivbehandlung elend erstickt ist, oder man selbst erkrankt, fühlt man sich nicht bedroht. Das beweisen die immer noch hohen Fallzahlen, die wir täglich registrieren. Manche Menschen  verstehen nicht, warum das alles heuer nicht geht, das Schifahren und die Silvesterparty,  und quengeln wie die kleinen Kinder im Prater, die schon Zuckerwatte und Limonade hatten, zweimal Ringelspiel und  einmal Geisterbahn, aber jetzt unbedingt noch mit einem Eis aufs Riesenrad wollen, obwohl ihnen eh schon schlecht ist.  Manchmal wünscht man sich die Zeit der „gsunden Watschn“ zurück.

*Diese Warnsystem ist im Bereich des Stirnhirns, in den Mandelkernen (Amygdala) lokalisiert und steuert Affekte wie Angst und Aggression.

Coronavirus – Tägliche Todesfälle weltweit 2020 | StatistaPandemie in den USA:

Mehr als eine Viertelmillion Corona-Tote | tagesschau.de

3 Gedanken zu „Verwöhnte Gfrasta“

  1. ….. Auch wenn ich überzeugt bin, dass die „g’sunde Watschn“ genau nichts ändern würde und sie ablehne und auch nicht zurück wünsche. Vielmehr würde eine wirkliche Diktatur ändern, da geht’s dann um gröbere Bestrafungen, aber die wünsche ich mir natürlich ebenfalls auf keinen Fall.

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