Tirol isch lei oans….

Je länger die Pandemie dauert, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass Virusmutationen auftreten und zu einer jeweils eigenen Pandemie führen. Und das geschieht unabhängig davon, ob jemand an eine Pandemie glaubt oder nicht. Um es noch einmal expressis verbis zur Kenntnis zu bringen: Bei jedem infizierten Menschen vermehrt sich das Virus in unzähligen Körperzellen. In jeder Zelle entstehen hunderte bis tausende Kopien des Virus, die in Summe vermutlich eine mehrstellige Millionenzahl ergeben, die dieses Menschlein dann aus allen Körperöffnungen wieder ausscheidet. Bei jedem einzelnen Kopiervorgang kann es zu Abweichungen – zu Schreibfehlern – kommen und das Virus hat dann einen geringfügig veränderten RNA Strang, der vom Original (soweit man davon überhaupt  sprechen kann) abweicht. Das nennt man eine Mutation.  Befällt diese Mutation eine menschliche Zelle wird sie wiederum vielfach kopiert und hat nun die Gelegenheit, zu beweisen, dass sie es besser kann als die Elterngeneration. Dazu gehört, dass ein Virus seinen Wirt nicht unbedingt töten muss. Evolutionär der bessere Weg ist, wenn das Opfer zumindest eine Weile überlebt und damit gewährleistet, dass es das Virus verbreitet. Ziel ist, sich so oft und so rasch wie möglich zu vervielfältigen, bevor das Immunsystem des Wirtes aktiv wird. Momentan gibt es bei uns zwei relevante Mutationen des Covid 19 Virus. Eines, das vermutlich in einem Menschen britischer Nationalität  entstanden ist und Eines, das vermutlich in einem  Südafrikaner(in) seinen neuen Bauplan entwickelt hat.  Beide unterscheiden sich vom ursprünglich chinesischen Virus durch eine bessere Anpassung an die menschliche Zelle,  sprich: der Vorgang der Bindung an und das Eindringen in menschliche Zellen hat durch die Mutation eine Verbesserung erfahren, was für die Vermehrungsfähigkeit des Virus einen  Vorteil darstellt. Mehr Menschen werden in kürzerer Zeit infiziert und  damit ist natürlich die Chance auf neue noch bessere Mutationen gestiegen. Die Evolution strebt Optimierung an, bei allem was sie tut. Auf diese Weise ist auch aus dem ursprünglich wilden und thumben Tiroler Bergbauernbuben über mehrere Mutationen der kultivierte Tiroler Hotelier entstanden. Über zumindest drei Generationen hat sich aus dem, mit sich und seiner kleinen Welt zufriedenen Bergbewohner, der stets unzufriedene und nach immer neuen Attraktionen strebende Geschäftsmann entwickelt, der die Tiroler Heimat innerhalb eines einzigen Jahrhunderts mit einem Gewirr aus Liftstationen und Drahtseilbahnen, Hotels, Diskotheken und Schihütten überzogen hat. Sein Aussehen hat sich derweil vom derben wettergegerbten Tirolerhutträger hin zu einem eleganten Dandy mit wallend langem Haupthaar und deutlich verbesserter Aussprache entwickelt. Diese evolutionär neue Spezies besitzt gegenüber dem Urtiroler ein wesentlich verringertes Verantwortungsgefühl gegenüber seiner Umwelt, dafür aber eine deutlich erhöhte Affinität zu Geld. Geld ist für diese Mutation der zentrale Impuls, denn mit Geld kann man noch mehr von der Landschaft in eine gewinnbringende Tourismuswüste verwandeln, noch mehr Gaststätten, in denen sich Urlauber bis zu Besinnungslosigkeit besaufen auf die Alpen stellen, und für sich selber das Leben eines Bohemien organisieren. Dazu gehört auch, dass man während des Lockdowns aus lauter Langeweile zum Golfen fliegt. Den Gewinnausfall übernimmt ja eh der Staat, also was soll man da in der feuchten Kälte lang herumsitzen, wenn man es im südafrikanischen Sommer viel angenehmer hat.  Dass man bei der Rückreise auf eine Testung verzichtet, fällt nicht weiter auf, weil man eh privat und in der eigenen Clique unterwegs ist. Das kleine Souvenir von der Garden Route, das dann in Österreich aufschlägt und einen ziemlichen Wirbel macht, lässt sich ja – wie schon einmal – politisch bekämpfen. Wozu hat man denn Einfluss auf seine Politiker, die werden schon wieder alles richtig machen….

…..is a Landl a kloans, is a schians und a feins und dös Landl is meins! Punktum.

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