Boogaloo….

oder der Wahnsinn nimmt Gestalt an.  Der Begriff Boogaloo-Bewegung bezeichnet militante rechtsextreme Gruppen in den Vereinigten Staaten, die erstmals im Frühjahr 2020 in der Öffentlichkeit auftraten. Mitglieder der Gruppe sehen sich selbst häufig als libertäre Miliz und geben an, sich auf einen zweiten amerikanischen Bürgerkrieg, den Boogaloo, vorzubereiten. Ihre meist männlichen Anhänger, sogenannte Boogaloo Boys (oder Boog Bois), verbreiten ihre Thesen hauptsächlich auf sozialen Medien, treten aber auch oft in voller Bewaffnung bei verschiedenen Protestaktionen auf. Die Proud Boys, eine weitere extrem rechte Gruppe, ebenfalls schwerbewaffneter Ethnozentristen,  vertreten  dieselben Ziele. Der Kitt, der das alles zusammenhält, sind die evangelikalen Christen in Amerika. Die Pastoren haben einen riesigen Einfluss auf ihre Schäfchen und das ist annähernd ein Drittel der amerikanischen Bevölkerung. Bevor die Proud Boys am 6. Jänner das Kapitol stürmten, knieten sie nieder und erflehten die Hilfe Gottes, schreibt die New York Times. Die New York Times berichtet auch  von einer evangelikalen Teilnehmerin des Marsches auf das Kapitol, die extra aus Texas gekommen war, weil ihr ein brennender Busch als Zeichen Gottes erschienen war, nachdem der Pastor in der Kirche aufgerufen hatte, den Diebstahl der Wahl zu stoppen. Viele Teilnehmer sprachen von einem heiligen Krieg. Ein paar der offensichtlich gut vernetzten und  gut ausgerüsteten Möchtegernrevolutionäre trugen Handfesseln mit  sich, um Gefangene zu immobilisieren. Es sieht aus, als wollten sie Geiseln nehmen. Dann hätte die Situation noch ganz andere Dimensionen bekommen.  Das, was nach einer spontan entstandenen Aktion verwirrter Trumpanhänger aussieht, scheint eher eine lange geplante Aktion  gewesen zu sein. Dazu kommen Trumps mehrmals wiederholte kryptische Anspielungen, dass am 6. Jänner etwas passieren werde. Offensichtlich war der Präsident eingeweiht und der Aufruf an die Teilnehmer seiner Ansprache, die ausgerechnet am 6. Jänner stattfand, die Pennsylvania Avenue entlang zum Kapitol zu marschieren, war genau getimt. Alles sollte spontan aussehen, obwohl es von langer Hand geplant war. Ob Trump tatsächlich damit gerechnet hatte, dass dieser Coup gelingt und er gehofft hatte, dass womöglich ein paar rechte Militärs mit ihren Einheiten sich an seine Seite stellen, werden wir wohl nie erfahren. Andererseits, dass die Suprematisten so schnell ihre Abermillionen Flinten ins Korn werfen, glaube ich nicht. Es könnte durchaus sein, dass dieser ganze Zirkus in den nächsten Wochen noch einmal eine dramatische Wendung nimmt.

How White Evangelical Christians Fused With Trump Extremism – The New York Times (nytimes.com)

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